Exotisches Kleinod

Freuen sich über die gelungene Außengestaltung des Museumsgeländes: Bürgermeister Lars Leveringhaus, die Stifter Harald Drutzel und Hermann Knauer sowie Steinmetz Hermann Rudolph. Foto: Frisch

Geheimnisvolle Kultfiguren, melanesische Trommeln und Speere – das Historische Museum im Zentrum von Obergünzburg hat mit seiner Südseesammlung ein wahres Kleinod an historischem Kulturgut zu bieten. Am Freitag wurde nun der neue Außenbereich des Museums eingeweiht. Zentrum des Areals bildet nun ein neuer Brunnen.

Der Obergünzburger Karl Nauer, der während der deutschen Kolonialzeit für die „Norddeutsche Lloyd“ als Kapitän tätig und im damaligen Deutsch-Guinea stationiert war, hatte über 1500 Stücke aus diesem Teil der Welt ins Allgäu gebracht und seine Sammlung im Jahre 1913 der Gemeinde Obergünzburg übergeben. Lange Zeit blieb der „Schatz“ relativ unbeachtet, bis im letzten Jahr das eigens für die Sammlung errichtete Südseemuseum eröffnet werden konnte. Ein moderner Kastenbau neben den allgäu-typischen Fachwerkbauten des Heimatmuseums – das stellte einige Herausforderungen an die Verantwortlichen und Architekten, zudem das Areal rund um die Museumsgebäude noch nicht den endgültigen Vorstellungen entsprach. Im Frühjahr dieses Jahres hatte man unter Leitung des Architekten Martin Hofmann aus Irsee begonnen, diesen neu zu konzipieren. „Wir wollten einen intimen Bereich schaffen, in dem sich die Besucher wohl fühlen, der aber auch zu verschiedenen Zwecken nutzbar ist, beispielsweise könnten jetzt auch Exponate nach draußen verlagert werden“, erklärte Architekt Martin Hofmann in seiner Rede. Man habe den Bereich so gestaltet, dass er bei Bedarf auch abschließbar ist, aber trotzdem ein Gefühl von Offenheit vermittle. Am vergangenen Freitag fand die feierliche Eröffnung statt. Ganz im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stand der neue Brunnen, der in langer, schmaler Form mit einer mittigen Wasserspirale reines Quellwasser in Richtung Museum leitet. Im Laufe der Zeit soll dort rund um den Eingangsbereich Schilfgras wachsen und durch den ständigen Fluss bewässert werden. Der Brunnen selbst, der dem Betrachter bei näherem hinsehen viele Details zu bieten hat, soll zum Verweilen, Durstlöschen und Kinder zum Spielen einladen. „Der Platz wird seine eigene Dynamik entwickeln“, erklärte Hofmann. Die Ausführung war von der ortsansässigen Steinmetzwerkstatt Rudolph übernommen worden. Rudolf Senior ist stolz auf das gelungene Werk: rund 200 Arbeitsstunden wurden investiert, um aus rohen Brocken das jetzige Kunstwerk zu schaffen. Die Kosten betrugen rund 25000 Euro, die von den beiden Stiftern Hermann Knauer und Harald Drutzel zusammengetragen wurden. „Ich bin Obergünzburger mit Leib und Seele, und es war mein größter Wunsch, dass die Südseesammlung in angemessener Umgebung wieder der Allgemeinheit zugänglich ist“, freut sich Knauer. Wer sich dieses im Allgäu einmalige Erlebnis nicht entgehen lassen möchte, erhält auf der Internetseite www.suedseesammlung.de Infos zu Hintergründen und Öffnungszeiten.

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