Familie stärken und fördern

„Die Familie ist die Keimzelle der Gesellschaft.“ Mit diesen Worten beginnt die Deklaration zum Kaufbeurer Bündnis für Familie. Am vergangenen Freitag wurde dieses Bündnis im Haus St. Martin von Oberbürgermeister Stefan Bosse, der Familienbeauftragten Elke Schad und zahlreichen Vertretern verschiedenster Institutionen gegründet.

Die Initiative für lokale Bündnisse für Familie wurde Anfang 2004 vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ins Leben gerufen. Durch den Zusammenschluss verschiedener gesellschaftlicher Gruppen und Akteure sollen die Lebens- und Arbeitsbedingungen für Familien vor Ort durch konkrete Projekte verbessert und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ermöglicht werden. Die Bündnisinitiative wird aus Mitteln des Bundesfamilienministeriums und des Europäischen Sozialfonds finanziert. Das 601. Bündnis in Deutschland entstand am Freitag in Kaufbeuren. Nach der Begrüßung durch den Schirmherren Oberbürgermeister Stefan Bosse gab es eine kurze Einführung in die bundesweite Initiative von Mitarbeitern des Servicebüros aus Berlin. Sie sind vom Bundesfamilienministerium beauftragt, die lokalen Bündnisse zu unterstützen. Das Servicebüro berät kostenfrei vor Ort, vernetzt die Bündnisse untereinander und fördert so den ständigen Austausch von Wissen und Erfahrungen. Von den bereits vorhandenen Institutionen und Netzwerken für Familien in Kaufbeuren waren die Mitarbeiter des Servicebüros sofort begeistert. Deshalb sei es besonders wichtig, all die Einrichtungen zu koordinieren und in zeitlich begrenzten Projektgruppen einzelne Ideen umzusetzen. Bis so ein Bündnis gegründet werden kann, ist allerdings viel zu tun. In einer Gesprächsrunde mit dem Oberbürgermeister, Vertretern der ARGE, Caritas, Bundeswehr, IHK, Altenheim und der Gleichstellungsbeauftragten wurden zunächst relevante Themen zum „Standortfaktor Familienfreundlichkeit“ diskutiert. Bei der anschließenden Ideensammlung in Kleingruppen wurde herausgearbeitet, was Kaufbeuren noch familienfreundlicher machen könnte. Diese Ideen wurden zu Schwerpunkten gebündelt und anschließend in Arbeitsgruppen weiterentwickelt. So entstand in 4,5 Stunden eine Vorstellung davon, welche Ziele das Bündnis verfolgen soll und welche Aufgaben es wahrnehmen soll. Schließlich stellten neun Projektgruppen ihre Ergebnisse vor. Sie planen teilweise sehr konkrete Aktivitäten: eine Börse für flexible Arbeitsstellen; flexible Betreuung von Kindern, Senioren und Behinderten; Elternarbeit; Miteinader der Generationen; Familien-Card, Rent-a-Päd, Vernetzung der Netzwerke; zweisprachige Bildungsangebote; Ganztagsbetreuung in der Schule. Oberbürgermeister Bosse versprach nach der Unterzeichnung der Deklaration zur Gründung des Bündnisses, zu versuchen, möglichst viele Ideen umzusetzen. „Dazu brauchen wir Sie alle!“ – Damit meinte Bosse vor allem die Familienbeauftragte der Stadt Kaufbeuren und Koordinatorin des Bündnisses, Elke Schad, aber auch alle anderen anwesenden Vertreter verschiedenster familienfreundlicher Einrichtungen. Das Bündnis wird sich ab sofort ein- bis zweimal im Jahr im Plenum treffen, um langfristig die Situation von Familien in Kaufbeuren zu verbessern. Viele weitere Informationen zu den bundesweiten Projekten finden sich unter www.lokale-buendnisse-fuer-familie.de.

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