Forettle-Center: Berliner Investor braucht neuen Anker-Mieter

Expert sagt Aldinger ab

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Der expert TechoMarkt zieht offenbar nicht ins Fachmarktzentrum um. Er hat seine Verträge für den alten Standort kürzlich erst verlängert.

Kaufbeuren – Der Investor am Forettle muss nun langsam auf Plan C zurückgreifen. Denn nach Mediamarkt will sich nun auch expert Techno Markt aus dem Projekt zurückziehen und seine Filiale nicht wie ursprünglich geplant von Neugablonz aus in das neue Fachmarktzentrum verlegen. 

Nach Mediamarkt will sich nun auch der Kaufbeurer expert TechnoMarkt aus dem Projekt Fachmarktzentrum Forettle zu- rückziehen. Ein entsprechendes Schreiben liegt dem Berliner Investor bereits vor. Laut Dr. Jochen Ehlers, Projektleiter und Geschäftsführer der A & F Grundbesitz Kaufbeuren GmbH, stelle dieser Umstand jedoch kein Problem für die Weiterführung des Projektes dar. Wie berichtet, sahen die Pläne des Berliner Investors ursprünglich vor, als einen Ankermieter Mediamarkt zu gewinnen. Das Unternehmen sagte damals aber ab und der Techno-Markt sprang als zukünftiger Mieter ein. 

Der Plan des Kaufbeurer Unternehmens war es, vom aktuellen Standort an der Sudetenstraße in das geplante Fachmarktzentrum im Forettle umzuziehen. Noch am Mittwochnachmittag, wusste Ehlers auf Nachfrage des Kreisboten nichts von der Absage des Kaufbeurer Elektro-Marktes Expert. „Davon ist mir nichts bekannt“, so Ehlers erste Reaktion. Erst auf interne Nachfrage wurde es für den Projektleiter Gewissheit, dass Expert aussteigen will. „Ein Antrag auf Rücktritt vom Mietvertrag der Expert-Geschäftsführung liegt bei uns im Haus zur Prüfung vor“, so Ehlers. Über die Hintergründe konnte oder wollte er nicht viel sagen. Gründe seien aber wohl die Verzögerungen bei der Umsetzung der Pläne gewesen, so Ehlers. An den Plänen, im Forettle ein Fachmarktzentrum zu errichten, ändere diese Absage aber nichts. 

„Wir hatten uns zwar bewusst für ein Unternehmen vor Ort entschieden, jedoch haben wir einen namhaften Elektronikanbieter, der den Platz für Expert füllen wird“, so Ehlers. Wer dies ist, wollte er jedoch nicht verraten. 

Ende der Spekulation

 Bei den Grünen jedenfalls stößt die Entwicklung auf Verwunderung. „Erst Mediamarkt, dann Expert und jetzt nichts – das geplante Fachmarktzentrum bald nur noch eine leere Schachtel“, heißt es in einer Presseerklärung. Laut den Grünen sei schon länger darüber spekuliert worden, ob Expert tatsächlich seinen Standort direkt an der B12 zugunsten eines „fragwürdigen Investoren- projektes“ aufgeben würde. „Spekulationen und Gerüchte sind keine Basis, auf der sich zuverlässig vernünftige Entscheidungen treffen lassen“, so der stellvertretende Fraktionssprecher der Grünen, Oliver Schill. „Ich arbeite lieber mit Informationen aus erster Hand.“ 

Schill setzte sich deshalb mit der Firma Gebrüder Immler aus Isny in Verbindung, dem Eigentümer und damit Vermieter des Expert-Geschäftsgebäudes in der Sudentenstraße. Dies mit dem Ziel, den „Spekulationen ein Ende zu setzten“. Überrascht war Schill, was er zu hören bekam: „Expert wird langfristig am bestehenden Standort in der Sudetenstraße bleiben. Dies haben Nachverhandlungen ergeben, die bereits in einem von beiden Seiten unterschriebenen Vertrag gemündet haben“. Außerdem hätten die Gebrüder Immler Schill mitgeteilt, dass ihres Wissens nach für Kaufbeuren kein weiterer Standort durch Expert, zum Beispiel am Forettle, geplant sei. Die Grünen beschäftigt jetzt die Fragen: „Seit wann die Stadtverwaltung und der Oberbürgermeister dieser Umstand bekannt war und wann zumindest die jeweiligen Fraktionssprecher darüber in Kenntnis gesetzt worden wären? Oder wurden bereits bestimmte Fraktionssprecher im Sinne von ‘teile und herrsche’ informiert“, so Schill. Auch Grünen-Fraktionssprecherin Ulrike Seifert zeigte sich überrascht: „Es scheint, als ob die Bürgerinnen und Bürger beim geplanten Bürgerentscheid nicht über ein Fachmarktzentrum, sondern über eine leere Schachtel entscheiden werden.“ 

"Es ändert sich nichts" 

Bosse selbst erklärte auf Nachfrage des Kreisboten, dass er auch erst am Mittwoch vom Vermieter des Techno-Markt erfahren habe, dass sich der Techno-Markt weiter am bisherigen Standort gebunden habe. Dies ändere jedoch nichts im Hinblick auf den Bürgerentscheid. „Ich habe immer wieder darauf hingewiesen, dass die Stadt einzig auf der Basis von Sortimenten entscheide, das heißt, wir weisen ein Sondergebiet mit zum Beispiel 2.000 Quadratmetern Elektrosortiment aus. Dieses kann jederzeit von anderen Unternehmen übernommen werden“, so Bosse. 

Es sei mit einem Hausbau vergleichbar: „Die Stadt genehmigt das Wohnhaus, wer darin wohnt ist von der Stadt nicht zu beeinflussen“. Erst ein Sortimentswechsel oder eine Flächenver- größerung oder -verkleinerung, im Fachmarktzentrum, wären wieder genehmigungspflichtig. „Vor diesem Hintergrund habe ich es auch nicht verstanden, dass einzelne Stadträte, unter anderem Bernhard Pohl, ihre Ablehnung des Fachmarktzentrums zuletzt damit begründeten, dass Media Markt abgesagt habe“, so Kaufbeurens Oberbürgermeister. von Kai Lorenz

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