Ergebnis der Stichwahl zum Landrat im Ostallgäu

Zinnecker ist Landrätin im Ostallgäu

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Faire Geste: Der unterlegene Landrat Johann Fleschhut gratuiert seiner Nachfolgerin Maria Rita Zinnecker.

Marktoberdorf/Ostallgäu – Die Wahl um den Landratsposten ist entschieden. Maria Rita Zinnecker (CSU) gewinnt mit 53,8 Prozent der Stimmen die Stichwahl im Ostallgäu, Amtsinhaber Johann Fleschhut (FWO) unterliegt mit 46,2 Prozent. Damit wird die Unterallgäuerin erste Landrätin im Ostallgäu sowie im gesamten Regierungsbezirk Schwaben. 

Die Wahlbeteiligung im Ostallgäu bei der Stichwahl zum Landrat fiel mit 46,6 Prozent sehr schwach aus. Das Timing indes hätte nicht besser sein können: Nur kurz nach dem Eintreffen der CSU-Kandidatin im Landratsamt in Marktoberdorf war auch der letzte Stimmbezirk ausgezählt und das Ergebnis klar: Rita Maria Zinnecker wird Landrätin. „Ich begriff zunächst gar nichts, aber um mich herum brandete Jubel auf“, sagte die Wahlsiegerin später. Darauf folgte ein Kuss für den Ehemann und viele, viele Umarmungen, Gratulationen und Glückwunschbekundungen. 

Ein "tiefer Schlag" 

Lange Gesichter allerdings bei den Unterstützern von Johann Fleschhut, der amtierende Landrat selbst zeigte sich betroffen. Er sei tief enttäuscht, dass allein das Thema der Klinikschließung die Wahl bestimmt habe und er persönlich nun dafür abgestraft würde. „Ich bin sehr gerne Landrat gewesen. Meine Abwahl ist ein tiefer Schlag für mich“, ist die erste Reaktion Fleschhuts. Und er leiste sich auch das Gefühl, nach zwölf Jahren erfolgreicher Arbeit ungerechterweise abgestraft worden zu sein. Herbert Heisler, Vorsitzender der Freien Wähler im Kreis, zeigte sich geschockt: „Ich war sicher, dass es reicht.“ 

Spannender Wahlabend 

Dabei war es ein durchaus spannender, zu Beginn völlig offener Wahlabend. Zahlreiche Bürger, darunter viele Kreisräte und Kommunalpolitiker, hatten sich im Foyer des Landratsamts getroffen und beobachteten dort den Fortgang der Auszählung aller 221 Stimmbezirke im Kreis. Bis kurz vor Schluss lagen beide Kandidaten Kopf an Kopf, Fleschhut dabei immer vorne. Als alle Wahlbezirke bis auf den letzten – die Stadt Marktoberdorf – ausgezählt waren, hatte Johann Fleschhut noch einen Vorsprung von einem Prozent gegenüber Marita Zinnecker. Würde das reichen? Unter den Gästen wurde heiß spekuliert. Der Stimmbezirk Marktoberdorf sollte das Zünglein an der Waage sein, wobei mit einer Mehrheit für Zinnecker gerechnet wurde, hatte der Landrat am ersten Wahlsonntag dort doch nur 14,2 Prozent erreichen können. Die Wahlhelfer ließen sich Zeit, die Spannung im Foyer war mit Händen zu greifen. Erst kurz vor 20 Uhr erreichte das Ergebnis der Kreisstadt das Landratsamt. In Marktoberdorf hatten 75,2 Prozent für die CSU-Kandidatin und 24,8 Prozent für Fleschhut votiert. Damit verschoben sich die Mehrheiten auf einen Schlag zu Gunsten der Herausforderin. Sie sei überaus glücklich und stolz, ab 1. Mai Landrätin im Ostallgäu sein zu dürfen, so die frischgebackene Wahlsiegerin. Nach ein paar Tagen Auszeit mit ihrem Mann wolle sie sich denn auch auf ihr neues Amt vorbereiten. Dort angekommen, hieße es dann, alle Mitarbeiter im Landratsamt, die Kreiseinrichtungen und die Bürgermeister kennenzulernen. 

Es gibt viel zu tun

 „Wichtige Themen sind natürlich die Gesundheitsversorgung, aber auch die Positionierung des Ostallgäus innerhalb der Allgäu GmbH, besonders nach Weggang von Gebhard Kaiser als Vorsitzendem“, sagte die CSU-Frau. Wo sie im Ostallgäu in Zukunft wohnen werde, ließ die Unterallgäuerin aus Nassenbeuren allerdings noch offen. „Vielleicht gibt es ja ein paar gute Angebote“, lachte sie. In Feierlaune zeigte sich die gesamte anwesende lokale CSU-Prominenz, angeführt von Staatssekretär Franz Pschierer, Landtagsabgeordnete Angelika Schorer und Bundestagsmitglied Stephan Stracke. Und natürlich Manfred Zinnecker, der wieder einmal seiner Frau die Handtasche abgenommen hatte. „Ich bin sehr stolz auf sie“, sagte der Förster und strahlte. von Angelika Hirschberg

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