Dienstleistung für den Bürger:

Amtsleiterwechsel beim Finanzamt Kaufbeuren: Kriegbaum folgt auf Bachmann

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Von Gottlieb Tröber, dem Vorsitzenden des Personalrats (li.), bekam Wolfgang Kriegbaum als neuer Leiter des Finanzamts Kaufbeuren symbolisch einen Grünstift sowie einen Fahrradlenker.

Kaufbeuren/Pforzen – Zum Festakt des Amtsleiterwechsels am Finanzamt Kaufbeuren versammelten sich zahlreiche Gäste aus Politik, Wirtschaft, Verwaltung und Schule in der Mehrzweckhalle in Pforzen. Ludwig Bachmann, Leiter des Finanzamtes Kaufbeuren/Füssen wurde in diesem Rahmen verabschiedet und sein Nachfolger Wolfgang Kriegbaum als neuer Leiter des Finanzamtes eingeführt. Für die musikalische Begleitung sorgte die Band „extra dry“ mit Jazzklängen.

An das Jubiläum „100 Jahre Steuerverwaltung“ erinnerte Dr. Roland Jüptner als Präsident des Bayerischen Landesamtes für Steuern in seiner Festrede. In nur wenigen Monaten habe der damalige Reichsfinanzminister Matthias Erzberger ein völlig neues Steuersystem für Deutschland geschaffen, dessen Herzstück eine progressive und sozial ausgestaltete Einkommenssteuer war.

Jüptner spannte den Bogen anschließend zu den Hauptpersonen: Ludwig Bachmann, der seit Januar 2016 die Amtsleitung am Kaufbeurer Finanzamt innehatte, habe in dieser Zeit einen „vorbildlichen Einsatz“ und ein „gerechtes sowie verständnisvolles“ Verhalten gezeigt. Nach insgesamt rund 37 Dienstjahren wünschte Jüptner ihm alles Gute für den Ruhestand.

Bachmanns Nachfolger Wolfgang Kriegbaum, der zuvor unter anderem als Amtsleiter am Finanzamt Kempten und Abteilungsleiter am Münchner Finanzamt tätig war, gab er ermutigende Worte mit auf den Weg und zeigte sich zuversichtlich, dass Kriegbaum auch als Amtsleiter in Kaufbeuren den Grundsatz leben wird, „das Gegenüber als Mensch zu achten und wertzuschätzen“.

„Was wären wir ohne funktionierende Finanzverwaltung“, wies Oberbürgermeister Stefan Bosse auf die Wichtigkeit eines intakten Finanzsystems hin. Es habe sich in dem Bereich in den letzten Jahren viel getan. Bosse habe das Finanzamt in Kaufbeu­ren als offenen Ansprechpartner erlebt und hoffte weiterhin auf einen guten Dialog. „Auch in Zukunft versuchen wir, alle Spielregeln sauber einzuhalten, um zu vermeiden, dass die Steuerfahndung bei uns vorbeikommt“, scherzte der OB.

Mensch im Mittelpunkt

Landrätin Maria Rita Zinnecker betonte in ihren Grußworten, dass „der Mensch im Mittelpunkt steht, nicht die Bürokratie“. Es gelte, sich vom verstaubten Image des Finanzamts wegzubewegen und einen Perspektivwechsel zu wagen, denn schließlich sei dieses eine Bürgerdienstleistung und die „Basis unseres Wohlstands“.

Dass die Mitarbeiter des Finanzamtes einen lösungsorientierten Austausch anstreben und sich „bemühen, einen Konsens zu finden“, bekräftigte auch Peter Geirhos, Vizepräsident der Steuerberaterkammer München. So wurden in der Vergangenheit ­Geirhos zufolge „zahlreiche Probleme zur Zufriedenheit aller gelöst“ und auch künftig wolle man sich den Veränderungen stellen – denn „wir haben bewiesen, dass wir neuen Entwicklungen gegenüber offen sind“, so Geirhos.

Eine weiterhin gute Zusammenarbeit in einem offenen Klima, unbürokratische Lösungen und eine „faire Hand bei Personalentscheidungen“ wünschte sich Gottlieb Tröber als Vorsitzender des Personalrats auch unter der Leitung von Kriegbaum.

Appell zu Fairness und respektvollem Umgang

Der bisherige Amtsleiter Ludwig Bachmann schätzte die gemeinsame Arbeit mit einem „wundervollen Team“.

„Die Zeit ist wie im Flug vergangen“, hob Bachmann die offene Zusammenarbeit und das positive Umfeld in Kaufbeuren in seiner Rede hervor. Im Bezug auf das „gesamtgesellschaftliche Problem“ einer „immer größer werdenden Ichbezogenheit“ wünschte sich Bachmann einen stärker gelebten respektvollen Umgang, der sich dem Egoismus entgegenstellt. Kritische Worte fand er auch für jene, „allen voran gut verdienenden Bürger, denen das Verständnis fehlt, Steuern zahlen zu müssen, während viele Bürger ihrer Pflicht gewissenhaft nachgehen und ihren Teil zu einem funktionierenden Finanzsystem beitragen“. Als Idee äußerte er dazu, der Steuerbescheinigung als wertschätzende Geste ein Dankesschreiben beizulegen. Seinem Nachfolger wünschte Bachmann ein positives Wirken in einem „wundervollen Team“.

Dass er auftauchende Probleme insofern offen ansprechen will, bestätigte Kriegbaum, der sich auf seine Amtszeit in Kaufbeuren freute. So wolle er Schwierigkeiten stets vor Ort lösen, „denn die Mitarbeiter kennen die Strukturen selbst am besten“. In diesem Sinne lege er auf einen offenen Austausch und Unterstützung zwischen den Bereichen viel Wert.

„Wir arbeiten für alle Bürger, für gleichmäßige und gerechte Besteuerung“, versicherte Kriegbaum. So könne der Bürger „Vertrauen haben, dass wir unsere Aufgaben zuverlässig und kompetent erledigen“. Künftig wolle man sich dazu um eine bessere Erreichbarkeit kümmern. Als Stärke des Amtes sah Kriegbaum insbesondere die „junge Mannschaft“, der er die bestmögliche Ausbildung zukommen lassen möchte, um für Herausforderungen gewappnet zu sein. „Durch das frische Engagement der jungen Menschen, gemeinsam mit der Erfahrung der älteren Kollegen, wollen wir neue Ideen anstoßen“, so Kriegbaum.

von Mahi Kola

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