Deutschlandweit als 370. Stadt im Rahmen der Kampagne ausgezeichnet

Kaufbeuren ist "Faire Stadt"

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„Geadelt mit Fairtrade-Siegel“: Große Freude bei Silvia Wolf (v. li.), Carina Blischke, Stefan Bosse, Marita Knauer und Manfred Pfänder.

Kaufbeuren – „Auf diesen Anlass haben wir uns schon lange gefreut!“ Mit diesen Worten hat Kaufbeurens Oberbürgermeister Stefan Bosse am vergangenen Freitag die Veranstaltung zur offiziellen Verleihung des Titels als „Fairtrade-Stadt“ eröffnet. Die Auszeichnung der Dachorganisation „Transfair e.V.“ mit Sitz in Köln wurde im Rahmen einer Feierstunde durch Carina Blischke aus Erding überreicht.

Nach einem Ratsbeschluss im März dieses Jahres war es den Initiatoren einer Steuerungsgruppe mit Grünen-Stadträtin Marita Knauer an der Spitze gelungen, innerhalb kürzester Zeit die Bedingungen über die Vorgaben hinaus zu erfüllen. Kaufbeuren wurde deutschlandweit als 370. Stadt im Rahmen der seit 2009 laufenden Kampagne ausgezeichnet. 

Die Stadt befindet sich damit international in Gesellschaft großer Städte wie beispielsweise London, Paris und Rom, wie Carina Blischke in ihrer Laudatio schmunzelnd anmerkte. Die unterschiedlichsten Akteure aus Handel, Zivilgesellschaft und Politik in 25 Ländern mit 2.500 Städten seien oft Motor für neue Kooperationen. 

„Kaufbeuren hat mit einem außergewöhnlichen Engagement die Bedingungen hinsichtlich der angebotenen Sortimente und Akteure mehr als erfüllt“, so die Laudatorin und würdigte insbesondere die Arbeit der Steuerungsgruppe mit Marita Knauer, Silvia Wolf von Natürlich fair Ethical Fashion und Manfred Pfänder vom Weltladen. 

„Endlich ist es soweit: wir sollen mit einem Fairtrade-Siegel geadelt werden“, sagte der OB in seiner Ansprache in Anwesenheit der rund 80 Gäste. Er würdigte insbesondere das Engagement von Knauer, „die die Sache zu ihrer Eigenen“ gemacht und zum Erfolg geführt habe. 

Kaum jemand mache sich beim Kaffee als Lieblingsgetränk der Deutschen Gedanken über die Erzeugung in den Herkunftsländern, die zum Teil unter fragwürdigen Arbeits- und Lebensbedingungen stattfänden. Daher habe der Stadtrat auf Antrag der Grünen-Fraktion im Frühjahr 2015 einstimmig beschlossen, an der Kampagne zur Fairtrade-Stadt teilzunehmen. 

Er freue sich, sagte Bosse, dass das immer „breitere Angebot auf eine bemerkenswerte Akzeptanz“ bei den Bürgern stoße. Das Stadtoberhaupt lud alle Akteure des Handels zum Mitmachen ein, um damit die Welt ein Stück weit „fairer und gerechter“ zu machen. 

„Ich freue mich sehr über die Auszeichnung. Wir merken, dass der Faire Handel auch hier in Kaufbeuren immer größere Kreise zieht, die Akzeptanz wächst“, sagt Marita Knauer, „die Unterstützer und Teilnehmer kommen aus den verschiedensten Bereichen der Gesell- schaft.“ Durch eine Aktion in Sonthofen war sie 2013 aufmerksam geworden und stellte ihre Bemühungen um das Fairtrade-Siegel unter das Motto „Global denken – lokal handeln“. 

Wie Manfred Pfänder im Gespräch mit dem Kreisboten bestätigte, kann der Weltladen – er feiert nächstes Jahr sein 30-jähriges Bestehen – mit seinem ersten fairen Angebot praktisch als „Urzelle“ für fairen Handel in Kaufbeuren bezeichnet werden. Die musikalische Umrahmung erfolgte durch das Streichertrio mit Maria Hartmann sowie Anna und Monika Weber; einige Fairtrade-Partner boten im Anschluss an den offiziellen Teil eigens zubereitete Kostproben bei einem Buffet an.

von Wolfgang Becker

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