Karl Lagerfeld geklont?

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Auf einer Tretnähmaschine von ungefähr anno 1900 konnte unter der Aufsicht von Gabi Vogt potentieller Schneidernachwuchs exakte Nähte trainieren.
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Bei Florian Erdt konnten sich die Gäste für den Kostümwettbewerb anmelden, hier ein Engel mit Agentin.
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Feuerwehrvereinsvorstand Hubert Weikmann mit Gattin auf dem roten Teppich.
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„Team Glööckler“ brachte seinen eigenen „roten Teppich“ mit Trittspuren mit.
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Ein Mitglied der „Red Fire Devils“.
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Gerne und häufig wahrgenommen wurde die Gelegenheit, sich auf dem roten Teppich als Promi zu produzieren und für die "Paparazzi“ zu posieren (oben „Victors Secret; unten Kostüm „Tatü Tata“).
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Lacoste-Krokohandtasche, Einzelstück, noch lebend.
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Falsche Edelsteine an allen möglichen Stellen.

Kaufbeuren – „Bei de Männer klappt’s fascht besser wie bei de Mädels – die san so verkrampft“, meinte Ute Vogt, die beim Vorprogramm des Feuerwehrballs am vergangenen Samstag im Stadtsaal auf einer Tretnähmaschine von ungefähr anno 1900 potentiellen Schneidernachwuchs trainierte. Es war ganz schön schwierig, mit diesem Antiquitätchen eine saubere „Naht“ entlang einer vorgedruckten Linie zu produzieren.

Dieses Jahr stand der seit den 1970er-Jahren von der Freiwilligen Feuerwehr Kaufbeuren (FFK) veranstaltete Ball unter dem Motto „Fashion Night“. Florian Erdt hatte die künstlerische Leitung von rund 35 Mitwirkenden inne. Stefan Geyerhalter und weitere 25 freiwillige Helfer – einschließlich Saal-Einlass und Technik – hatten im Stadtsaal entlang der Wände Rettungsdecken angebracht, die dekorativ golden glänzten. Vom Balkon schauten Poster mit Models für bekannte Mode- oder Kosmetiklabels auf den randvollen Stadtsaal hinunter und überwachten das bunte Treiben.

Bereits ab 18.30 Uhr strömte das Volk in den Saal, da das Vorprogramm der Feuerwehrler auch schon immer eine Menge themenbezogene Unterhaltung bietet, bis der Ball um 20 Uhr offiziell beginnt. Neben dem Nähtraining durften diesmal in der Saalmitte weibliche und männliche Aspiranten für den Titel „Germanys next Supermodel“ mit einem Buch auf dem Kopf einen Parcours durchlaufen und die Gäste konnten sich für den später stattfindenden Kostümwettbewerb eintragen.

Gerne und häufig wahrgenommen wurde die Gelegenheit, sich auf dem roten Teppich als Promi zu produzieren und für die vier „Paparazzi“ vom Arbeitskreis Fotografie (AKF) zu posieren. Nach einem zünftigen Schuhplattler der Feuerwehrmänner, zur Abwechslung im dunklen Anzug, eröffneten „Karl Lagerfeld“ und „Harald Glööckler“ den Ball.

Die eigentliche Begrüßung übernahm ein wieder auferstandener Rudolph Mooshammer („Mosi“ alias Feuerwehrvereinsvorstand Hubert Weikmann), der, bevor er die Tanzfläche freigab, „nach einem Spaziergang mit Daisy in den Wertachauen“ dem Stammgast OB Stefan Bosse empfahl, doch endlich auch aus den Wertachauen „etwas zu machen“.

Das diesmal gar nicht so einfache Ballmotto war von den Gästen dennoch mit viel Phantasie umgesetzt worden. Lagerfelds, Mosis mit und ohne Daisy und Glööcklers kamen jedoch in rauen Mengen vor. Viele glitzernde Paillettenhüte, -krawatten, -kleider und -jacken in allen Farben waren zu sehen sowie falsche Edelsteine an allen möglichen Stellen und waffenscheinverdächtige Highheels.

Daneben fielen die „Bodyguards“ in dezenten schwarzen Anzügen richtig auf. Einige Ballgäste hatten geschickt Modehaus-Einkaufstüten zu Kleidern beziehungsweise einer Jacke verarbeitet. Es gab auch ein paar echte Abendkleider, teilweise aufgemotzt mit Flügeln, Federboas oder neonfarbigen Perücken. Einige Kostüme wie „Tatütata“, der verrückte Hutmacher, ein Coco-Chanel-Accessoire, ein Schnittmusterbogen oder eine Lacoste-Krokohandtasche (noch lebend) wurden nur einmal entdeckt.

Die Show-Einlage bestand diesmal aus einer dreiteiligen Modenschau: Zunächst wurde gezeigt, in welchem Aufzug die Feuerwehrler manchmal zum Einsatz kommen – je nachdem, aus welcher Beschäftigung sie beim Alarm gerade herausgerissen werden. Danach erfolgte die Prämierung des schönsten Gästekostüms. Es gab für „Victors Secret“ und das „Team Lacoste“ zwei erste und ansonsten zehn ehrenvolle zweite Preise.

Höhepunkt des Abends waren die danach auf dem Catwalk zu sehenden prächtigen „Feuerwehr-Engel“, wobei das Augenmerk der Damen auf den fantastischen Flügeln sowie den reizvollen Dessous gelegen haben dürfte, während sich die Herren vermutlich mehr am Anblick des Inhalts delektiert haben.

Mit gut tanzbaren Evergreens sorgte die Band „Flashdance live“ anschließend weiterhin dafür, dass die Tanzfläche noch bis in die frühen Morgenstunden immer gut gefüllt war.

von Ingrid Zasche

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