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Ex-Wirtschaftsminister Pschierer wechselt zur FDP

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Von: Kai Lorenz

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Franz Josef Pschierer
Franz Josef Pschierer (CSU), ehemaliger Wirtschaftsminister, nimmt an einer Pressekonferenz teil. © Soeren Stache/dpa/Archivbild

München/Allgäu - Der Allgäuer Landtagsabgeordnete Franz Pschierer werde noch am Mittwoch seinen Wechsel zur FDP-Fraktion verkünden, heißt es auf den Fluren des Landtags. Noch sind einige Gespräche zu führen, Parteifreunde und Ex-Parteifreunde zu informieren, aber für den Nachmittag haben die Liberalen zu einer Pressekonferenz geladen. Bei der CSU ist dem Vernehmen nach das Austrittsschreiben am Mittag eingegangen.

Offiziell bestätigt wurde die Personalie zunächst nicht. FDP-Fraktionschef Martin Hagen lud für den Nachmittag aber kurzfristig zu einer Pressekonferenz ein. Aus der CSU hieß es am Mittag, Pschierer sei bereits aus der Fraktion ausgetreten. Die kurze Austrittserklärung sei am Mittwoch dort eingegangen.

In CSU-Kreisen wurde am Mittwoch gemutmaßt, dass ein möglicher Machtkampf um die Landtagskandidatur in Pschierers Stimmkreis der Auslöser für dessen Schritt gewesen sein könnte. Denn bei der CSU Unterallgäu hatte am Montagabend auf einer nicht öffentlichen Kreisvorstandssitzung in Bad Wörishofen der Kreisrat und Bürgermeister von Markt Wald, Peter Wachler, seinen Hut für eine Landtagskandidatur in den Ring geworfen.

Damit bekommt der frühere Staatsminister Franz Josef Pschierer überraschend einen Gegenkandidaten im Stimmkreis Kaufbeuren.  Pschierer hätte dort einen ernstzunehmenden Gegenkandidaten gehabt, hieß es.

Andererseits galt auch Pschierers Verhältnis zu Söder schon lange als belastet. Pschierer, der auch Chef der CSU-Mittelstandsunion war, schreckte wiederholt nicht vor öffentlicher Kritik an Söder zurück. Beispielsweise gehörte Pschierer früh zu den Kritikern von Söders einstigem Corona-Kurs - er war hier oft sehr auf FDP-Linie.

Die FDP dürfte mit dem Neuzugang auf zusätzlich Stimmen bei der Landtagswahl im Herbst 2023 hoffen. 2018 hatte sie mit 5,1 Prozent knapp den Einzug ins Parlament geschafft. In Umfragen lag sie in den vergangenen Monaten bei fünf bis sieben, zuletzt bei sechs Prozent.

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