Sonne macht den Strom fürs Wasser

Photovoltaikanlage in Aitrang als wirtschaftlich eingestuft

Hochbehälter: Aitrangs Bürgermeister Michael Hailand
+
Planungsgespräch am Hochbehälter: Aitrangs Bürgermeister Michael Hailand (rechts) mit dem Leiter des Gemeindebauhofs, Josef Zeller.

Aitrang – Als einen Schatz bezeichnete Bürgermeister Michael Hailand das Grundwasser auf der jüngsten Gemeinderatssitzung. Derzeit sei das kostbare Gut auch in ausreichender Menge vorhanden, sagte Hailand. Seine Förderung und seine Bereitstellung brächten jedoch auch spürbare Kosten mit sich. Rund 30.000 Kilowattstunden, so Hailand weiter, habe der 2015 in Betrieb genommene Trinkwasserhochbehälter an der Anhöhe des Krähbergs allein im vergangenen Jahr verbraucht.

Um diese Kosten merklich zu senken, hatte die Gemeinde im vergangenen Jahr beschlossen, die Wirtschaftlichkeit einer Photovoltaikanlage auf dem Dach des Hochbehälters zu prüfen. Die Anlage steht frei am Rande des Ortes und bekommt bei schönem Wetter den ganzen Tag über Sonne. Mit der Prüfung beauftragt hatte man den Umweltingenieur Manfred Eigler aus Marktoberdorf. Am vergangenen Montag legte Eigler nun seine Berechnungen mit einem eindeutigen Ergebnis vor: Die Wirtschaftlichkeit einer Photovoltaikanlage sei ganz klar gegeben. Den aktuell zu erwartenden Kosten von rund 35.000 Euro stünde ein jährliches Einspeise-Potenzial von derzeit gut 1000 Euro gegenüber, sowie ein Eigennutzungswert von knapp 200 Euro. Grundlage für diese Prognose sei eine, wie Eigler selbst es ausdrückte „vorsichtige Schätzung”, nach der die Anlage jährlich gut 25.000 Kilowattstunden Strom produzieren werde.

Die genaue Rendite sei außer vom Wetter noch von anderen Faktoren abhängig, wie zum Beispiel der Entwicklung von Strombedarf und Strompreis. Unter aktuellen Bedingungen prognostizierte Eigler, dass sich die Anlage durch Einspeisung und ihren Eigennutzungswert in knapp zwölf Jahren amortisieren werde, bei einer möglichen Strompreissteigerung von drei Prozent könnte die Anlage das bereits in knapp 8,5 Jahren schaffen. Steigen würden die Stromkosten aber auf jeden Fall, sagte Eigler, und verwies damit auf den bis 2022 geltenden bestehenden Vertrag der Gemeinde mit einem sehr günstigen Strompreis von derzeit 19 Cent. Insofern, schloss Eigler, sei es eine sinnvolle Investition, einen Teil des öffentlichen Strombedarfs selbst zu erzeugen. Darüber hinaus könne man mit der Anlage jährlich circa zehn Tonnen CO2 einsparen.

Den Einsatz von Batterieanlagen als Speicher hielt Eigler jedoch in diesem Fall für ungeeignet. Für Kindergärten und manche Büros, die gerade in den Abendstunden wenig bis keinen Strom verbrauchten, könnten sich laut Eigler Batterieanlagen lohnen, weil die sich in den Nachmittags- und Abendstunden aufladen könnten. Dies könne bei einem Hochbehälter nie der Fall sein, erklärte der Ingenieur, da die Pumpen dort, allein um den Wasserdruck für die Endverbraucher aufrecht zu erhalten, rund um die Uhr Strom aus den Batterien beziehen würden, so dass diese nie voll würden.

Die versammelten Gemeinderäte folgten den Ausführungen Eiglers und beschlossen einstimmig den Bau der Photovoltaikanlage auf dem Hochbehälter. Mit dem Bau der Anlage will man die Firma Vetter GmbH & Co KG aus Unterthingau-Kipfenberg beauftragen.

Felix Gattinger

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Jugendliche Autodiebe geschnappt
Kaufbeuren
Jugendliche Autodiebe geschnappt
Jugendliche Autodiebe geschnappt
Achtjähriger von Traktor überrollt
Kaufbeuren
Achtjähriger von Traktor überrollt
Achtjähriger von Traktor überrollt
Stracke (CSU) zieht direkt in den Bundestag, Ferschl (Linke) folgt über Landesliste
Kaufbeuren
Stracke (CSU) zieht direkt in den Bundestag, Ferschl (Linke) folgt über Landesliste
Stracke (CSU) zieht direkt in den Bundestag, Ferschl (Linke) folgt über Landesliste
Im Rausch geht 35-jähriger Mann auf Beamte los
Kaufbeuren
Im Rausch geht 35-jähriger Mann auf Beamte los
Im Rausch geht 35-jähriger Mann auf Beamte los

Kommentare