Kandidat vorgestellt

Erich Nieberle (SPD) kandidiert für das Bürgermeisteramt in Füssen

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Erich Nieberle will für die SPD im kommenden Jahr Bürgermeister von Füssen werden.

Füssen/Marktoberdorf – Erich Nieberle aus Marktoberdorf soll Nachfolger des amtierenden Füssener Bürgermeisters Paul Iacob (SPD) werden. So möchte es der Vorstand des Füssener SPD-Ortsvereins, der am 24. Oktober seinen Mitgliedern Nieberle als Bürgermeisterkandidaten vorschlagen wird. „Mit Erich Nieberle“, bekräftigte Ortsvorsitzende Ilona Deckwerth bei der Pressevorstellung des Kandidaten, „soll die Tradition der sozialdemokratischen Bürgermeister hier in Füssen fortgeführt werden“.

Erich Nieberle selbst begründet sein Engagement als eine wohl überlegte Entscheidung für Füssen – und nicht etwa gegen Marktoberdorf. Dazu ist Nieberles politische Vorgeschichte interessant. 2014 kandidierte der beinahe 58-Jährige bereits für das Bürgermeisteramt in Markt­oberdorf. Er erhielt damals zwar keine Mehrheit, wurde jedoch in den Stadtrat gewählt und leitet seither die SPD-Fraktion als deren Vorsitzender. Kommunalpolitische Erfahrung sammelte er demnach vor allem in der Kreisstadt, der er sich weiterhin sehr verbunden fühlt. Allerdings, so räumt er im Gespräch mit dem Kreisbote ein, verlagere sich der Familienmittelpunkt immer mehr in Richtung Füssen. Erich Nieberle ist in zweiter Ehe mit der Füssenerin Regina Renner verheiratet, die für die SPD unter anderem als Kreisrätin politisch aktiv ist. Als die Anfrage des Füssener Ortsvereins an ihn herangetragen wurde, habe er sorgfältig abgewogen, so Nieberle.

Zweiter Wohnsitz Füssen

Ist er erst offiziell als Kandidat nominiert, will Erich Nieberle einen zweiten Wohnsitz in Füssen anmelden und sowohl für den Füssener Stadtrat als auch für den Ostallgäuer Kreistag antreten. Keine halben Sachen, das hat sich der SPD-Mann vorgenommen. Und sollte er zum Bürgermeister denn gewählt werden, gehöre ein Rathauschef natürlich in „seine“ Stadt, so der Sozialdemokrat weiter.

Auch mit dem SPD-Ortsverein von Marktoberdorf habe er seine Entscheidung abgesprochen. „Da gibt es keinen Groll, im Gegenteil“, sagt Nieberle. Vergangene Woche schlug auch Ilona Deckwerth ähnliche Töne an. „Die SPD hat sich einstimmig für ihn entschieden,“ sagte sie. „Ein Wahlkampf ist keine One-Man-Show. Er ist unser Frontmann und die Partei stärkt ihm den Rücken.“

Amtsinhaber Paul Iacob äußerte sich ebenfalls überzeugt von dem Kandidaten. „Der zukünftige Bürgermeister muss die Rituale und Regeln dieser Politik kennen. Und Nieberle bringt diesen Faktor mit.“

Seine Erfahrung aus dem vergangenen Wahlkampf und aus den Jahren als Stadtrat zeichne ihn aus, hob der SPD-Fraktionsvorsitzende in Füssen, Lothar Schaffrath hervor. Füssens Ex-Bürgermeister Dr. Paul Wengert lobte die Bodenständigkeit Nieberles und seinen Innovationsgeist.

Erich Nieberle ist – bis auf einen kurzen Abstecher zum Studium der Sozialpädagogik nach Oberbayern – dem Ostallgäu stets treu gewesen. Nieberle wuchs in Biessenhofen auf und besuchte das Gymnasium in Marktoberdorf. Seit 1990 ist der Sozialdemokrat kommunaler Jugendpfleger im Jugendamt Ostallgäu und Geschäftsführer des Kreisjugendrings (KJR). Seit 2009 engagiert er sich für die SPD in den Vorständen des Ortsvereins Markt­oberdorf und des Unterbezirks Ostallgäu.

Wohnen und Verkehr

Bei seiner Vorstellung als Bewerber für das Bürgermeisteramt ging Erich Nieberle auch auf die Herausforderungen in Füssen ein. Als Beispiel nannte er den Tourismus, der die Lebenssituation vieler Bürger präge. „Füssens wichtigstes Thema ist die Schaffung von Wohnraum, und zwar bezahlbarem Wohnraum“, so Nieberle weiter. Damit stimmt er mit Amtsinhaber Iacob überein, der überzeugt ist, dass sein möglicher Nachfolger eine Wohnungsbaugesellschaft gründen müsse, um den Bau im Füssener Norden voranbringen. Auch Nieberle sieht hohe Anforderungen an das Sozialsystem der Stadt, vor allem Kitas und Ganztagsschulen seien ein Thema. „Die soziale Infrastruktur muss mitwachsen“, sagt er. Dies sei nicht in wenigen Jahren zu erledigen, Pläne müssten stetig weiterentwickelt, den aktuellen und künftigen Standards angepasst werden. Nieberle forderte außerdem ein Verkehrskonzept für Füssen, das auf breiter Basis umgesetzt werde und Aspekte wie Umweltschutz und Nachhaltigkeit berücksichtige.

von Angelika Hirschberg und Selma Höfer

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