Kreisboten-Interview mit den Machern von "Shaun das Schaf – Der Film"

"Universeller Humor"

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Richard Starzak, Mark Burton und Schaf Shaun.

Shaun das Schaf, die bekannteste Knetfigur der Aartman Studios, begeistert seit Serienbeginn 2007 breites Publikum, von jung bis alt. Nun erlebt Shaun, gemeinsam mit seiner Herde, das erste große Abenteuer auf der Kinoleinwand.

Kreisboten-Mitarbeiterin Sandy Kolbuch traf die verantwortlichen Drehbuchautoren und Regisseure Richard Starzak und Mark Burton in Berlin und sprach mit ihnen über die Besonderheit ihres kleinen flauschigen Schützlings. 

Wo liegt der Unterschied bei der Arbeit mit Knetfiguren statt mit realen Darstellern? 

Starzak: „Die Arbeit mit Knetfiguren ist wesentlich umfangreicher und nimmt mehr Zeit in Anspruch. Am Set arbeiten die Animatoren mit den Puppen, die sie stückweise bewegen, bevor sie mit der Kamera gefilmt werden. Der Produktionsprozess ist also sehr ähnlich.” 

Bei den Knetfiguren müssen Sie aber keine Starallüren befürchten? 

Burton: „Nein, nicht wirklich. Die Animatoren können in bezug auf die Arbeit schon einmal anderer Meinungen sein, aber wir arbeiten mit einem sehr erfahrenen Team.” 

Haben Sie irgendwann im Laufe der Produktion daran gedacht, Dialoge zu verwenden? 

Burton: „Nein. In den ersten Filmminuten von ,Wall-E’ beispielsweise haben auch alle Zuschauer gelacht, obwohl nicht gesprochen wurde.” 

Starzak: „Neuerdings verzichten Kinderfilme immer mehr auf Dialoge. Wir haben uns auf die Story und deren Gestaltung konzentriert. Jede Kameraeinstellung und jeder Ausdruck ist wichtig und darauf konzentrieren sich die Kinder.” 

Denken Sie, dass der Humor von Shaun weltweit verstanden wird? 

Starzak: „Ja. Jeder Animator ist sehr darum bemüht, jede Reaktion der Figuren anhand der Stellung von Augen und Mund sowie der Körperhaltung verständlich darzustellen. Dass dies weltweit auch wirklich verstanden wird, ist erstaunlich.” 

Was ist das Besondere an Shaun? 

Starzak: „Wenn ich das wüsste, wäre ich ein sehr reicher Mann (lacht). Der Humor ist sehr universell und jeder Zuschauer versteht, dass die Beziehung zwischen den Figuren sehr familiär ist." 

Hat Shaun Ihr Verhältnis zu Tieren verändert? 

Burton: „Ohja, wir lieben Schafe (lacht). Shaun ist ein Schaf, aber er hat das Wesen eines zehnjährigen Jungen: Er will die Welt entdecken und seine Grenzen austesten. Er gerät immer wieder in verfahrene Situationen, wodurch sich zahlreiche Geschichten ergeben.” 

Warum haben Sie sich dazu entschieden, Shaun im Film einen Gegner in Person des Tierfängers gegenüberzustellen? 

Starzak: „Der Film dauert 85 Minuten und wir wollten eine zusätzliche Gefahr in die Geschichte einbauen. Auf der einen Seite zeigt der Film, welchen Spaß die Figuren in der Stadt erleben und auf der anderen, welche Gefahren in der Stadt lauern.” 

Was können Kinder aus dem Film lernen? 

Starzak: „Der Film ist nicht naturalistisch und soll der Unterhaltung dienen. Die Geschichte zeigt, dass man seine Familie und sein Zuhause schätzen soll.” 

Welche Art von Kameras wurden verwendet? 

Burton: „Wir haben die gleichen Kameras verwendet, die auch bei „Die Piraten – Ein Haufen merkwürdiger Typen“ zum Einsatz kamen. Hinzu kamen Motion-Capture-Systeme für die Hintergründe.” 

Vielen Dank für das Interview!

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