Planung für ein neues Feuerwehrgerätehaus in Mauerstetten beginnt

Erste Schritte nach Eklat im Gemeinderat

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In die Jahre gekommen: Das Feuerwehrgerätehaus der Gemeinde Mauerstetten am derzeitigen Standort.

Mauerstetten – Wann und wie geht es mit den Planungen für den Bau eines neuen Feuerwehrgerätehauses weiter? Das war im Kern die Frage, um die sich die Diskussion bei der jüngsten Gemeinderatssitzung in Mauerstetten drehte. Während ein Teil sich für eine zeitnahe Aufnahme der Planungen aussprach, brachte ein anderer Teil ebenso seine Argumente für ein Abwarten zum Ausdruck. Bürgermeister Armin Holderried konnte am Ende der Aussprache nach seinen Worten zwar keine eindeutige Richtung ausmachen, erhielt aber für den von ihm formulierten Vorschlag eine klare Mehrheit.

Die seit Jahren von der Aufsichtsbehörde kritisierte Feuerwache ist schon länger in der Diskussion. Im Januar 2017 hatte man sich zu einer Bestandsaufnahme entschlossen, die als Ergebnis dann im September einstimmig einen Neubau vorsah. Inzwischen wurde auch ein Grundstück für einen Neubau unmittelbar am Kreisel an der Kaufbeu­rener Straße gefunden und von der Gemeinde erworben, welches aufgrund seiner Lage und Zufahrt für ein Feuerwehrgerätehaus geeignet ist.

Später anpacken

Bei den für ein Abwarten plädierenden Räten spielten hauptsächlich die bereits auf dem Weg befindlichen Projekte wie Sporthalle, Schule und Kindergarten sowie daraus befürchtete, eventuell resultierende finanzielle Unwägbarkeiten eine Hauptrolle. Margit Baudisch wollte zwar die Änderung des Bebauungsplanes auf den Weg bringen, aber ansonsten erst die Entwicklung bei der Sporthalle abwarten. Dies sahen Werner Semtner und Christian Schneeweiß bezüglich einer Gefahr auflaufender Kosten ähnlich. Manfred Höbel wollte das Projekt zwar nicht auf Eis legen, aber „Schritt für Schritt vorgehen“, sich nicht auf einen Termin „festnageln“ und sah auch keine Gefahr für das Abwarten bis zum Ende des Jahres. Johannes Nieberle sagte, nicht nur die Feuerwehr sei eine Pflichtaufgabe, und befürchtete, dass es mit den anderen Riesenbrocken zu viel auf einmal würde. Peter Niederthanner wollte warten, bis die Sporthalle im Rohbau steht, und sah Chancen, aufgrund jetzt boomender Bauwirtschaft später eventuell günstiger bauen zu können. Martin Vater wollte ein Zeitfenster festlegen, sich „aber nicht verzetteln“ und das Grundstück im Ort für die Gastronomie nicht aus den Augen verlieren.

Jetzt beginnen

Holderried stellte klar, dass es sich um eine Pflichtaufgabe der Kommune handele und der Zeitbedarf bei einer jetzt beginnenden Planung eventuell 2020 zu einem Neubau führen könnte. Bezüglich der Gastronomie verwies er darauf, dass es für den „Sonnenhof“ einen bis 2030 laufenden Vertrag gebe. Günter Ziegler machte deutlich, dass er als Kommandant für die Einhaltung der Vorschriften, der Sicherheit seiner Leute und der Funktionsfähigkeit der Feuerwehr verantwortlich sei. Er sehe den Neubau „nicht in Konkurrenz zu anderen Projekten und möchte ein Zeichen setzen und anfangen“.

Dies unterstützte Wolfgang Völsch, der die Pflicht sah, den bestehenden Missstand abzustellen. Er sehe keinen Sinn darin, „den Zug anzuhalten“ oder das Projekt „auf Eis“ zu legen. Es dauere sowieso länger und man müsse für die ehrenamtlich Tätigen auch vertretbare Rahmenbedingungen schaffen. Christian Plötz („wir sind finanziell so gut aufgestellt, dass wir das stemmen können“) und Michael Marx plädierten ebenfalls aufgrund des Vorlaufs für weitere Schritte und einen Anfang der Planung. Martina Burg sagte, gerade weil viele Projekte parallel verliefen, sollte die Gerätehausplanung im Hintergrund weiterlaufen. Zudem könne es später auch teurer werden.

Am Ende fand der Vorschlag der Verwaltungsspitze eine Mehrheit mit 15:2. Demzufolge werden in einem ersten Schritt infrage kommende Feuerwehrgerätehäuser gemeinsam von Feuerwehr und Bauausschuss besichtigt. In einem weiteren Schritt sollen dann geeignete Architekten erkundet und danach ausgewählt werden.

Aussprache: Gemeinderat nimmt Arbeit auf

Der Mauerstettener Gemeinderat hat seine Arbeit nach zwei Monaten Stillstand wieder aufgenommen. Nach einem Eklat bei der ersten Sitzung Mitte Januar hatten sieben Ratsmitglieder die öffentliche Sitzung gleich zu Beginn verlassen. Hintergrund waren damals nach Darstellung der Räte schon länger schwelende Differenzen in der Zusammenarbeit mit Bürgermeister Armin Holderried. Es kam zum medialen Schlagabtausch, bei dem aber beide Seiten ihre Gesprächsbereitschaft für die weitere Zusammenarbeit bekundeten. Das ist in den letzten Wochen geschehen.

Wie Bürgermeister Armin Holderried auf Anfrage des Kreisbote mitteilt, habe es „verschiedenste Gespräche und auch eine Mediation mit einem externen Berater“ gegeben, „an der das komplette Gremium teilgenommen hat“. „Wir sind zuversichtlich“, so Holderried in einer Stellungnahme, „dass es uns gelingen wird, wieder eine konstruktive Arbeitsebene zu finden, um unsere Aufgaben, nämlich unsere Gemeinde im Sinne unserer Bürgerinnen und Bürger zu entwickeln, wieder angehen zu können.“ Dies wird auch aus dem Kreis der Räte bestätigt, die sich über die Zusammenarbeit beklagt hatten. „Wir sind guter Hoffnung, eine gemeinsame Basis gefunden zu haben und jetzt konstruktiv weiter arbeiten können“, heißt es aus deren Reihen.

von Wolfgang Becker

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