Gesundheitsamt leitet umgehend alle notwendigen Maßnahmen ein

Fall von Tuberkulose in Marktoberdorfer Kindergarten

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Wie Bürgermeister Dr. Wolfgang Hell und Thomas Brandl, Pressesprecher des Landratsamtes Ostallgäu, bestätigen, gibt es einen Fall von Tuberkulose am Peter Dörfler-Kindergarten in Marktoberdorf.

Marktoberdorf – Ein Fall von Tuberkulose in einem Kindergarten in Marktoberdorf sorgt gerade für große Aufregung in der Kreisstadt. Vor allem besorgte Eltern haben Angst um ihre Kinder.

Wie Marktoberdorfs Bürgermeister Dr. Wolfgang Hell dem Kreisbote auf Anfrage bestätigte, gibt es einen Fall von offener Tuberkulose im Peter Dörfler-Kindergarten.

Das Gesundheitsamt Ostallgäu wurde darüber informiert und habe federführend alle notwendigen Maßnahmen in die Wege geleitet. Der betroffene Kindergarten müsse jedoch nicht geschlossen werden. Auch das Gesundheitsamt sah von einer Schließung ab, so Thomas Brandl, Pressesprecher des Landratsamts Ostallgäu auf Anfrage.

Bei Tuberkulose handelt es sich um eine bakterielle Infektionskrankheit der Lunge. In Deutschland ist sie meldepflichtig. Eine Übertragung geschieht in der Regel durch Tröpfcheninfektion.

Umfassende Maßnahmen eingeleitet

Damit für mögliche Kontaktpersonen jegliches Risiko einer Erkrankung ausgeschlossen werden kann, sei das Gesundheitsamt Ostallgäu bereits aktiv geworden, so Hell. Die eingeleiteten Maßnahmen umfassen insbesondere die Untersuchung von Kindern und Personal des betroffenen Kindergartens sowie vorbeugende Medikamentengabe. Nach Angaben des Bürgermeisters haben Stadt und Gesundheitsamt gemeinsam mit den örtlichen Kinderärzten bereits vergangene Woche eine Informationsveranstaltung für die Eltern durchgeführt.

Zur Identitätswahrung könne nur mitgeteilt werden, dass es sich um eine erkrankte Person handelt, betonte Brandl auf unsere Anfrage beim Gesundheitsamt. Das erkrankte Kind befinde sich seit Bekanntwerden der Krankheit in einer Spezialklinik.

Ermittlungen eingeleitet

Nachdem der Fall dem Gesundheitsamt gemeldet worden war, wurden umgehend erste Ermittlungen eingeleitet. Am Montag vergangener Woche fand für alle Eltern der Kindergartenkinder sowie Mitarbeiter ein Informationsabend durch das Gesundheitsamt statt. Dabei seien alle Anwesenden von der Leitung des Gesundheitsamtes, den örtlichen Kinderärzten sowie dem Chefarzt der Kinderklinik Kaufbeuren über die Erkrankung Tuberkulose und das weitere Vorgehen aufgeklärt worden, berichtete Brandl. 

Risiko bei Kindern höher

Nach Angaben des Gesundheitsamtes ist das Risiko, sich mit einer Tuberkulose anzustecken, bei Kindern unter fünf bis sechs Jahren höher als bei Erwachsenen. Es reiche dafür schon ein kürzerer Kontakt zwischen der erkrankten Person und einem Kind. Dies im Gegensatz zu Erwachsenen, bei denen der Schwellenwert des zeitlichen Rahmens für ein Infektionsrisiko („kumulative Expositionsdauer”) bei ungefähr acht Stunden Raumkontakt liege.

Die Kontaktpersonen seien in der Kinderklinik Kaufbeuren untersucht worden und werden von den behandelnden Kinder- und Hausärzten betreut, so Brandl. Alle Kinder des Kindergartens bekämen eine Prophylaxe mit einem Antibiotikum, um einen weiteren Ausbruch einer Infektion zu verhindern. Diese präventive Maßnahme sei jedoch nicht verpflichtend.

von Selma Höfer

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