Stadt und Vereinsführung geben positive Fortführungsprognose bekannt

"Der ESVK hat eine Zukunft!"

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„Cold Showers“ (kalte Schauer) liefen ESVK-Vorstand Kurt Dollhofer (links) nach eigener Aussage in den vergangenen Wochen des öfteren über den Rücken. Aber mit gemeinsamer Anstrengung habe man es geschafft, dem ESVK eine Zukunft zu geben. In der Mitte OB Stefan Bosse, rechts Vorstandsmitglied Karl-Heinz Kielhorn.

Kaufbeuren – Seit Freitag ist es eine Tatsache: Das Beten und Bangen der ESVK-Fans um den Fortbestand ihres Profi-Vereins nach der Stadionkrise ist von Erfolg gekrönt.

„Der Durchbruch ist geschafft, die Zukunft des Eissports in Kauf- beuren ist gesichert“. Die Erleichterung und Freude war Oberbürgermeister Stefan Bosse bei diesen Worten deutlich anzu- merken. Schließlich hatte die Zukunft des Kaufbeurer Profi-Eishockeyvereins nach der Stadionschließung und den da- rauffolgenden finanziellen, organisatorischen und juristischen Hürden ersteinmal in den Sternen gestanden. Nun konnten der OB und die ESVK-Vorstandsmitglieder Kurt Dollhofer und Karl-Heinz Kielhorn bei einer eigens einberufenen Pressekonferenz am Freitag die „positive Fortführungsprognose“ verkünden. Nun kann die Stadt die Arbeiten am Stadion mit gutem Gewissen beginnen. 

Rettung mit Tücken

Aktuell beginnen die Sicherungsarbeiten am Eissportstadion, die dazu führen sollen, dass die Arena zur kommenden Saison im Herbst mit Einschränkungen bespielbar ist. „Wir haben unseren nun eingeschlagenen Weg juristisch und notariell abgesichert. So soll verhindert werden, dass die Stadt, die Vorstände oder andere Beteiligte Geld in ein Projekt stecken, das am Ende so nicht rechtens ist“, betonte Oberbürgermeister Bosse. Und das nicht ohne Grund: Hatte sich doch bei genauer Prüfung in der Vergangenheit ergeben, dass die Stadt laut EU-Beihilferecht nicht unbegrenzt Fördermittel beziehungsweise Kredite für einen Profi-Verein zur Verfügung stellen darf (wir berichteten). Und auch der „Heimfall“ des Stadions im Rahmen des bestehenden Erbbauvertrages hielt, so Bosse, einige Tücken bereit. Denn, auch wenn das Stadion reell keinen Wert besitzt, rein rechnerisch bildete es ein Kapital des Vereins. Aber: „Der ESVK befindet sich auch ohne Eigentumsrecht am Eissportstadion nach aktueller Prognose in wirtschaftlich sicherem Fahrwasser“, so das Fazit des Bürgermeisters und der ESVK-Vorstände. „Auch ohne das Stadion im Bilanzvermögen ist die Zukunft des Traditionsvereins gesichert“. 

Große Unterstützung von allen Seiten

Wochen mit intensiver Arbeit liegen nach eigener Aussage hinter den Verantwortlichen im Verein. Letztlich habe aber die große Unterstützung von Seiten der Fans und Sponsoren, der Sparkasse Kaufbeuren, der Stadt sowie ein hoher persönlicher Einsatz der drei geschäftsführenden Vorstände – auch in finanzieller Hinsicht – zu diesem Ergebnis geführt. „Wir haben alle an einem Strang gezogen – zusammen für unseren ESVK“, resümierte Bosse. Allerdings ist dieser Erfolg eigentlich erst der Anfang der Arbeiten, denn um das Stadion im September wieder bespielen zu können, arbeiten alle Akteure mit Hochdruck an der Verwirklichung. Die Stadt Kaufbeuren investiert dazu heuer voraussichtlich rund eine Million Euro. Zusätzlich stellt sie dem Verein 220.000 Euro als zinsloses Darlehen zur Verfügung. 100.000 Euro wurden darüberhinaus im Rahmen eines Sonderprogramms aufgewendet, um den Auswärtsbetrieb der vergangenen Saison stemmen zu können. Wichtig war für Bosse in diesem Zusammenhang, dass diese Maßnahmen einstimmig vom Stadtrat beschlossen worden seien. Zudem hatten sich die Vorstände mit ihren Privatvermögen engagiert, wollten aber in diesem Zusammenhang keine genauen Summen nennen. 

Die geplanten Sicherungsarbeiten ermöglichen nun laut Planung eine Restnutzungszeit der Sportstätte bis Juni 2017. Aus diesem Grund prüft die Stadtverwaltung gleichzeitig mögliche Alternativen für den Eissport in Kaufbeuren. Eine davon könnte die Generalsanierung des Stadions am Berliner Platz oder der Neubau eines Stadions an anderer Stelle im Stadtgebiet sein. „Es gibt nur drei Möglichkeiten: ein neues Stadion, eine Generalsanierung, oder gar nichts tun“, stellte Bosse klar. Alle notwendigen Grundlagen und Informationen für diese Entscheidung sind voraussichtlich im Jahr 2014 ermittelt. 

Heiße und kalte Schauer

Vorstandsmitglied Kurt Dollhofer sprach in seiner Stellungnahme von einer Zeit mit „heißen und kalten Schauern“ über einige Wochen aufgrund fast täglich wechselnder Vorzeichen. Mit dem ESVK habe man es geschafft, „den größten Nachwuchsverein in Deutschland“ zu retten: „Für knapp 400 Kinder im Nachwuchsbereich des ESVK sind dies heute ausgezeichnete Nachrichten“, ließ sich Dollhofer vernehmen. Vorstand Karl-Heinz Kielhorn merkte an, wie wichtig dieser Durchbruch auch für die Angestellten im Verein sei. Dieser könne auch künftig nicht nur seinem sportlichen Anspruch, sondern auch seiner Verantwortung als Arbeitgeber gerecht werden. „Alle Angestellten haben in der Ausnahmesituation der letzten Zeit toll zusammengehalten“, beschrieb er die Stimmung im Verein. von Michaela Frisch

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