Im Sinne der Bürger

Buchloe: Reihenhäuser entstehen in Westendstraße – Kälteanlage für Karwendel-Werke

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Ruhiger und grüner soll es für die Bewohner der Karwendelstraße und Umgebung werden: Die Karwendel-Werke (Im Hintergrund) wollen hierfür eine alte Kälteanlage austauschen.

Buchloe – Nach den Erfahrungen der konstituierenden Sitzung richtete Erster Bürgermeister Robert Pöschl in der ersten Bauausschusssitzung dieser Legislaturperiode vor allem einen Appell an die Stadtratsmitglieder: Sich kurz zu halten. Da die Tagesordnungspunkte aber wenig Diskussionspotenzial boten und vor allem wohl im Sinne der Allgemeinheit waren, herrschte am vergangenen Dienstag Einigkeit im Sitzungssaal.

Stadtbaumeister Stephan Müßig stellte neben diversen kleinen Bauanträgen, die alle einstimmig genehmigt wurden, auch größere Projekte in der Stadt vor. So sollen in der Westendstraße acht Reihenhäuser mit Tiefgarage auf einem momentan noch bestehenden Firmengelände entstehen. Ein Bauantrag für ein Mehrfamilienhaus an selber Stelle war im Oktober 2018 eingereicht und abgelehnt worden. Die jetzige Lösung sei deutlich verträglicher, schon alleine, weil sich im angrenzenden Langwiesenweg bereits ein Reihenhaus befinde, sodass sich das Vorhaben gut einfüge. Grundsätzlich sahen es alle Mitglieder des Bauausschusses positiv, dass dieses Bauvorhaben mehr Wohnfläche im Zentrum schaffe.

Tausch der Kälteanlage

Auch die umliegenden Nachbarn der Karwendel-Werke können sich freuen. Die alte Kälteanlage soll gegen zwei neue Anlagen ausgetauscht werden. Im Vorfeld gab es Beschwerden aus der direkten Umgebung, weil die Kompressoren Tag und Nacht laufen würden. Bei Messungen wurde eine Pegelminderung von mindestens vier Dezibel durch einen entsprechenden Austausch berechnet, zusätzlich soll eine bessere Einhausung für Schalldämpfung sorgen. Neben diesem positiven Effekt verwies Pöschl auch auf die Verbesserung der energetischen Situation und die Erhöhung der Betriebssicherheit. Die Stadtratsmitglieder gaben dem Antrag statt, allerdings mit folgendem Zusatz: „Die Stadt Buchloe fordert, dass nach Errichtung der Anlage regelmäßig Lärmmessungen durchgeführt werden und die Ergebnisse der Stadt zur Verfügung gestellt werden“.

Im Rahmen der Sitzung informierte Müßig auch über die aktuelle Situation in der Landsberger Straße. Diese ist zur Zeit vollgesperrt. In zwei Bauabschnitten sollen bis Juni die Wasserleitungen, die noch aus den Anfangszeiten der Wasserversorgung in Buchloe von 1904 stammen, ausgetauscht werden. Während momentan in Richtung Kirche gesperrt ist, soll im zweiten Teil in Richtung Aral-Tankstelle gebaut werden. Eine entsprechende Umleitung ist bereits am Bahnhofs-Kreisverkehr ausgeschrieben. Es soll darüber hinaus sichergestellt werden, dass Anlieger zu Fuß jederzeit ihre Grundstücke erreichen können. Bei Einschränkungen mit dem Auto sollen die Anwohner rechtzeitig informiert werden. Stadtratsmitglied Maximilian Hartleitner (FDP) sprach an, dass in diesem Zuge auch eine Querungshilfe für die Kirchgänger geschaffen werden könne. Dieser Vorschlag wurde zwar für zukünftige Planungen mitgenommen, könne aber in der kurzen Zeit nicht umgesetzt werden.

Als Träger öffentlicher Belange hatte die Versammlung keine Bedenken gegenüber den eingereichten Baugebieten der Nachbargemeinden in Igling und Lamerdingen, zumal bei zweiterem sichergestellt wurde, dass es für einen entsprechenden Bebauungsplan keine Beeinträchtigung für den angrenzenden Radweg in Dillishausen gebe.

Bauausschuss-Mitglied Benjamin Leinsle (CSU) hatte sogar zwei Bitten für die nähere Zukunft. Zum Einen erinnerte er an eine Beleuchtung für die Outdoor-Fitness-Anlage. Diese solle bis Herbst fertig sein, gerade im Hinblick auf die aktuelle Corona-Lage. Zum Anderen plädierte Einsle im Zusammenhang mit einer Befreiung vom Bebauungsplan dafür, dass in Zukunft die Dinge nicht im Detail geregelt werden sollten, sondern liberaler gedacht werden solle. Man solle den Bauherren mehr Freiheit innerhalb der Regeln lassen. Rudolf Grieb (UBI) unterstützte diese Meinung. Die Bebauungspläne sollten vom Bauausschuss Stück für Stück vorgenommen werden. Entschieden wurde hierzu jedoch nichts.

Eine Entscheidung dürfte außerdem dem ein oder anderen interessierten Bürger entgegenkommen. Weil die Bauausschusssitzungen bis jetzt um 17 Uhr begannen, war es gerade für Berufstätige schwierig, an diesen teilzunehmen. Der Rat einigte sich darauf, zukünftig am Dienstag um 18 Uhr anzufangen.

von Agnes Reißner

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