Neuer Anstrich fürs Zentrum

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Das Gebäude an der Kemptener Straße hat bereits am Fassadenförderprogramm der Stadt teilgenommen. Das Programm wurde jetzt um weitere 30.000 Euro für 2016 aufgestockt.

Marktoberdorf – Marktoberdorf bekommt einen neuen Anstrich. Dank reichlicher Zuschüsse von Stadt und Bezirk lassen immer mehr Immobilienbesitzer zu Pinsel und Farbtopf greifen. Vielen Bürgern wird es schon aufgefallen sein.

Prominentes Beispiel ist das Rauh-Gebäude an der gleichnamigen Kreuzung, das einen adretten fliederfarbenen Anstrich erhielt. Auch dessen Eigentümer nahm am so genannten Fassadenförderprogramm der Stadt teil, das Sanierungen der Außenhülle von Gebäuden mit zehn Prozent der Investitionssumme oder höchstens 10.000 Euro unterstützt.

Erst zu Beginn des Jahres hatte der Stadtrat beschlossen, ein solches Förderprogramm aufzulegen. Er erhoffte sich dadurch positive Signale für die Entwicklung der Innenstadt. Mit 50.000 Euro ist das Programm für Antragsteller Marktoberdorfer Immobilien ausgestattet worden – eine Summe, die die Stadt lediglich zu 40 Prozent zu tragen hat. 60 Prozent übernimmt die Regierung von Schwaben.

Budget überzeichnet

Die winkenden Zuschüsse für Verschönerungsmaßnahmen in der Innenstadt haben jedenfalls ihre Wirkung getan, wie Bürgermeister Dr. Wolfgang Hell in der jüngsten Stadtratssitzung verkünden konnte: Das Budget für 2016 sei bereits ausgeschöpft, sogar „überzeichnet“. „Das Fassadenförderprogramm ist der Renner“, sagte das Stadtoberhaupt. Und weil sich seine Ergebnisse auch nach außen für alle sehen lassen können, schlug die Stadtverwaltung vor, das Programm für 2016 um weitere 30.000 Euro aufzustocken. Eine Förderung durch die Regierung von Schwaben in Höhe von 18.000 Euro (60 Prozent) vorausgesetzt. Auch für das kommende Jahr bat die Verwaltung, einen erhöhten Mittelansatz von 80.000 Euro zu beschließen.

Der Stadtrat folgte dem Vorschlag zwar mehrheitlich, doch nicht ohne Widerspruch aus den Fraktionen Stadtteile Aktiv und den Grünen. Werner Moll (Stadtteile Aktiv) bezeichnete das gesamte Programm als „ungerecht“, da es nur Investitionen in der Kernstadt berücksichtige. Die Stadtteile gingen leer aus, so Moll. Und er nannte als Beispiel die Sanierung der Traditionsgaststätte „Königswirt“, die der Investor gänzlich aus eigener Tasche gezahlt habe. Den Grünen und auch SPD-Stadträtin Ulrike Wieser ging diese erneute Erhöhung der freiwilligen Leistung zu weit. „Wir können nicht immer nur ausgeben“, sagte Wieser. Wer dieses Jahr nicht mehr zum Zuge komme, könne sich ja im nächsten Jahr um Zuschüsse bewerben, schlug sie vor. So lange müssen Sanierungswillige nun doch nicht warten. Der Stadtrat stimmte der Erweiterung des Fassadenförderprogramms 2016 um 30.000 Euro auf 80.000 Euro zu.

von Angelika Hirschberg

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