Impfstart

Erste Corona-Impfungen in Kaufbeuren und im Ostallgäu erfolgt

Erste Corona-Impfung Kaufbeuren
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Gregor Blumtritt (re.), Ärztlicher Leiter der Impfzentren Kaufbeuren und Ostallgäu, impft zusammen mit Jürgen Kustermann vom BRK die 103-jährige Anneliese Frey.

Ostallgäu/Kaufbeuren – Die ersten Corona-Impfungen im Ostallgäu und in Kaufbeuren sind am gestrigen Sonntag verabreicht worden. Unter den ersten geimpften Personen war die 103-jährige Anneliese Frey aus Kaufbeuren.

Am Sonntag begann ein mobiles Impfteam des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) in Kaufbeuren mit den Impfungen gegen das Coronavirus. Von Gregor Blumtritt, dem ärztlichen Leiter für die Impfzentren in Kaufbeuren und dem Landkreis Ostallgäu, erhielt Anneliese Frey ihre Schutzimpfung. In rund 21 Tagen wird die zweite Impfdosis verabreicht. Am ersten Tag konnten laut Information aus dem Rathaus insgesamt 100 Impfungen in Kaufbeuren durchgeführt werden und somit planmäßig die gesamte erste Lieferung verimpft werden. Blumtritt habe sich über einen reibungslosen Ablauf gefreut und darüber, dass dem Virus nach vielen Monaten des Reagierens jetzt aktiv die Stirn geboten werden könne.

Im Marktoberdorfer Clemens-Kessler-Seniorenheim ließ sich Anna Langer als erste Freiwillige im Landkreis gegen das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 von Klaus Rieder vom Bayerischen Roten Kreuz impfen. Ein Mobiles Impfteam des Bayerischen Roten Kreuzes übernahm die Impfung der 85-Jährigen, die im Clemens-Kessler-Haus wohnt.

Die erste Impfung im Ostallgäu: Die 85 Jahre alte Anna Langer aus dem Clemens-Kessler-Haus in Marktoberdorf wurde vom Mobilen Impfteam des BRK in der Einrichtung geimpft. Auf dem Foto: Alexander Denzel (v. li.), Blanca Menzinger (beide BRK), Anna Langer und Klaus Rieder (BRK).

Für Anna Langer war klar, dass sie sich impfen lässt, teilt das Landratsamt mit. „Die Impfung ist der erste Schritt zurück in die Normalität, um wieder mehr soziale Kontakte zu bekommen“, freute sich die frisch geimpfte Seniorin. Auch der Leiter des Clemens-Kessler-Hauses, Andreas Hüller, ist froh, dass die Impfungen nun begonnen haben. „Ich freue mich sehr, dass unsere Einrichtung eine der ersten ist, in der Impfungen durchgeführt werden. Es ist der Grundstein, damit sich die sozialen Kontakte für unsere Bewohnerinnen und Bewohner mit ihren Angehörigen normalisieren können. Durch den Impfschutz ist gewährleistet, dass die größtmögliche Sicherheit gewährleistet ist.“

Die beiden Mediziner Dr. Erika Rössler und Dr. Michael Wanner, waren im Mobilen Impfteam mit dabei. Für Rössler ist es wichtig, dass die Impfung regelkonform ablaufen kann und „sich der Großteil der Bewohner einen guten Schutz durch die Impfung verspricht und der Impfung positiv gegenübersteht.“

Einen emotionalen Moment sah Wanner in der Premiere. „Die Impfung ist ein Meilenstein der modernen Medizin“, ist sich der Mediziner sicher. Auch Landrätin Maria Rita Zinnecker sieht den gestrigen Tag als einen möglichen Wendepunkt im Kampf gegen Corona. „Wir haben den Impfstoff und viele Impfwillige. Mich freut es besonders, dass sich gerade in den Einrichtungen für Senioren und Pflegebedürftige viele impfen lassen. Die besonders schutzbedürftigen Gruppen gehen mit guten Beispiel voran. Wenn wir alle nachziehen, ist unser Alltag bald wieder ohne Einschränkungen möglich und wir können die Pandemie besiegen“, appelliert Zinnecker auch an die Bürgerinnen und Bürger. An der Impfstoffmenge werde es nicht scheitern: „Wir erhalten regelmäßig Nachschub“, so Zinnecker. Das BRK ist nun die nächste Zeit in den Einrichtungen nach dem Impfplan unterwegs.

Jeder zweite coronabedingte Todesfall in Deutschland wird gegenwärtig bei den über 80-Jährigen verzeichnet. Diese leben sehr häufig in Senioren- oder Pflegeeinrichtungen. Es verstehe sich von selbst, schreibt die Stadt Kaufbeuren, dass diese besonders betroffenen Personen deshalb vordringlich vor dieser Krankheit geschützt werden müssen. Die Coronavirus-Impfverordnung (CoronaImpfV) des Bundes sieht dies mit einer höchsten Priorität für die Bewohnerinnen und Bewohner sowie das Personal solcher Einrichtungen ebenfalls vor. Bayern habe deshalb schon frühzeitig, gemeinsam mit den regionalen und überregionalen Trägern solcher Einrichtungen, intensive Vorbereitungen für einen Impfbeginn am 27. Dezember getroffen. Diese Planungen betreffen vorwiegend organisatorische und logistische Fragestellungen, aber auch eine zielgruppenorientierte Information der Impfberechtigten. Angesichts der Tatsache, dass viele dieser Einrichtungen bereits hervorragend selbstorganisiert seien, werde das überwiegende Impfangebot mit Mobilen Impfteams zunächst direkt dort stattfinden. Die Information der Impfberechtigten in den Einrichtungen erfolge durch die Einrichtungen selbst.

kb

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