"Behördenstandort stärken"

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Gelungene Baumaßnahme: Harmonisch bildet der Anbau mit dem Bestand eine Einheit.

Kaufbeuren – „Mit der Kassenzentralisierung stärken wir den Behördenstandort Kaufbeuren“, sagte Bayerns Finanzminister Dr. Markus Söder anlässlich der Einweihung des Erweiterungsbaus am Finanzamt Kaufbeuren vergangene Woche. Der wurde erforderlich, weil Kaufbeuren eine von zwei zentralen Finanzkassen im Regierungsbezirk Schwaben erhält. Damit verbunden ist eine Aufstockung von zehn auf 32 Arbeitsplätze.

Die neue zentrale Finanzkasse übernimmt neben Kaufbeuren und dem Ostallgäu auch die Zuständigkeit für die Finanzämter Kempten, Lindau und Memmingen. Die Baukosten in Höhe von 1,7 Millionen Euro für den Anbau mit 625 Quadratmeter Nutzfläche wurden gegenüber der Planung deutlich unterschritten.

„Mit der Bündelung der Finanzkassen macht Bayern einen weiteren wichtigen Schritt zum modernen Staat. Die Neuorganisation sorgt für verbesserte Arbeitsabläufe und mehr Effektivität“, betonte Söder. Ohne eine leistungsfähige Finanzverwaltung gehe es nicht, dafür gebe es genügend Beispiele. Dazu gehöre aus seiner Sicht nicht nur eine entsprechende Personalausstattung, sondern auch eine angemessene Alimentierung der Beamten, denn auf der anderen Seite gebe es genügend „Steuervermeidungsprofis“. Die 15-prozentige Einsparung gegenüber der mit 1,97 Millionen Euro genehmigten Baumaßnahme bezeichnete der Minister als „starke Leistung“. Er nutzte auch die Gelegenheit zur Verkündung seiner Ziele vor dem Hintergrund von Rekordsteuer­einnahmen und -niedrigzins: Abschaffung des Solidaritätsbeitrages, Steuersenkungen für mittlere Einkommen und dauerhafte Abschaffung der kalten Progression.

Oberbürgermeister Stefan Bosse freute sich über die Inbetriebnahme: „Eine wunderbare Eröffnung und von diesen Anlässen dürfen es gerne mehr sein!“ Die Staatsregierung unterstütze die Stadt wirklich nach Kräften und sein Dank galt auch den anwesenden MdL Angelika Schorer und Franz Pschierer (beide CSU) sowie Bernhard Pohl (FW) für deren Engagement und „das Rühren der Werbetrommel für Kaufbeuren“. Die Stadt habe nun mal mit Abstand die geringsten Steuereinnahmen pro Kopf unter den kreisfreien Städten in Bayern. Andererseits zähle das Kaufbeurer Finanzamt laut einer Erhebung zu den kundenfreundlichsten in Deutschland, ergänzte Bosse schmunzelnd.

Landrätin Maria Rita Zinnecker bezeichnete in ihrem Grußwort die Berücksichtigung des ländlichen Raumes als „Impuls und indirekte Wirtschaftsförderung für Kaufbeuren und die Region“ welche die Kaufkraft stärke. Sie nutzte die Möglichkeit, „den Weg zum Finanzamt Kaufbeuren mit dem Ausbau der B 12 bis Kempten“ als „großes Anliegen“ an den Minister heranzutragen. Die stellvertretende Leiterin des Bauamtes in Kempten, Cornelia Bodenstab, sprach von einer „gelungenen Baumaßnahme“ und einem „maßgefertigten Anzug“ des dreigeschossigen Anbaus an dem bereits 2008 errichteten Neubau.

Amtsleiter Lutz Bachmann konnte neben Vertretern aus Politik und Verwaltungsbehörden auch Dr. Roland Jüptner als Präsident des Bayerischen Landesamt für Steuern sowie zahlreiche Mitarbeiter begrüßen. Er erläuterte die Notwendigkeit des Anbaus aufgrund des erweiterten Zuständigkeitsbereiches und dankte allen daran beteiligten Stellen.

Hintergrund für die Zentrale Finanzkasse in Kaufbeuren – eine der bayernweit von 80 auf 19 reduzierten – war eine 2015 vom Staatskabinett beschlossene Behördenverlagerung, welche die Verlegung von insgesamt 2225 Beamtendienststellen aus über 50 Behörden von Ballungszentren in ländliche Regionen Bayerns vorsieht. Kaufbeuren erhält im Rahmen dieses Konzeptes insgesamt 110 Stellen. Darunter fallen neben den 100 Mitarbeitern des Landesamtes für Finanzen (LfF) auch die Eingabestelle „Bayern Direkt“ der Bayerischen Staatskanzlei sowie das neue „BayernLab“ als regionales IT-Zentrum. Letzteres bietet schnellste Internetanbindung und diverse Dienstleistungen, die auch örtliche Unternehmer nutzen können.

von Wolfgang Becker

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