Energie "tanken" in der Schule

Weder Benzin noch Diesel wird es in Zukunft in der sogenannten „Schultankstelle“ im Erdgeschoss der Jörg-Lederer-Volksschule in Kaufbeuren geben, sondern einfach einen Ort zum Ausruhen, zum gemeinschaftlichen Zusammensein und Energie tanken zwischen den anstrengenden Schulstunden. Im Rahmen eines Kunstprojekts, das von der Robert-Bosch-Stiftung (Projekt „4job“) finanziell getragen und mitinitiiert wurde, hatten die Schüler der 7. bis 9. Klassen die Möglichkeit, sich eine Art offenen Aufenthaltsraum ganz nach eigenen Vorstellungen zu kreieren.

Die Idee einer „Energie-Tankstelle“ hatte die Künstlerin Karin Bergdolt, die unter anderem im vergangenen Jahr den Kunstpreis der Stadt Kaufbeuren für zeitgenössische bildende Kunst verliehen bekam. Sie stellte die Verbindung zwischen der Volksschule und dem internationalen Kunstprojekt „www. hot-spots.net-Was kommt nach dem Öl?“ her, das sich unter anderem künstlerisch mit leerstehenden Tankstellen und ganz allgemein dem Thema „Energie“ beschäftigt, sich aber zudem auch Kunstvermittlungsprojekte zur Aufgabe gemacht hat. An dieser Stelle findet die „Schultankstelle“ ihren Verbindungspunkt. Wie kann im Arbeitsbereich Schule Energie „aufgetankt“ werden? Wie kann der Alltag erleichtert werden? Dies sind die zentralen Fragen, an denen hier gemeinsam gearbeitet werden soll und die hier eine Antwort finden sollen. Als besonders lobenswert hob Karin Bergdolt die große Eigeninitiative der beteiligten Schüler hervor: „Zu dem großen Durchhaltevermögen kann man nur gratulieren“, betonte sie kürzlich auf der Einweihungsfeier der „Schultankstelle“, zu der auch Oberbürgermeister Stefan Bosse (CSU) und Vertreter der Kaufbeurer Wirtschaftsjunioren gekommen waren. Auch Michaela Götz, die an der Jörg-Lederer-Schule für das Robert-Bosch-Projekt „4job“ verant- wortlich ist, ist stolz auf „ihre“ Schüler: „Obwohl parallel zu den gestalterischen Arbeiten die Vorbereitung auf den Quali lief, haben die Jugendlichen viel Zeit und Arbeit investiert. Und obwohl ursprünglich eine ausgewählte Anzahl Schüler für das Projekt vorgesehen war, haben in den Pausen und nach Schulschluss immer mehr Klassenkameraden einfach so mitgeholfen“. Für das Projekt „4job“, das sich als Hilfe bei der Ausbildungsplatz-Suche und beim Berufseinstieg versteht, sei bei dem Kunstprojekt vor allem der positive Effekt auf das Selbstbewusstsein der Schüler von Bedeutung gewesen. Aber auch das Realisieren eines Konzeptes von der Planung bis zur Ausführung, das Einbringen eigener Ideen und das Ausführen handwerklicher Arbeiten seien eine tolle Übung für das spätere Arbeitsleben gewesen, so Michaela Götz. So machte die Schultankstelle auch auf die Kaufbeurer Wirtschaftsjunioren Eindruck. Die Kontakte zwischen der Jörg-Lederer-Schule und der Kaufbeurer Wirtschaftsszene hätten sich laut Michaela Götz im letzten Jahr gefestigt, Hauptschüler würden endlich wieder ernsthaft von ansässigen Firmen als Auszubildende in Betracht gezogen. „Es ist sehr wichtig für Absolventen der Hauptschule, zu spüren, dass auf dem Arbeitsmarkt auch nach ihnen gefragt wird und nicht immer nur nach Realschülern oder Gymnasiasten“, erklärt sie. Neben all diesen positiven Effekten freuen sich die Schüler der Volksschule nun aber vor allem auf das Entspannen in der neuen „Energietankstelle“: „Vorher war es hier im Flur richtig langweilig, jetzt sieht es hier durch die vielen Farben richtig toll aus“, freut sich Yunus Türkkaya aus der 7a. Auch seine Klassenkameraden Victor Helbling und Jessica Gerstenkorn finden: „Es ist wichtig, dass sich hier etwas verändert hat. Jetzt haben wir im Gegensatz zu vorher eine richtig schöne Schulatmosphäre.“

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