Interview mit Emma Bading

Die rebellische Tochter

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Die Berlinerin Emma Bading.

Emma Bading wurde 1998 in Berlin geboren. Als Tochter zweier Schauspieler debütierte sie 2012 im Kinofilm Halbschatten. Für ihre Rollen in „Die Kleinen und die Bösen“ und „Lucky Loser“ war sie für den Deutschen Förderpreis Schauspiel nominiert. Das Fernsehpublikum kennt Emma Bading u. a. als rebellischen Teenager Sophie in der ARD-Reihe „Der Usedom-Krimi“. In der Komödie „Meine teuflisch gute Freundin“, die am 28. Juni im Kino startet, spielt sie die Teufelstochter Lilith. Für das Azubi+-Magazin, das am 25. Juni erscheint, hat sich Emma Gedanken zum Thema Ausbildung gemacht.

Deine Eltern sind beide Schauspieler. Wann entstand bei Dir der Wunsch, Schauspielerin zu werden?

Emma Bading: Bist heute noch nicht. Nein Spaß! Mit zwölf Jahren habe ich angefangen mich auszuprobieren und zu schrecklichen Werbecastings zu gehen. Als die Castings und Filme immer anspruchsvoller wurden, hat es mir richtig Spaß gemacht zu drehen. Den Wunsch hatte ich also nie so richtig und als Schauspielerin habe ich mich erst vor circa zwei Jahren angefangen zu bezeichnen.

Kam für Dich jemals ein anderer Job in Frage?

Emma Bading: Hebamme, weil ich diesen enormen Drang habe, anderen zu helfen. Das kommt bei der Schauspielerei echt zu kurz. Das Erlebnis die ersten Sekunden eines neuen Lebens zu sehen, dass ist doch fantastisch. Und … naja…irgendwann wollte ich auch mal Fußpflegerin werden, aber keine Ahnung mehr wieso.

Die Berlinerin Emma Bading.Du bist gerade 20 geworden und hast die Schule beendet. Hast Du dir je Gedanken über das Thema Ausbildung oder Studium gemacht?

Die Berlinerin Emma Bading.

Emma Bading: Ich habe nach der 11. Klasse die Schule abgebrochen, um als Schauspielerin mein Geld zu verdienen. Und diese Entscheidung habe ich bis jetzt nicht bereut. Zur Zeit denke ich außerdem noch über ein Studium der Filmregie nach, um mich dem zu widmen, was mich auch sehr interessiert.

Sowohl in „Halbschatten“, als auch in „Weiter als der Ozean“ und „Der Usedom-Krimi“ hast du einen rebellierenden Teenager gespielt. Jetzt als Teufelstochter Lilith rebellierst du sogar gegen den Teufel persönlich. Was reizt Dich an dieser Art von Rolle besonders?

Emma Bading: „An der Leine fängt der Hund keinen Hasen“. Man muss eben rebellieren um Neues zu erschaffen. Ich finde es wichtig, dass man oft Dinge hinterfragt und auch mal gut Konter gibt! Nur so schafft es zum Beispiel Sophie im Usedom-Krimi diese ganzen Familiengeheimnisse aufzudecken. Und abgesehen davon, dass ich es persönlich wichtig finde, macht es einfach Spaß flapsige Rollen zu spielen.

Wie ließen sich Dreharbeiten und die Schule im Alltag vereinen?

Emma Bading: Manch eine Schule hat mich mehr unterstützt, manch eine weniger. Ich habe oft in den Ferien gedreht und sonst habe ich den Stoff irgendwie nachgeholt gekriegt. Ich bin sehr ehrgeizig. Das hat mir natürlich auch geholfen zwischen Arbeit und Schule die Waage zu halten.

Was gibst Du Menschen in deinem Alter für einen Rat bezüglich Ausbildung im Allgemeinen und der Schauspielerei im Speziellen?

Emma Bading: Es ist einfach wichtig, dass man wenigstens ungefähr weiß, was man will. Es gibt in unserer heutigen Konsumgesellschaft so viel Auswahl, dass viele Jugendlichen sich immer alles offen halten wollen. Das halte ich für Humbug. Entscheidet euch für eine Ausbildung oder ein Studium, das ihr geil findet und lasst euch nicht von den Ängsten der älteren Generation stoppen. Selbst wenn ihr, wie ich, „einfach nur“ arbeitet ohne es wirklich gelernt zu haben, dann steht dahinter. Das ist alles was zählt!

Lilith ist ja nicht vom Grund aus böse. Sie hilft Greta dabei, aus ihrem sehr behüteten Leben auszubrechen, um ihre eigenen Wünsche zu erkennen. Aus Böse wird quasi Gut?

Emma Bading: Naja da stellt sich ja die Frage: Was ist eigentlich Gut und was ist Böse? Das hängt ganz davon ab, aus welcher Perspektive man das betrachtet. Ich sage immer: Die Mischung macht's! Wir wollen hier nicht eine ganze Welt voller schüchterner Strickkleidermenschen, aber auch nicht nur die manipulativen Teufelchen. Aber wenn wir ehrlich sind, haben wir immer beides in uns.

In der Einstiegsszene sieht man, dass Lilith via Internet böse ist und gerne ein Mobbing anzettelt. Wie schattest Du dich selbst gegen so etwas ab?

Emma Bading: Ich habe zum Bespiel letzte Woche mein Instagram-Account gelöscht, damit ich mich nicht immer so schlecht fühle, und denke, dass alle viel besser sind als ich. Twitter hatte ich eh noch nie. Ich glaube nur den Meinungen über mich von meinen Freunden und Verwandten. Nur sie kennen mich wirklich und auch nur sie haben das Recht dazu, mich einzuschätzen.

Hast Du dir für deine Figur selbst einen Hintergrund überlegt oder wie hast Du sie dir persönlich angelegt?

Emma Bading: Oh das ist strengstens geheim! Ich mache mir immer viele Gedanken vorab. Wie lebt sie? Wen mag sie? Was hasst sie? Was ist ihr Traum? Und so weiter eben…

Der Film erzählt eine typische Vater-Tochter-Geschichte mit alltäglichen Meinungsverschiedenheiten und Missverständnissen. Hast Du dir den Teufel anfangs anders vorgestellt?

Emma Bading: Ja klar! Ich dachte erst, er hätte so lange schwarze Haare und ein fahles bleiches Gesicht. Ich finde es super, dass in unserem Film die Rolle weit weg von diesem typischen Teufelsklischee ist.

Als Lilith hast Du rote Haare. Wie hat die Typveränderungen beim Spielen geholfen oder dies beeinflusst?

Emma Bading: Maske und Kostüm helfen super, um sich in seine Rolle einzufinden. Diese rote Mähne war schwer auf dem Kopf aber auch super elegant. Ganz anders als meine dünnen Härchen. Das macht gleich ein ganz anderes Feeling!

Vielen Dank für das Gespräch.

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