»Einen noch besseren Job«

Mit Eric Hansiota wird ein Amerikaner AGCO-Konzernchef

Eric Hansiota.
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Auf Martin Richenhagen folgt Eric Hansiota.

Marktoberdorf – Sein Nachfolger an der Spitze des Landtechnik-Konzerns AGCO, zu dem auch der Marktoberdorfer Traktorhersteller Fendt gehört, werde einen noch besseren Job machen als er selbst, verkündete ein gut aufgelegter Konzernchef Martin Richenhagen anlässlich der Fendt-Pressekonferenz vergangene Woche. Richenhagen wird (wie berichtet) nach 16 Jahren als AGCO-Boss zum Jahresende 2020 in den Ruhestand gehen. Auf ihn folgt der US-Amerikaner Eric Hansiota, aktuell Senior Vice President und Chief Operating Officer von AGCO, an die Spitze des Konzerns.

Martin Richenhagen.

Richenhagen zerstreute Bedenken, dass einem amerikanischen Konzernchef die deutsche Marke Fendt und die deutschen Standorte weniger am Herzen liegen könnten als ihm selbst. In der Tat hat Richenhagen seit 2004 das Wachstum der Marke Fendt nachdrücklich unterstützt. Als Konzernchef und Aufsichtsratsvorsitzender hat der „Fendt-Flüsterer“ – wie er mitunter genannt wurde– unternehmerische Entscheidungen für die Globalisierung von Fendt und seinem Ausbau zur Full-Line-Marke maßgeblich bestimmt. Martin Richenhagen betonte, dass AGCO seit 2004 rund zwei Milliarden Euro in die Standorte, die technische Entwicklung und die Produkte von Fendt investiert habe. So produziert das Werk in Marktoberdorf mittlerweile auch doppelt so viele Traktoren wie noch vor 16 Jahren. Und die Kapazität für bis zu 30.000 Schlepper im Jahr sei gegeben. „Damit hat sich die Marke klar positioniert, innerhalb des Konzerns wie auch auf dem Markt“, fügte Richenhagen an. „Das Unternehmen ist auf Wachstumskurs – und das weiß keiner besser als Eric Hansiota.“ Fendt habe die besten Produkte und die beste Mannschaft, lobte der AGCO-Chef auf seiner letzten Pressekonferenz in Marktoberdorf.

Auch sein designierter Nachfolger Eric Hansiota (52), digital aus den USA zugeschaltet, setzte in seiner Ansprache auf die Kontinuität der Fendt-Erfolge. Fendt sei Branchenprimus, Technologieführer und habe seinen Umsatz in Nordamerika im Vergleich zum vergangenen Jahr verdoppelt. Deshalb setzt auch die AGCO-Führung höchste Erwartungen an ihr Markenflagschiff. Bevor Hansotia 2013 zu AGCO wechselte, hatte er verschiedene Positionen beim Konkurrenten John Deere inne, wo er 1993 seine Karriere gestartet hatte. Unter anderem war er für Deere zeitweise auch in Mannheim tätig. Hansotia hat an der Universität von Wisconsin 1992 sein Maschinenbau-Studium mit einem Master-Titel abgeschlossen und später einen MBA an der Universität von Iowa absolviert.

Minister auf Stippvisite

Seinen Aufenthalt in Marktoberdorf nutzte AGCO-Chef Richenhagen auch, um Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller vergangene Woche im Fendt-Werk in Marktoberdorf zu begrüßen. Bei seinem Besuch im Getriebe- und Traktorwerk in Marktoberdorf zeigte sich der Minister begeistert von den Innovationen und Hightech-Lösungen in der Produktion, in der Entwicklung aber auch für eine qualitativ hochwertige Ausbildung. Richenhagen und Müller sprachen insbesondere über ein gemeinsames Projekt in Afrika - dem Kontinent, der dem Minister besonders am Herzen liegt. Dort engagiert sich auch AGCO schon lange in verschiedenen Projekten, wie zum Beispiel „Farm in a box“. Müller und Martin Richenhagen trafen eine Vereinbarung über ein gemeinsames landwirtschaftliches Projekt.

Fendt-Personalie II

Sepp Nuscheler, Pressesprecher und Leiter der Fendt Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, wird ebenfalls Ende 2020 in den Ruhestand gehen. Er habe das Gesicht des Unternehmens nach außen über Jahrzehnte geprägt und seinen Beruf stets mit Leidenschaft erfüllt, sagte Fendt-Chef Christoph Gröblinghoff am Rande der Pressekonferenz. Sepp Nuscheler war vor 36 Jahren zu Fendt gekommen und hat den Wandel vom Familienunternehmen zur amerikanischen Konzerntochter miterlebt und mitgestaltet. Seit 30 Jahren ist Nuscheler Pressesprecher und erster Ansprechpartner für Journalisten aus aller Welt und der Region. Seine Nachfolge wird zum 1. Januar 2021 die Kommunikationswirtin und Fernseh-Journalistin Manja Morawitz antreten, die seit acht Jahren als stellvertretende Pressesprecherin bereits für Fendt tätig ist.

Angelika Hirschberg

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