Nehmen Gestalt an

In der Fahrzeughalle des Feuerwehrhauses in Pforzen ist die Udo-Ausstellung vorgesehen

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Die Gemeinde Pforzen möchte die Fundstücke von Udo nicht nur zeigen, sondern diesen ersten aufrecht gehenden Menschenaffen gezielt in die Menschheitsgeschichte einbinden. Daher soll es eine kombinierte Ausstellung aus Evollutionstheorie und Wanderausstellung Udo geben.

Pforzen – Um Udo war es in letzter Zeit Corona-bedingt stiller geworden. Trotzdem wurde dieses Thema nie außer Acht gelassen. Vor allem die ehrenamtlich tätigen Mitglieder des Arbeitskreises Hammerschmiede waren in den zurückliegenden Wochen und Monaten aktiv.

Im Rahmen der jüngsten Sitzung des Pforzener Gemeinderats konnte sich das Gremium davon überzeugen.

So war vor einiger Zeit eine Gruppe nach Tübingen gereist, um sich an Ort und Stelle einen Gesamteindruck der dortigen Ausstellung zu verschaffen. Wie Bürgermeister Herbert Hofer dazu erklärte, sei man letztlich zu der Erkenntnis gelangt, dass die dortige Ausstellung „Udo – der erste Fußgänger“ recht gut nach Tübingen passe, jedoch nach Pforzen und vor allem als Wanderausstellung durchs Ostallgäu in dieser Form weniger geeignet sei. Allein Auf- und Abbau sowie der Transport wären problematisch, resümiert der Bürgermeister.

Außerdem, sagte Hofer, hätten Gespräche im Arbeitskreis dafür gesorgt das gesamte Konzept nochmals zu überdenken. Einigkeit herrschte darüber, eine derartige Präsentation mit mehr „Drumherum“ auszustatten, wie sich Hofer in diesem Zusammenhang ausdrückte. Und so wurde schließlich die Idee geboren, nicht nur Udo und ein paar dazu gehörige Fundstücke zu zeigen, sondern diesen ersten aufrecht gehenden Menschenaffen gezielt in die Menschheitsgeschichte mit einzubinden.

Es folgte daraufhin eine Kontaktaufnahme zu Dieter Luksch – Inhaber der Firma „Expo-Fauna“. Für 10.200 Euro netto könnte sich die Gemeinde von diesem Unternehmen eine für diese Zwecke bestens geeignete Ausstellung zur Evolutionstheorie für vier Wochen ausleihen. Dabei würde Udo – so wie für die anschließende Wanderausstellung geplant – im Mittelpunkt des Ganzen stehen.

Passender Ort für Ausstellung

Das derzeitige Pforzener Feuerwehrhaus wäre nach Fertigstellung des neuen Gebäudes der geeignete Ausstellungsort. Man könne sich vorstellen, im Oktober oder November dieses Jahres eine derartige kombinierte Ausstellung (Evolutionstheorie und Wanderausstellung Udo) zu veranstalten. „Vielleicht kann man hier auch auf finanzielle Unterstützung durch den Landkreis hoffen“, so der Rathauschef. 

Eintrittsgeld soll jedenfalls nicht erhoben werden, jedoch rechne man mit freiwilligen Spenden. Mitglieder des AK Hammerschmiede würden sich während der festgelegten Öffnungszeiten zur Verfügung stellen und Besucher auf diesem Rundgang begleiten.

Terminlich gehe es nun vor allen Dingen darum, bis wann die im Mittelpunkt stehende Wanderausstellung rund um „Danuvius guggenmosi“ fertig ist, die dann anschließend, nach dem Pforzener Termin, „auf Reisen“ gehen könnte. Diese im Landkreis gezeigte Ausstellung beschränkt sich dann allerdings allein auf die gemachten Funde in der Pforzener Tongrube und soll so aufgebaut sein, dass die zur Schau gestellten Stücke mit entsprechenden Texten und Bildern selbsterklärend ist.

Vorschlag gefällt

Den Gemeinderäten gefiel dieser Vorschlag, zwei Ausstellungen miteinander zu verbinden und dadurch Udo in die Evolutionstheorie mit einzubinden. Dritter Bürgermeister Andreas Schafnitzel wies darauf hin, dass man sich bereits im Vorfeld hinsichtlich Coronabeschränkungen Gedanken machen müsse. Auch zweiter Bürgermeister Torsten Stöckle begrüßte das Ganze ebenso wie Alexander Hutler, der ebenfalls zu bedenken gab, dass man in Coronazeiten ein gewisses finanzielles Risiko tragen müsse, schließlich könnte es sein, dass im Spätherbst für derartige Veranstaltungen nur in sehr beschränkten Ausmaß Besucher zugelassen seien – oder im schlimmsten Fall sogar ganz abgesagt werden müsste.

Wilhelm Schmid stellte klar, dass Pforzen als Fundort von Udo, sich auch ernsthaft darum kümmern müsse, ein entsprechendes Ausstellungsgebäude zu schaffen. Es bestehe hier die einmalige Chance, mit Udo als „perfekten Aushängeschild“ etwas Einmaliges zu schaffen. Diese Meinung vertrat auch Bürgermeister Hofer. Allerdings müsse dabei behutsam vorgegangen werden und zunächst einmal die Ergebnisse einer notwendigen Machbarkeitsstudie abwarten.

Klaus-Dieter Körber

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