Den Ernstfall geprobt

Rotkreuzler aus dem gesamten Ostallgäu zeigen viel Einsatz in Terror- und Amokszenarios

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Über 50 Einsatzkräfte des BRK-Kreisverbands Ostallgäu üben beim Großunfallsymposium (GUS) in Bodelsberg für mögliche Terror- und Amoklagen.

Landkreis/Kempten – Mit großem Einsatz haben sich jetzt rund 400 ehrenamtliche Helfer des Bayerischen Roten Kreuzes auf dem Großunfallsymposium (GUS) am Standortübungsplatz Bodelsberg bei Kempten auf mögliche Terror- und Amoklagen vorbereitet. Bei vier aufwändig gestalteten Szenarien und Workshops konnten die Einsatzkräfte über das verlängerte Wochenende ab Christi Himmelfahrt trainieren, was bei solchen Einsätzen zu tun ist.

„Was unsere Ehrenamtlichen hier geleistet haben, macht mich stolz!“, resümierte Landesbereitschaftsleiter Michael Raut nach der Großübung. Auch aus dem BRK-Kreisverband Ostallgäu waren über 50 Einsatzkräfte mit dabei und sammelten wichtige Erfahrungen im Umgang mit terroristischen Einsatzlagen.

Sehr realistisch

Explosionen, Feuer und 150 geschminkte und schreiende Verletz­tendarsteller machten die Übungsszenarien erschreckend realistisch. Als Vorlage für die Drehbücher dienten die echten Anschläge von Nizza, Paris, Berlin und München. Die Einsatzkräfte wussten bis zur Alarmierung nicht, was sie erwartet. Die Versorgung von Schusswunden und Verletzungen durch Sprengstoff war für viele in der Praxis neu. Teilweise kamen während der Versorgung der Verletzten weitere Gewaltschauplätze hinzu und die Zahl der „Opfer“ stieg auf bis zu 100 an. „Hier kommt es darauf an, dass unsere Einsatzkräfte die Situation schnell erfassen und systematisch vorgehen“, erklärte Ostallgäuer BRK-Kreisbereitschaftsleiterin Gundula Fichtl aus Buchloe.

Erschreckend realistisch wird das Szenario eines Terroranschlags dargestellt und verlangt den Übenden viel ab.

„Jeder unscheinbare Einsatz kann auch für uns selbst durch Terror oder Amok zur Bedrohung werden“, sagte der Chef­organisator Dr. Michael Stemmler. Sei dies der Fall, muss die Polizei den Nahbereich um den Täter sichern, bis keine Gefahr mehr von ihm ausgeht. So lange müssen die Rotkreuzhelfer warten, um nicht selbst Ziel eines Angriffs zu werden.

Rund 400 Teilnehmer

Um das möglichst realistisch zu üben, kamen Polizeibeamte aus der Region in ihrer Freizeit auf das Übungsgelände und stellten die Terrorabwehr so dar, wie sie im Ernstfall aussehen kann.

Das Verbinden von Wunden gehört ebenfalls zu den vielfältigen Aufgaben während der Großübung.

Mit rund 400 Teilnehmern und nochmal so vielen Helfern für Verpflegung, Infrastruktur, Kommunikation und Verletztendarstellung war das Großunfallsymposium des BRK Schwaben die bisher größte Übung für Ehrenamtliche in Bayern. „Wir haben gezeigt, mit welcher Schlagkraft wir Terrorlagen begegnen können“, sagte Landesbereitschaftsleiter Michael Raut im Anschluss. „Ich bin von der Professionalität und Leidenschaft unserer ehrenamtlichen Rotkreuzhelfer beeindruckt.“ Er hoffe aber, dass Terror- und Amoklagen in der Region niemals Realität werden. „Durch das Großunfallsymposium sind wir nun besser darauf vorbereitet“, so Raut weiter.

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