Die 17 Mitglieder lösten den Verein nach 40 Jahren auf und gehen in den Ruhestand

FC Wildgasse ist jetzt Geschichte

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40 Jahre lang standen die Mitglieder des FC Wildgasse für eine gelungene Mischung aus sportlicher Aktivität, Gemeinschaftssinn und sozialem Engagement. Jetzt haben sie ihren Verein aufgelöst, pflegen aber weiterhin ihre Freundschaft.

Stötten – Sie waren Freunde, Kameraden und Fußballer als sie nach einem Verbandsspiel des TSV Bertoldshofen beim Königswirt zusammen saßen und feststellten, dass in der Mannschaft viele Spieler aus der „Wildgasse“ stammten. Und prompt kam ihnen die Idee, eine Hobbymannschaft mit eigenem Verein zu gründen. Als Wildgasse wird das Gemeindegebiet nördlich von Stötten bezeichnet, damit war auch schnell der Name für den neuen Fußballclub gefunden. Nach 40 Jahren intensiver gemeinsamer Aktivität lösten jetzt die 17 Gründungsmitglieder von damals den Verein wieder auf. Beim Jubiläumsfest im Königswirtsaal beenden sie zwar die gemeinsame Vereinsarbeit, nicht aber ihre Freundschaft. Zukünftig werden sie sich regelmäßig zum Schafkopfen treffen.

Über die ganzen vier Jahrzehnte hielt Manfred Enzensberger aus Riedhof als Präsident die Mannen nicht nur zusammen, er war auch oft Ideengeber für die Aktionen des Vereins. So machten es sich die Wildgässler schon bald zur Aufgabe, alte Bräuche ihrer Väter wieder aufleben zu lassen. Heraus gekommen sind dabei die legendären „Wildsauenbälle“ im alten Saal des Gasthofes Sonne in Stötten und das, über die Grenzen des Landkreises hinaus bekannte, „Burgstallfest“. Letzteres wurde zwischen 1979 und 1997 jeweils im Herbst auf dem historischen Burgstall in der Nähe von Echt zusammen mit tausenden Besuchern gefeiert. Als Attraktion gab es hier in den ersten Jahren einen Tauzieh-Wettbewerb und später spannende Kampfwagen-Rennen. Die guten Erlöse der Burgstallfeste verwendeten die Wildgässler überwiegend für soziale Zwecke. Geldzuwendungen von insgesamt rund 60.000 DM gingen dabei an den Stöttener Pater Reinhard Bottner und den Rettenbacher Pater Anton Büchele für die Missionsarbeit in Afrika sowie an verschiedene soziale Einrichtungen im Landkreis. Neben vielen Freundschaftsspielen, bei denen nicht unbedingt der Sieg, sondern immer auch die Zusammenkunft danach im Mittelpunkt stand, beteiligte sich der Verein an zahlreichen regionalen Veranstaltungen und gestaltete viele Jahre zusammen mit der Landjugend den Seniorenfasching in Stötten.

Jetzt, am Ende ihrer Vereinsära, ist es den Wildgässlern ein Bedürfnis, sich bei allen befreundeten Fußballmannschaften, Unterstützern, Sponsoren und Gönnern und natürlich bei all den Gästen der Veranstaltungen zu bedanken. „Vor allem die Feste und Faschingsbälle wären nicht möglich gewesen ohne die Hilfe unserer Frauen und den vielen freiwilligen Helfern“, betonten sie an der Festveranstaltung, bei der dann bei allen auch ein bisschen Wehmut spürbar war.

Doch die Aktivitäten sind nicht vergessen, sie können jederzeit in der 280-seitigen Chronik nachgelesen werden, die Hermann Schreyer und Max Enzensberger zum Jubiläum verfasst haben. Und eine Hoffnung bleibt den 17 Männern ja immer noch: Vielleicht lassen schon in einigen Jahren auch ihre Nachkommen die alten Bräuche der Väter wieder aufleben.

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