In der familiären Tagesbetreuung – Mutter und Sohn mit kleinem Rollentausch

„Herbstsonne“: Wo sich Senioren wohlfühlen

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Alle Räume für die Tagesbetreuung sind in dem geräumigen Haus ebenerdig zu erreichen.

Der Name „Herbstsonne“ steht in Marktoberdorf für den ambulanten Pflegedienst, aber auch für eine Tagesbetreuung, wo sich Senioren wohlfühlen und Gemeinschaft erfahren. Seit 13 Jahren gibt es die Einrichtung; seit 2018 hat sie ihr Domizil an der Ratiborer Straße im Norden der Stadt.

Anfang des neuen Jahres ist es zu einem personellen Wechsel gekommen. Michael Schmitz, 33 Jahre jung, übernimmt bei der „Herbstsonne“ die Geschäftsführung. Er löst darin seine Mutter Petra Damith (59) ab, die sich künftig voll auf den Pflegedienst konzentriert und diesen Bereich wie bisher weiterhin leiten wird. Michael Schmitz, der mit einer Krankenschwester verheiratet ist, machte eine Ausbildung zum Sozialpfleger und Sozialbetreuer. An der Fachhochschule in Kempten studierte er Sozialmanagement. Bei der „Herbstsonne“, dem ambulanten Pflegedienst und der Tagesbetreuung, ist er gleichsam „mit reingewachsen“, wie er selber resümiert. Schmitz war die vergangenen vier Jahre schon Einrichtungsleiter. Zuvor war er Betreuer und Pfleger. Durch den „Rollentausch“, dass er nun die Geschäftsführung verantwortet, ändert sich für die Gäste der Tagesbetreuung nichts. Da werden die gewohnten Strukturen und Angebote beibehalten. Petra Damith, examinierte Altenpflegerin, hatte sich selbstständig gemacht und vor 13 Jahren den ambulanten Pflegedienst ins Leben gerufen. Im Jahr 2009 startete sie zusammen mit ihrem Team die Tagesbetreuung. Angefangen hatte das mit einem Angebot an zwei Tagen pro Woche. Heute sind es fünf Tage.

Unerlässlich: der Fahrdienst. Mit diesem Auto werden - wenn gewünscht - die Senioren geholt und wieder nach Hause gebracht.

Der Umzug war ein „Glücksfall“ 

Die Tagesbetreuung hat immer mehr Zuspruch erfahren, und so sind die Räumlichkeiten am Marktplatz bald zu eng geworden. 2018 erfolgte der Umzug. Dass für die Tagesbetreuung das große Haus des früheren Marktoberdorfer Bürgermeisters Franz Schmid an der Ratiborer Straße gemietet werden konnte, bezeichnen Pera Damith und Michael Schmitz übereinstimmend als „Glücksfall“.

Dort können bis zu 20 Frauen und Männer tagsüber betreut werden. Das ältere Haus hat einen großzügigen Garten mit einer eigenen Kapelle. Die wesentlichen Räume sind alle ebenerdig erreichbar. Die Gäste der Tagesbetreuung müssen keine Treppen steigen. Auch die separaten Büros des Geschäftsführers und der Pflegedienstleiterin befinden sich im Erdgeschoss. Nur der Sozialraum und die Umkleiden für die Mitarbeiterinnen sind im Keller. Wo früher ein Hallenbad war, ist der Wintergarten mit angrenzendem Ruhebereich; Entspannung und Rückzug werden großgeschrieben. Zum Service gehört der Fahrdienst, der Gäste der Tagesbetreuung von daheim abholt und wieder nach Hause bringt. Der Radius reicht dabei bis Hörmanshofen, Biessenhofen, Apfeltrang und Oberthingau. Die meisten Senioren kommen aus Marktoberdorf selbst. In der Kreisstadt hat die „Herbstsonne“ als Tagesbetreuung für Senioren ein Alleinstellungsmerkmal.

„Herbstsonne“: Impressionen

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Alle Räume für die Tagesbetreuung sind in dem geräumigen Haus ebenerdig zu erreichen. © jj
Unerlässlich: der Fahrdienst. Mit diesem Auto werden - wenn gewünscht - die Senioren geholt und wieder nach Hause gebracht. © jj

Der Tagesablauf ist individuell. Bis halb elf Uhr am Vormittag werden die Gäste gebracht oder vom Fahrdienst, bei dem zwei Damen angestellt sind, geholt. Die Senioren bleiben bis mindestens 15 Uhr. Eine Stunde später endet die Tagesbetreuung. Sie ist eine gute Möglichkeit für ältere Menschen, das Alleinsein zu durchbrechen und Gemeinschaft zu erfahren.

Ungefähr die Hälfte der 16 Mitarbeiterinnen ist im ambulanten Pflegedienst zu den Patienten unterwegs. Die anderen Mitarbeiterinnen kümmern sich in der Tagesbetreuung um die Gäste. Zum Team gehören acht Fachkräfte, Pflegehelfer und Demenzbetreuerinnen. Übrigens: Im Kreis der Beschäftigten ist Michael Schmitz, der neue Geschäftsführer, der einzige Mann. Er komme damit gut klar, bekennt er mit einem leichten Grinsen im Gesicht.

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