Kaufbeurer Jugend- und Familienreferat engagiert sich stark

Millionen Euro für die Jugend

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Eine Erfolgsgeschichte ist die Arbeit des Jugend- und Familienreferats für OB Stefan Bosse.

Kaufbeuren – Für Kaufbeurens Oberbürgermeister Stefan Bosse ist das Engagement des Jugend- und Familienreferats eine Erfolgsgeschichte: „In rund sechs Jahren ist es gelungen, mehr als sieben Millionen Euro an Zuschüssen aus Fördermitteln zu generieren“, so die Stadtspitze. Anlass boten die Berichte aus den Abteilungen „Kinder, Jugend und Familie“ (Jugendamt) und „Kaufbeuren-aktiv“ gegenüber dem Jugendhilfeausschuss in seiner ersten Sitzung in der vergangenen Woche.

Referatsleiter Alfred Riermeier und der stellvertretende Abteilungsleiter Werner Maurer standen zu Programmen und Projekten Rede und Antwort. In der Abteilung Kaufbeuren-aktiv sind die Bereiche Integration, Bürgerschaftliches Engagement und Kommunales Bildungsmanagement gebündelt. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Prüfung, inwieweit bundes- oder landesweit geförderte Program- me und Projekte für die Stadt Kaufbeuren relevant sind. Die Abteilung klärt dann die Voraussetzungen für eine Bewerbung, stimmt diese hausintern ab und erstellt die notwendigen Bewerbungsunterlagen. Bei der Berücksichtigung der Bewerbung verwaltet Kaufbeuren-aktiv die Fördermittel, wobei bei umfangreicheren Programmen in der Regel ein spezieller Begleitausschuss gebildet wird, der über die Verwendung der Fördermittel entscheidet. Programm-Vielfalt Riermeier berichtete über die derzeit laufenden Programme „Demokratie leben!“, „Jugend stärken im Quartier“ und „Engagierte Stadt“ (siehe Info unten). 

Über eine Million Euro werden alleine aus diesen Programmen bis Ende 2019 generiert. Das Programm „Engagierte Stadt“ befindet sich zwar noch in der Konzeptphase, die Chancen für eine Teilnahme werden aber laut Riermeier als „gut“ eingeschätzt. Eine Entscheidung darüber wird im Sommer erwartet. „Insgesamt sind wir mit den Zuschüssen aus Fördermitteln zufrieden, auch wenn noch manche Wünsche offen bleiben, die für unsere Arbeit erforderlich wären“, so der Referatsleiter im Hinblick auf die steigenden Fallzahlen im Bereich Jugendamt (siehe gesonderten Bericht). Werner Maurer stellte unter anderem eine neue Sonderpädagogische Stütz- und Förderklasse (SFK) für die Klassenstufen drei bis sechs am Förderzentrum Josef-Landes-Schule vor. Bis zu acht Schüler/innen aus Stadt und Landkreis werden dort von 8 bis 16 Uhr beschult. 

Aktuell besteht eine SKF für die Klassenstufen eins bis drei. „Der Förderschwerpunkt liegt hier auf der emotionalen und sozialen Entwicklung“, so Maurer. Zielgruppe seien Kinder und Jugendliche im schulpflichtigen Alter, die aufgrund ihrer gravierenden Verhaltensauffälligkeiten das reguläre Schulangebot sowohl der Förderschule als auch der allgemeinen Schule (momentan) nicht wahrnehmen könnten und deshalb einer anders strukturierten individuellen und intensiven Beschulung und Betreuung bedürfen. Ziel sei die Rückführung in den regulären Klassenverband. Auch die Jugendsozialarbeit an Schulen (JaS) wird offensichtlich vermehrt erforderlich. Die Staatliche Berufsschule bittet um Prüfung einer Stellenmehrung von einer Halbtagsstelle auf eine Ganztagsstelle und die Gustav-Leutelt-Schule um Stundenmehrung der JaS Fachkraft für den Mittelschulbereich. Weiterhin beklagt die Konradinschule in einer laufenden Petition (wir berichteten) unter anderem, dass die Stelle der JaS-Fachkraft knapp bemessen sei. 

Hierzu sagte Oberbürgermeister Stefan Bosse: „Was wir als Kommune machen, ist eigentlich schon vorbildlich und wir haben die JaS schon durchgängig etabliert.“ Grundsätzlich sei dies aber Aufgabe des Staates, machte der OB deutlich und fügte hinzu: „Wir verschließen uns zwar nicht, aber den Kommunen sind Grenzen gesetzt.“ Die Verwaltung plant für 2016 eine Überprüfung der Bemessungskriterien für alle Schulen. Dies sieht auch Schulamts- leiterin Eva Severa-Saile so: „Ich finde eine punktuelle Bewertung nicht gut. Nach drei Jahren sollte eine neue Betrachtung zu einem gleichen Schlüssel für alle führen.“

Die Programme unter "Kaufbeuren aktiv" 

Demokratie leben! Entwicklung von modernen Demokratie- und Beteiligungsstrukturen für Jugendliche („Jugendforum“), Förderung des Diversity-Gedankens, Bildung eines Begleitausschusses. Projektzeitraum: 1. Januar 2015 bis 31. Dezember 2019. Projektvolumen pro Jahr: 65.000 Euro 

Jugend stärken im Quartier Fördergebiete: Neugablonz, Kaufbeuren Mitte-Süd. Programmschwerpunkt liegt bei „Übergang Schule-Beruf“, Zielgruppe: individuell sozial benachteiligte junge Menschen. Kooperationspartner: Gesellschaft zur Förderung beruflicher und sozialer Integration (gfi) in Kempten gGmbH – Außenstelle KF. Programmzeitraum: 1. Januar 2015 bis 31. Dezember 2018, Fördervolumen: 760.000 Euro im Zeitraum 

Engagierte Stadt Träger: FreiwilligenAgentur Knotenpunkt, Kooperationspartner: Kaufbeuren-aktiv, Einrichtung einer „Zukunftswerkstatt Aktive Kommune“ des Bürgerschaftlichen Engagements. Einbeziehung lokaler Firmen und Unternehmer, Laufzeit: 1. Mai bis 31. Juli 2015 Konzeptphase, 1. September 2015 bis 31. Dezember 2017 Projektphase. Fördersumme: 50.000 Euro im Zeitraum.

von Wolfgang Becker

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