Sonnenuntergang

Erinnerungen an den verstorbenen Künstler Hermann Moser

Hermann Moser im Januar 2016
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Hermann Moser im Januar 2016 bei einem Personaltreffen der Ehemaligen in der alten Aula der Fachschule, im Gespräch mit Rosemarie Zimmermann aus dem Schulsekretariat.

Kaufbeuren – Die Sonne war ein immer wiederkehrendes Motiv in den zahlreichen Werken von Hermann Moser. Am Dreikönigstag 2021 ist für den 85-jährigen Kunstpreisträger der Oberallgäuer Kunstausstellung (1985) und Kaufbeurer Kulturpreisträger (1989) die Sonne für immer untergegangen. Die Beisetzung fand im engsten Familienkreis statt.

Der am 24. August 1935 in Knechtenhofen geborene Hermann Moser hatte zunächst den Beruf des Malers erlernt und die Meisterprüfung abgelegt, bevor er an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg studierte und anschließend als Keramik-Künstler arbeitete. Ab 1964 lehrte er zudem über 31 Jahre an der Staatlichen Berufsfachschule für Glas und Schmuck. Dort war er auch von 1977 bis 1995 Ständiger Vertreter des Schulleiters.

In einem Nachruf schreibt Norman Weber, der Künstlerische Leiter der Glasfachschule: „Hermann Moser hat seine handwerkliche Meisterschaft und sein künstlerisches Talent ausgesprochen glücklich mit seinem Lehrerberuf vereint.“ Seinen Schülerinnen und Schülern sei er stets mit Achtung und Menschlichkeit begegnet und habe entscheidende Impulse für deren späteren beruflichen Werdegang gesetzt. Im Kollegium habe er die Atmosphäre der Schule durch sein heiteres und optimistisches Wesen geprägt. „Für sein Wirken als Künstler und Pädagoge sowie als liebenswerter Mensch wird Hermann Moser den Kolleginnen und Kollegen stets in guter Erinnerung bleiben“, so Weber. Von der Glasfachschule weg wurde Moser zu einem Lehrauftrag an der Universität Augsburg berufen.

Neben seiner Tätigkeit als Künstler und Lehrer engagierte sich Moser für das kulturelle Leben in Kaufbeuren. 1966 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Kulturrings, wo er Plakate, Urkunden und Logos gestaltete und 2016 zum Ehrenmitglied ernannt wurde. Ehrenmitglied im Tänzelfestverein war er bereits seit 2015. Ab 2006 hatte er Keramikbilder oder Collatypien (eine von ihm erfundene Kunstart) für die Tänzelfest-Schirmherren und -herrinnen gefertigt. „Und bei der Renovierung von Festwägen und Kutschen waren die von ihm selbst ausgeführten komplizierten Detaildarstellungen und seine Beratung nicht mit Gold aufzuwiegen“, erzählt Rosi Lauerwald vom Tänzelfestverein. Darüber hinaus arbeitete Moser im Vorstand der Kunsthaus-Stiftung, beim Freundeskreis des Stadtmuseums sowie bei etlichen weiteren Vereinen mit.

Der Tod Mosers riss nicht nur bei seiner Frau Gisa, die er im Jahr 1966 geheiratet hatte, und bei den beiden Kindern sowie allen Angehörigen, sondern auch in Kaufbeurens Kulturleben eine schmerzliche Lücke.

Ingrid Zasche

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