Landkreis Ostallgäu eröffnet Möglichkeiten für Gemeinden

Energiesparen im Fokus

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Landkreis unterstützt Energiesparen: Kommunen und Bürgern im Ostallgäu werden weitere Beratungsmöglichkeiten angeboten.

Ostallgäu – Der Landkreis Ostallgäu bietet seinen Gemeinden den Aufbau eines Energieeffizienznetzwerkes an, um eine externe Beratung beim Eigenbetrieb der Immobilien zu erhalten und sich untereinander auszutauschen.

Darüber hinaus soll die flächendeckende Energieberatung für die Bürger aller 45 Gemeinden im Ostallgäu verbessert werden. Dies verkündete Landrätin Maria Rita Zinnecker auf der jüngst stattgefundenen Bürgermeisterbesprechung im Landratsamt in Markt­oberdorf. Auch die Förderung für Buswartehäuschen wird erhöht.

„Viele Kommunen im Ostallgäu haben bereits größere oder kleinere Schritte in Richtung Energieeffizienz getan, weil sich ‚Kümmerer‘ damit beschäftigen“, wie Klimaschutzbeauftragter Johannes Fischer vom Landratsamt Ostallgäu ausführte. Und doch stelle sich manchmal die Frage, wie es danach weiter geht, wo sinnvoll investiert wird und wer einen dabei unterstützen kann. Dabei gehe es oftmals weniger um eine große, „förmliche“ Energieberatung, als vielleicht mehr um den Tipp eines Kollegen, der das entsprechende Problem bereits für seine Kommune gelöst hat. „Warum jedes Mal das Rad neu erfinden“, sagte Fischer und erläuterte den möglichen Aufbau eines kommunalen Energienetzwerks.

Netzwerke

Ein Ziel des Netzwerks ist es, den Aufwand für die Wissensbeschaffung der Kommunen zu senken. Ein Weiteres ist es, sich auf einfachem Wege mit der Struktur des Energieverbrauchs der eigenen Liegenschaften zu beschäftigen und Kostensenkungspotenziale zu realisieren. Eine Moderation und externe thematische Unterstützung wäre dabei aus Sicht der Gebäudeverantwortlichen in den Kommunen hilfreich. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) unterstützt den Aufbau solcher so genannter „kommunaler Effizienznetzwerke“ finanziell, indem Kosten für Energieberatung, Moderation und Betreuung der Kommunen mit bis zu 70 Prozent im ersten und 50 Prozent jeweils im zweiten und dritten Jahr übernommen werden.

Ein bereits vorhandenes Angebot vom Energie- und Umweltzentrum Allgäu (eza!) beläuft sich auf 4900 Euro brutto jährlich (=Eigenanteil nach Abzug der Förderung) bei drei Jahren Laufzeit. Im Gegenzug erwartet eza! eine Einsparung von zehn bis 15 Prozent der Energiekosten der jeweiligen Gebäude. Bei etlichen Kommunen dürfte diese Einsparung annähernd die Kosten für das Projekt ausgleichen oder sogar übersteigen. Auch die Forschungsstelle für Energiewirtschaft (FfE) käme als Anbieter infrage. In einem ersten Schritt sollten zunächst mindestens acht bis zehn Gemeinden ihr Interesse bei Fischer bis 16. März anmelden, der die Auswahl für einen Projektpartner koordiniert. Bei bis zu vier Treffen im Jahr mit diesem Partner könnten sich die Gebäudeverantwortlichen kennenlernen und Einsparungen zum Beispiel bei Heizung, Brandschutz oder Strom ausloten.

Energieberatung im Ostallgäu

In einem weiteren Schritt bietet der Landkreis den Kommunen die Möglichkeit für eine flächendeckende Energieberatung der Bürger im Ostallgäu an. Bisher geschieht dies kostenlos in insgesamt 16 von 45 Kommunen bzw. Verwaltungsgemeinschaften, überwiegend durch eza!, wobei die Kosten für die meist im Rathaus angebotene, einstündige Beratung bei eza! rund 50 Euro betragen und von der jeweiligen Kommune übernommen werden. Bürger aus Kommunen, die keine eigene Energieberatungsstelle haben, können sich nur in Kempten im eza!-Haus vergünstigt beraten lassen. Seit Anfang des Jahres bietet eza! die Energieberatungen in Kooperation mit der Verbraucherzentrale Bayern an, welche durch das Bundeswirtschaftsministerium mit derzeit 40 Euro pro Stunde bezuschusst werden. Dadurch kann eza! nun allen Kommunen eine Reduktion des Eigenanteils auf zehn Euro je Beratung anbieten. Hierzu ist durch die jeweilige Wohnortkommune eine Vereinbarung mit eza! abzuschließen, in der sich die Kommune bereit erklärt, den Eigenanteil von zehn Euro je Beratung zu übernehmen. Die Bürger können dann die Beratung in einer beliebigen anderen Landkreiskommune mit Beratungsstützpunkt der Verbraucherzentrale in Anspruch nehmen – beispielsweise in Marktoberdorf. Für die Wohnortkommune ergibt sich der Vorteil, keine eigenen Räumlichkeiten vorhalten zu müssen. Für die Kommune mit bisher vorhandenem Energieberatungsstützpunkt ergibt sich daraus jedoch kein finanzieller Nachteil.

Erhöhte Förderung und Prognosedaten

Bisher wurde die Errichtung von Fahrgastunterständen als Wetterschutz an Bushaltestellen im Landkreis mit einer Summe von je 1000 Euro bezuschusst. Zukünftig werden diese Buswartehäuschen vom Landkreis mit 2.500 Euro gefördert, teilte die Landrätin den Bürgermeistern mit. Außerdem stehen jeder einzelnen Gemeinde zukünftig die Daten der für den Landkreis Ostallgäu ermittelten Bevölkerungsprognose über einen Zugang im Internet zur Verfügung. „Die ermittelten und nun verfügbaren Werte stellen gute Informationen dar und können eine wertvolle Basis bei Entscheidungen in der Gemeinde für zukünftige Entwicklungen sein“, so die Landrätin.

von Wolfgang Becker

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