Erpressung auf dem Schulhof

Zwei Kaufbeurer Schüler sind kürzlich vor dem Kaufbeurer Amtsgericht verurteilt worden. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass beide einen Mitschüler über längere Zeit wegen Geldes unter Druck gesetzt hatten. Ein Täter wurde wegen Nötigung zu einer Woche Dauerarrest und 60 Sozialstunden verurteilt, der andere, der bereits zuvor mit dem Gesetz in Konflikt geraten war, erhielt dagegen wegen Erpressung eine zehnmonatige Jugendstrafe auf Bewährung und 80 Stunden gemeinnütziger Arbeit sowie die Auflage zur Teilnahme an einem sozialen Trainingskurs.

„Es muss gezeigt werden, dass ein solches Verhalten nicht toleriert wird“, so der vorsitzende Richter. Er hegte am Ende der Verhandlung keinen Zweifel daran , dass die beiden 15- und 16-Jährigen ihren Mitschüler in einer Schule in Kaufbeuren über längere Zeit wegen Geld bedroht hatten. Bei ihrer Aussage leugneten die Angeklagten, dass sie dem 14-Jährigen mit Schlägen gedroht hatten, falls er ihnen nicht Summen zwischen 20 und 150 Euro in die Schule mitbringen würde. Es sei lediglich um eine geschuldete Summe von 20 Euro gegangen, die der Mitschüler noch bei ihnen offen gehabt habe, so die beiden einstimmig; nie sei aber von Bedrohung die Rede gewesen. Man habe ihn nur an die Schulden „erinnern“ wollen. Ganz anders sah dies aber der Klassenlehrer, der bei Gericht aussagte, der Schüler habe sich einem Lehrer anvertraut und zudem sei ihm selbst das Verhalten der beiden Angeklagten aufgefallen. Der Geschädigte sei stets ruhig und höflich gewesen, habe sich gegen die beiden Angeklagten einfach nicht wehren können. "Sonst gibt es Schläge" Noch während der Verhandlung scheute sich der Schüler, gegen seine beiden älteren Schulkameraden detailliert auszusagen. Er habe aber sicher keinem der beiden Geld geschuldet, zudem wurde im Verlauf der Verhandlung klar, dass außerhalb der Schule kein privater Kontakt zwischen den Jugendlichen bestand. Dagegen kam zur Sprache, dass der Geschädigte von einem anderen Mitschüler „gewarnt“ worden sei, er solle bloß keine Aussage bei der Polizei oder ähnliches machen – sonst gebe es Schläge. Ein älterer Schüler sagte aus, es sei auch in Alltag spürbar gewesen, dass die beiden Angeklagten den 14-jährigen ausgenutzt hätten: „Er musste ihnen ständig was kaufen“.

Auch interessant

Meistgelesen

Festzug mit Hindernissen
Festzug mit Hindernissen
Tänzelfesteröffnung 2017
Tänzelfesteröffnung 2017
Verkehrsunfall fordert vier Verletzte
Verkehrsunfall fordert vier Verletzte
100 Jahre Nagel-Wappen am Fünfknopfturm
100 Jahre Nagel-Wappen am Fünfknopfturm

Kommentare