Auf Entdecker-Tour

Zur 8. Marktoberdorfer Museumsnacht am Samstag, 18. Oktober 2008 öffnen alle Museen und das Künstlerhaus ihre Türen wieder einmal gemeinsam. Los geht es um 17 Uhr im Stadtmuseum mit der Schatzsuche für kleine und größere Kinder. Auch Basteln, eine Kniepuppenvorführung und Geschicklichkeitsübungen am Nageltisch stehen auf dem Programm.

Der Heimatverein zeigt in der Museumsnacht die Sonderausstellung „Das ländliche Leben rund um den Auerberg vor 100 Jahren“, musikalisch begleitet durch die Familienmusik Gansohr. Hilfestellung und Ansatzpunkte bei der Ahnenforschung gibt Manfred Müller aus Stötten. Gegen 19 Uhr wird Peter Herbst mit einer neuen DIA-Schau durch „Alt-Marktoberdorf“ führen. Als Edelweißschnitzer lässt sich Fritz Hamatschek einmal über die Schulter schauen. Für kulinarische Genüsse sorgen die Römerfreunde. Um 20.30 Uhr wird zum Mundartstammtisch in der Auerbergausstellung eingeladen. Das Paul-Röder-Museum Marktoberdorf zeigt ab 18.30 Uhr eine Sonderausstellung mit Werken des Künstlers zum Thema: „Ostallgäuer Landschaften und Motive aus Sicht der 50er Jahre“ Es handelt sich hierbei um zahlreiche, der Öffentlichkeit bisher nicht zugängliche Leihgaben aus Privatbesitz. Besonderer Dank gilt dem Markt Unterthingau, der diese Ausstellung mit Motiven aus seiner näheren Umgebung maßgeblich unterstützt. Röders Allgäuer Schaffenszeit währte von 1943 bis 1962. Seine impressionistische, noch gegenständliche, farbenreiche Malweise, verbunden mit spannender Motivwahl, vermag den Betrachter bis heute zu faszinieren und zu begeistern. Trachtenpuppen, mit bis ins kleinste Detail originalgetreuen Trachten aus allen deutschen Vertreibungsländern, zeigt die Ausstellung, die Frau Gerda Graumann dem Riesengebirgsmuseum zur Verfügung gestellt hat. Zahlreiche Ölgemälde, Aquarelle und Stiche zeigen die Schönheiten des Riesengebirges, das ja als Kunstlandschaft bedeutende deutsche Maler, wie Caspar David Friedrich oder Ludwig Adrian Richter, in seinen Bann gezogen hatte. Aber auch der an Hausrat, Arbeitsgeräten und Handwerkszeug interessierte Heimatfreund kommt auf seine Kosten. Natürlich ist auch Rübezahl, der Schutzgeist des Riesengebirges, in vielerlei Gestalt, in zahlreichen Büchern und Darstellungen im Museum präsent. Die Stadtfahne von Hohenelbe, unter lebensgefährlichen Umständen im Mai 1945 gerettet, erinnert an die einst blühende deutsche Stadt am Oberlauf der Elbe. Die Lebensweise der „Oberdorfer“ um das Jahr 1900 zeigt Winfried Frischmann mit einer Führung um 19 Uhr durch das Heimatmuseum im Hartmannhaus. Jedes der Zimmer ist eine kleine Sehenswürdigkeit für sich. In mühevoller Detailarbeit entstanden Wohn-, Schlaf-, Arbeitsräume und Küche. Zu den meisten Ausstellungsstücken gibt es interessante und humorvolle Geschichten zu erzählen. Bereits am Nachmittag finden ab 14 Uhr verschiedene Aktionen im Künstlerhaus zur Einstimmung auf die Museumsnacht statt. KindKunstAktion heißt das offene Angebot der Künstlerin Esther Balazs, das sich an alle Altersgruppen mit der Aufforderung, Impulse holen Zeichnen und Skulpturen bauen richtet. Die Leiterin, Annette Scholl bietet um 16.30 Uhr noch eine Führung durch die 30. Ostallgäuer Kunstausstellung an, bevor die Türen zur Vorbereitung auf das Abendprogramm mit André Eisermann (siehe eigener Bericht rechts) um 20.30 Uhr geschlossen werden. mi

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