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Energiekrise: Stadt Kaufbeuren prüft Maßnahmen zur Energieeinsparung

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Von: Kai Lorenz

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Heizung, Temperaturregler
Auch die Stadt Kaufbeuren will Energie einsparen. Dabei geht es es vor allem um die öffentliche Gebäude. Hier geht es vorrangig um die Versorgung mit warmen Wasser und die Raumtemperaturen. © Symbolfoto: Panthermedia/Andriy Popov

Kaufbeuren – Die Energiekrise trifft Deutschland voll ins Mark. Städte prüfen aktuell Einsparmöglichkeiten, also wie kurzfristig Strom und Gas gespart werden können. Dabei schätzen die Städte die Lage unterschiedlich ein. Regensburg hat schon reagiert, Landshut sieht keinen akuten Handlungsbedarf. Die Stadt Augsburg macht mit Blick auf den Winter ernst und will Energie sparen. Der Stadt droht ein Anstieg der Energiekosten im zweistelligen Millionenbereich. Daher will Augsburg gegensteuern und prüft sogar, Ampeln abzuschalten. Auch das Wasser in den Schwimmbädern soll kälter, städtische Büros weniger stark beheizt werden. Um es auf einen Nenner zu bringen: Es wird dunkler und kälter in Augsburg. Wir haben bei Oberbürgermeister Stefan Bosse nachgehakt, wie er die aktuelle Lage für Kaufbeuren bewertet und wie die Stadt auf die Energiekrise regieren will. 

NACHGEHAKT von Kai Lorenz

Aus aktuellem Anlass sind alle angehalten, Energie einzusparen, wo es möglich ist. Bereits jetzt steigen die Heizkosten und Strompreise eklatant an und werden sich möglicherweise noch weiter erhöhen. Das böse Erwachen kommt also spätestens bei der Abrechnung. Auch für die Stadt Kaufbeuren?

Bosse: Die Stadt Kaufbeuren hat bestehende Energie- und Gaslieferverträge mit einer Laufzeit bis Ende 2023. Ob die Preisbindung in den Verträgen Bestand hat, ist offen. Ab dem Jahr 2024 werden wir die Preissteigerungen in der Finanzplanung berücksichtigen.

Wie beurteilen Sie die aktuelle Lage?

Bosse: Ich beurteile die Situation als sehr ernst. Russland könnte ohne Weiteres über das bestehende Netz an Gasleitungen Europa so versorgen wie in den vergangenen Jahren. Dass dies unter Vorwänden nicht erfolgt, lässt für den kommenden Herbst und Winter nichts Gutes erahnen. Wir werden uns jedenfalls auf deutlich höhere Aufwendungen einstellen müssen. Gleichzeitig ist uns bewusst, dass wir mit einer Senkung unseres kommunalen Energieverbrauchs die Versorgungssicherheit insgesamt stärken können. Und das sollten wir tun.

Immer mehr Kommunen bereiten sich auf den kommenden Herbst und Winter vor. Wie sieht es in Kaufbeuren aus? Prüft die Stadt eine Reihe von kurz- und mittelfristigen Möglichkeiten zur Energieeinsparung?

Bosse: Hierzu liegen bereits Überlegungen der Verwaltung und ein konkreter Antrag aus den Reihen des Stadtrates vor. Wir werden dem Stadtrat ins seiner Sitzung am 19. Juli verschiedene Möglichkeiten der Einsparung vorschlagen und auch beziffern, wie groß das jeweilige Einsparpotential sein könnte.

Welche Maßnahmen sind kurzfristig möglich?

Bosse: Ich möchte diese Diskussion sachlich aufgrund unserer Analyse führen. Schnellschüsse verunsichern nur unsere Bürgerinnen und Bürger. Voraussichtlich noch vor der Sommerpause werden wir auf Basis einer fachlichen Aufbereitung zielgerichtet diskutieren. Insgesamt wird es natürlich um Reduzierungen in öffentlichen Gebäuden gehen müssen. Das betrifft vorrangig die Versorgung mit warmem Wasser und die Raumtemperaturen.

Welchen Appell möchten Sie in diesem Zusammenhang an alle Bürger und Unternehmen richten?

Bosse: Selten waren die Zeichen der Zeit so deutlich auf Energieeinsparung gerichtet wie jetzt. Ich weiß aus vielen Gesprächen mit den Unternehmen, dass sie in eigenem Interesse bereits in den letzten Monaten deutliche Einsparungen realisiert haben. Auch im privaten Bereich sind bereits viele Initiativen gesetzt worden, die in diese Richtung gehen. Wir als Kommune werden jedenfalls Einsparvorschläge diskutieren und sind uns dabei unserer Vorbildrolle bewusst. Ich bitte die gesamte Stadtgesellschaft, ihren Beitrag zum geringeren Energieverbrauch im Rahmen der jeweiligen Möglichkeiten zu leisten.

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