Haushalt Marktoberdorf 2018

Ein Etat mit ordentlichen Einnahmen

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Die Brücke für Fußgänger und Radfahrer, die über die B 472 führt und die Innenstadt mit dem Schulzentrum verbindet. Für die Sanierung sind im Haushalt 250.000 Euro vorgesehen. Laut Stadtbauamtschef Ralf Baur hat ein Ingenieurbüro bei der Prüfung Handlungsbedarf festgestellt.

Marktoberdorf – Von einer „ordentlichen Einnahmesituation“ sprach Bürgermeister Dr. Wolfgang Hell, als er im Finanzausschuss die fünfstündige Beratung zum Haushalt 2018 eröffnete. Der Entwurf sei „positiver“ als der von 2017, verglich der Rathauschef. Die freiwilligen Leistungen an Vereine und Verbände seien „auf einem hohen Niveau“.

Wie Kämmerer Wolfgang Guggenmos erklärte, hat das Finanzpaket der Ostallgäuer Kreisstadt heuer ein Volumen von 59,2 Millionen Euro. Die Mitglieder des Finanzausschusses stimmten dem Haushaltsentwurf nach ausführlicher Beratung mit zwölf zu einer Stimme zu. Am nächsten Montag soll der Haushalt 2018 den Stadtrat passieren. Die Neuverschuldung von 700.000 Euro ist heuer als Puffer für Unvorhergesehenes zu bewerten – nicht aber für ein bestimmtes Großprojekt.

Dagegen war beim Votum im Ausschuss Christian Vávra von den Grünen. Er begründete sein Nein damit, dass die Richtung zwar langsam stimme, er aber auf der Ausgabenseite noch Disziplin vermisse. Da sei im Verwaltungshaushalt auf lange Sicht eine Million Euro einzusparen.

„Schade, schade, schade“, entgegnete Arno Jauchmann von der CSU. Vávra solle sich doch der Verantwortung stellen. Wenn’s drauf ankomme und es opportun sei, sage Vávra dann gern: „Ich habe dagegen gestimmt“, kommentierte Jauchmann dessen Ablehnung.

„Ich sehe, jetzt wird die Stimmung gereizter“, befand Bürgermeister Hell und schob die Brotzeitpause ein, bevor es mit dem Etat der Stadtwerke, der Seelhausstiftung und der Götz-Stiftung weiterging. Diese wurden allesamt einmütig verabschiedet – ebenso wie die mittelfristige Finanzplanung der Stadt bis ins Jahr 2021.

Familienzentrum und Kindergarten

Dicke Brocken in Marktoberdorf sind aktuell zwei Kindertagesstätten. Das ist zum einen das Familienzentrum im Norden der Stadt, wo heuer noch eine Abschlussrate von gut einer halben Million Euro fällig ist. Die zweite Investition ist der neue Kindergarten St. Martin an der Saliterstraße, der in den nächsten Jahren mit gut vier Millionen Euro errichtet wird. Dafür hat Kämmerer Guggenmos 2018 eine Million Euro in den Etat eingestellt.

800.000 Euro sind berücksichtigt für Planungskosten zum Neubau der Martinsschule mit Hort. Sechsstellige Beträge sind zudem für mehrere Straßen- und Brückenbauprojekte vorgesehen. Dazu gehören die Schlussrate für den Ausbau der Ruderatshofener Straße samt Hort (600.000 Euro), aber auch die Sanierung der Brücke für Fußgänger- und Radfahrer über die B 472, die von der Innenstadt zum Schulzentrum führt (eine Viertelmillion Euro).

Einleuchtend erschien den Räten, dass auch in die Straßenlampen investiert wird. Das betrifft neue Laternen, aber vor allem die Umstellung auf energiesparende Leuchtmittel. Für den Bauhof soll als Ersatz für eine alte Maschine ein Schlepper beschafft werden (200.000 Euro), für Umbau und Erweiterung beim Feuerwehrhaus Thalhofen sind 240.000 Euro vorgesehen.

Die Kirchenrenovierung in Leuterschach wird heuer mit 110.000 Euro bezuschusst. Nicht geknabbert wurde an den freiwilligen Leistungen an Vereine, Verbände, Sport, Kultur und Soziales. So kriegen Stadtkapelle und Jugendblasorchester jeweils 14.000 Euro (vorwiegend für Dirigentenleistungen) und die Musikvereine in den Ortsteilen jeweils circa 3000 Euro. Der Zuschuss an das Bläserensemble entfällt ganz (zuletzt 1000 Euro). Für die Chormusik werden 40.000 Euro gewährt, davon sind 35.000 Euro für das Festival Musica Sacra. Der Orff-Chor erhält 2500 Euro.

jj

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