Erfolgreicher Sturm auf’s Rathaus

OB Stefan Bosse übergab den symbolischen Rathausschlüssel und die Narren zogen lauthals ins Rathaus ein. Fotos: Frisch

Mit dem Schlachtruf „hühott und muhackl“ forderten Günther Seydel (Präsident „Aufbruch-Umbruch“) und Kabarettist Wolfgang Krebs (Präsident „Kunstreiter“) am lumpigen Donnerstag pünktlich um 11 Uhr 11 vom Oberbürgermeister Stefan Bosse höchstpersönlich den Schlüssel des Kaufbeurer Rathauses. Eingelassen wurden die beiden und ihr Narrengefolge aber erst nach einem humorvoll-provokanten Dialog und der Übergabe einer Flasche Aktien hell.

Bei dem lustigen Streitgespräch wurde vor allem die „nicht vorhandene Sparsamkeit“ der Staatsdiener im Rathaus und deren Entscheidungen bemängelt: „Der Bürger- meister und der Rat erhielten von uns zwar unsere Stimme, aber niemand hat überprüft, ob sie auch haben beisammen ihre Sinne!“ Nicht minder schlagfertig zeigte sich Oberbürgermeister Bosse, bis er dann schlussendlich den symbolischen Rathausschlüssel übergab und die Narren jubelnd ins Rathaus einzogen. Die Formation „Blechragu“ sorgte mit Blasmusik für Stimmung. Flankiert wurde das Schauspiel in diesem Jahr von vielen Schaulustigen, was laut Wolfgang Krebs wohl nicht nur an den 200 Krapfen lag, die gratis im Publikum verteilt wurden, sondern auch an einer verstärkten Öffentlichkeitsarbeit. „Bis zum vergangenen Jahr war die Tradition der Schlüsselübergabe fast in Vergessenheit geraten, bis wir uns entschlossen haben, diesen schönen Brauch wieder zu beleben“, erklärt Krebs. Im vergangenen Jahr habe man „beim Probelauf“ aber kaum Publikum gehabt, umso mehr freue man sich über das Interesse und die gute Laune der heuer zahlreich erschienenen Zuschauer. Günther Seydel lobte zudem die „tolle Zusammenarbeit“ der Kaufbeurer Faschingsgesellschaften: „Häufig herrscht ja das Gerücht, dass Faschings- und Karnevalsvereine sich gegenseitig als Konkurrenten sehen – hier in Kaufbeuren ist das überhaupt nicht der Fall!“ Im Gegenteil - gerade „Aufbruch-Umbruch“ und die „Kunstreiter“ verbände eine jahrelange, gute Zusammenarbeit. Etwas ganz besonderes gäbe es in diesem Jahr außerdem zu verkünden, so Seydel: „Nur alle 100 Jahre existiert ein Datum, dass auf 11.11.11 lautet!“ Aus diesem Anlass lade man am 11. November diesem Jahres alle zum diesjährigen Candle-Light-Shopping ein – und zwar genau um 22.22 Uhr auf dem Rathausplatz. Nebenbei reklamierte Seydel übrigens noch die drei „wichtigsten Regeln für den Fasching“: „Erstens: Früh aufstehen ist der erste Schritt in die falsche Richtung! Zweitens: Kein Alkohol mehr – bis heute Abend! Und drittens: Gegen Liebe auf den ersten Blick hilft meistens ein zweiter!“

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