Erste Untersuchungen für Fliegerhorstgelände abgeschlossen

Anbindung ist ein Schwerpunkt

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Die in der Grafik als „Trasse A“ dargestellte Osttangente ist das vorrangige Ziel der Stadt für eine Verbesserung der Verkehrsströme.

Kaufbeuren – Vor wenigen Tagen präsentierte die Stadt eine gespannt erwartete erste Untersuchung zum Fliegerhorst-Areal. Viel Neues kam dabei allerdings nicht zum tragen – klar wurde, dass die Verkehrsanbildung eine bedeutende Rolle bei der weiteren Nutzung des Geländes spielen wird. Geplant ist außerdem eine "Bürgerwerkstatt".

„In der öffentlichen Wahrnehmung ist seit der Schließungsentscheidung der Bundeswehr wenig passiert“, so Oberbürgermeister Stefan Bosse zu Beginn der Informationsveranstaltung zur Konversion des Fliegerhorstes am vergangenen Dienstag. In der mit 80 Prozent vom Freistaat geförderten „Vorbereitenden Unter- suchung zu einer städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme“ war 2012 ein hoch- rangig besetztes Planungsteam beauftragt worden. Die ersten Ergebnisse waren in dieser Woche zunächst dem Stadtrat in einer Sitzung und anschließend der Öffentlichkeit im Rathaus präsentiert worden. Die Anbindung des Geländes stellte sich dabei als eine Herausforderung in der Zukunft dar. 

Auf Einladung der Stadt Kaufbeuren erläuterten Jochen Baur von SEP StadtEntwicklungPlanung und Dr. Ing. Hans Peter Dürsch vom D I S Dürsch Institut für Stadtentwicklung den Zwischenbericht über die vorbereitenden Untersuchungen des Fliegerhorstgeländes. Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) als Eigentümer des Geländes war, ver- treten durch Max Neppl, ebenfalls anwesend. Der OB erläuterte in einer kurzen Einführung die Ziele dieser Unter- suchung, die in Teilen auch die Ergebnisse des Europan-Wettbewerbes (wir berichteten) enthielt. 

In erster Linie dienen die Resultate dem Dialog mit Institutionen wie der BImA und der Bundeswehr sowie den Bürgern der Stadt. Sie sollen außerdem die Ziele der Stadt- entwicklung aufzeigen, die mit der Konversion einen umfassenden städtebaulichen Ansatz für die Nachnutzung verfolgt. Dabei sollen Bauflächen für hochwertige Arbeitsplätze beispielsweise in den Bereichen Technologie, Ausbildung, Forschung oder Dienstleistung ebenso entstehen wie für Wohnbebauung. Aber auch Areale für Freizeit, Erholung sowie Gemeinbedarfsflächen für kulturelle und soziale Einrichtungen sind möglich und vorgesehen. Dabei wird ein großer Wert auf eine möglichst enge Verknüpfung mit der Innenstadt und gute Einbindung in die bestehende Umgebung gelegt. 

Chancen und Schwächen 

Beginnend mit einem historischen Abriss über nahezu hundert Jahre von der einstigen Wiese mit dem Tänzelhölzchen bis zur heutigen Nutzung erläuterte Jochen Baur das 230 Hektar große Areal. Nach derzeitigem Stand sind rund 50 Hektar bebaut, 20 Hektar bestehen aus Wald und 160 Hektar aus Freiflächen. Grundsätzlich bestehe die große Chance der Fläche durch ihre optimale Beziehung zur Altstadt. Dadurch bietet sich eine gute Möglichkeit zur Wohnbebauung, die trotz der demografischen Entwicklung mit weniger jüngeren und mehr älteren Menschen zu einem Anstieg bei den Haushalten und damit zu einem erhöhten Wohnbedarf führen wird. Eine Schwäche stellt die „Insellage“ der Hochebene durch die Hangkante im Osten für eine überörtliche Anbindung an die wichtigen Verkehrsachsen wie B 12 und B 16 dar. Von den dafür vorgestellten Varianten will die Stadt die Lösung der schon seit Langem diskutierten sogenannten „Osttangente“ aufgreifen und verfolgen. Für Lösungen im Süden Kaufbeurens („Südtangente“) zwischen B 12 und dem Fliegerhorst wird langfristig keine Machbarkeit gesehen. 

Bürgerbeteiligung 

Mit den jetzigen Resultaten liegt nach den Worten von Dr. Dürsch eine Diskussionsgrundlage auf dem Tisch, die, beginnend mit einer „Bürgerwerkstatt“ im ersten Halbjahr, den Anfang der Bürgerbeteiligung darstellt. 

Die Ergebnisse der Untersuchung sind im Foyer des Rathausneubaus bis zum 21. Februar 2014 während der üblichen Öffnungszeiten großformatig ausgestellt und außerdem auf der Homepage der Stadt Kaufbeuren bereitgestellt. von Wolfgang Becker

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