Heimatliche Spuren

Erste Sonderausstellung im sanierten und erweiterten Isergebirgs-Museum

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„Kann Spuren von Heimat enthalten“ – ähnlich wie seinerzeit die Ausstellung „Heimat geht durch den Magen“, jedoch für alle Regionen des Deutschen Ostens.

Kaufbeuren-Neugablonz – Trotz der „Erweiterung“ konnte die neu geschaffene „Kleine Galerie“ den Andrang kaum fassen, als kürzlich die erste Ausstellung im sanierten und erweiterten Isergebirgs-Museum eröffnet wurde.

Der Stiftungsratsvorsitzende des Isergebirgs-Museums, Dr. Martin Posselt, hatte sich „23 Jahre lang auf diesen Tag gefreut“. Zu Beginn des Museumsbaus war ein großer Teil der erhofften Fördermittel ausgeblieben, so dass nur ein Torso des geplanten Gebäudes errichtet werden konnte. „Ab heute ist es kein Torso mehr!“ Natürlich sei noch nicht alles fertig, vor allem fehle noch die Fassade, aber die modernst ausgestattete „Kleine Galerie“ mit Deckenbeamer, versenkbarer Leinwand und mobiler Trennwand zur „Großen Galerie“ (dem bisherigen und aktuellen Sonderausstellungsraum) sowie der Museumstheke sei schon jetzt für Veranstaltungen zum Beispiel von Vereinen nutzbar. Posselt dankte allen Mitarbeitern für ihr Engagement in der Zeit des Umbaus, allen voran der 2. Stiftungsratsvorsitzenden Gertrud Hoffmann, die für Museumsleiterin Ute Hultsch während deren Elternzeit eingesprungen war, die inzwischen beendet ist. Vor allem bemerkenswert sei der Aufbau der Ausstellung innerhalb von 48 Stunden – drei Tage zuvor waren an der gleichen Stelle noch Handwerker im Einsatz.

Die Ausstellung „Kann Spuren von Heimat enthalten“ ist eine Wanderausstellung des Hauses des Deutschen Ostens. Dessen Direktor, Prof. Dr. Andreas Otto Weber, war nicht nur als Zuwendungs- und Leihgeber anwesend, sondern führte auch in die Ausstellung über „Essen und Trinken, Identität und Integration der Deutschen des östlichen Europa“ ein. Quasi als Katalog zur Ausstellung stellte er zudem das gleichnamige Kochbuch vor. Es enthält eine Auswahl typischer Rezepte der Deutschen aus dem Baltikum, aus Ostpreußen, Pommern, Schlesien, Böhmen und Mähren und aus der Bukowina, der Russland- und Karpatendeutschen, der Donauschwaben und Siebenbürgen.

Oberbürgermeister Stefan Bosse stellte in seinem Grußwort fest, dass die Stadt dem Museum schon immer verbunden gewesen sei und der Stadtrat die Fördergelder immer einstimmig bewilligt habe. Schon als 1996 das Projekt ins Stocken geraten sei, war man gemeinsam entschlossen: „Wir schaffen das“.

Musikalisch stimmungsvoll umrahmt wurde die Eröffnung vom „Hornquartett der Musikschule Kaufbeuren“ unter ihrem Lehrer Johannes Bernhard. Im Anschluss daran durften die Besucher nicht nur wie üblich die Ausstellung ansehen, sondern auch die Museumstheke einweihen und im Stockwerk darüber die neuen Verwaltungs-, Archiv- und Depoträume besichtigen. Noch sind sie leer. Wenn sie erst einmal eingeräumt sind, werden sie für die Öffentlichkeit nicht mehr zugänglich sein.

Die Ausstellung ist noch bis zum 19. April 2020 im Isergebirgs-Museum Neugablonz, Bürgerplatz 1, zu sehen. Geöffnet täglich (außer Montag) von 14 bis 17 Uhr. Weitere Informationen finden sich im Internet unter www.isergebirgs-museum.de.

Ingrid Zasche

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