Entwurfsplanung für Feuerwehrneubau steht

"Schwelbrand" gelöscht

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So soll das neue Zuhause der Feuerwehr Kaufbeuren zukünftig aussehen.

Kaufbeuren – In der Sprache der Feuerwehr könnte man feststellen: Ein schon seit Jahren währender Schwelbrand ist gelöscht! In der jüngsten Sitzung empfahl der Bau- und Umweltausschuss einstimmig die nun vorgelegte Entwurfsplanung des in München ansässigen Architektenbüros für eine Erneuerung der Hauptfeuerwache an der Neugablonzer Straße.

Allerdings haben sich sowohl aufgrund bestehender Rahmenbedingungen als auch wirtschaftlicher Erwägungen noch Änderungen gegenüber dem eingereichten Wettbewerbsbeitrag ergeben. Dies führt zu effektiven Kostensteigerungen in Höhe von 1,6 Millionen Euro. Allerdings mit erheblichen funktionalen Verbesserungen, die den Nutzerbedarf der Freiwilligen Feuerwehr exakt abbilden. Die wird während der Bauzeit in das alte Eisstadion ausgelagert.

Nach jahrelanger Diskussion und mehreren gescheiterten Anläufen für eine Lösung der komplexen Aufgabe auf dem engen Grundstück hatte sich das Architektenbüro Dasch und Zürn aus München in einem Planungswettbewerb durchgesetzt. Gegenüber der ersten Planung gibt es jedoch einige Änderungen. Die wirtschaftliche Abwägung auch unter statischen Gesichtspunkten hat ergeben, dass es empfehlenswert ist, die Räume der Katastropheneinsatzleitung (bisher in vorhandenem Luftschutzbunker) in bestehende Flächen im Kopfbau zu verlegen und das Kellergeschoss teilweise zu verfüllen. Die Fundamente des Kellergeschosses bleiben erhalten.

Im Wesentlichen Neubauten

Der mit der Feuerwehr abgestimmte Entwurf sieht nunmehr die Errichtung einer neuen Fahrzeughalle an der Neugablonzer Straße und den Abbruch des bisherigen Gebäudes sowie die Neuerrichtung der zweiten Halle mit Werkstätten, Sozial- und Schulungsräumen vor. Der Kopfbau im Norden wird erhalten, in einfachem Standard saniert und nimmt im ersten Stock die Räume der Katastropheneinsatzleitung auf. Der bestehende Schlauchturm wird abgerissen und im südlichen Teil der Fahrzeughalle neu aufgebaut. Technik- und Sanitärräume waren im Raumprogramm bisher nicht enthalten und wurden ergänzt, sodass sich eine Gesamtfläche von 3022 Quadratmetern ergibt. Der bauliche Standard ist insgesamt reduziert, ein wesentlicher Teil der Räume wird in Sichtbeton mit Aufputz-Installationen ausgeführt. Lüftungsanlagen werden nur für Umkleiden und WCs vorgesehen. Die Wärmeenergie wird aus der vorhandenen, am Grundstück vorbeilaufenden Geothermie-Anlage mittels Wärmepumpe gewonnen und damit auch der regenerative Anteil nach dem EEWärmeG abgedeckt. Für die restliche Wärmeerzeugung kommt ein Gas-Brennwert-Kessel zum Einsatz.

Ausweichquartier während Bauphase

Bei der Ausarbeitung der Bauabschnittsvarianten hat sich gezeigt, dass die Maßnahme nicht sinnvoll während des laufenden Betriebes umgesetzt werden kann. Die Einschränkungen der Einsatzbereitschaft durch beengte Platzverhältnisse und das Unfallrisiko zwischen ausrückenden Feuerwehrfahrzeugen und dem Baustellenverkehr haben zu der Überlegung geführt, die Feuerwache während der Baumaßnahme auszulagern.

Im Zuge der aktuellen Begutachtungen für das alte Eisstadion am Berliner Platz hat sich herausgestellt, dass eine Weiternutzung der Halle ohne Zuschauerbetrieb noch längere Zeit vertretbar erscheint und als provisorische Feuerwache mit zusätzlichen Adaptierungskosten in Höhe von 190.000 Euro in Betracht kommt. Der Baubeginn mit dem Abbruch der Feuerwache ist im Frühjahr 2018 vorgesehen. Die Fertigstellung der Gesamtmaßnahme ist für Ende 2019 geplant. Mit der Nutzung als Ausweichfläche für den Neubau des Feuerwehrgerätehauses kann der Neubau des Behördenzentrums frühestens im Jahr 2020 beginnen, was laut OB Stefan Bosse unproblematisch ist, da ein kurzfristiger Baubeginn der neuen Polizeiinspektion ohnehin nicht realistisch erscheint.

Weitere Zusatzprojekte

Vorgesehen ist ebenfalls, die Notstromversorgung von Katastropheneinsatzleitung (KEL) und Feuerwehr auch an Teile des Rathauses – insbesondere an das Rechenzentrum – anzubinden. Zusammen mit den Mehraufwendungen für die Neuorganisation der KEL im Kopfbau (inklusive Erneuerung der Funktechnik) entstehen damit weitere Mehrkosten in Höhe von 420.000 Euro.

Ernst Schönhaar (CSU) freute sich über das Ergebnis und die „intensive Beschäftigung mit dem Projekt“. Ralf Baur (SPD) sprach von einer „Sicherung der Einsatzfähigkeit der Feuerwehr auf Jahrzehnte“.

Projektentwicklung

2000 Erste Überlegungen zur Sanierung und Erweiterung

2013 Stadtrat beschließt Raumkonzept, Planungsbüro erarbeitet mehrere Studien, keine funktionale Lösung.

2015 Auslobung eines Wettbewerbs,15 Vorschläge gehen ein.

2016 1. Preis geht im März an dasch zürn architekten in München

2016 Nach Beschluss Bauausschuss Beauftragung Entwurfsplanung im Oktober

von Wolfgang Becker

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