Dem Dialekt auf der Spur

Ferdinand Dietlein stellt sein Marktoberdorfer Dialektwörterbuch vor

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Das Wörterbuch kann beim Bürgerservice im Rathaus Marktoberdorf erworben werden.

Marktoberdorf – Zahlreiche Besucher konnte Dr. Wolfgang Hell am Mittwoch vergangener Woche im Rathaussaal Marktoberdorf zur Vorstellung des Buches „Von Aftrmikta bis Zibeba – Marktoberdorfer Dialektwörterbuch aus Lutterschach“ begrüßen. Der Erste Bürgermeister zeigte sich erfreut, dass die Stadt Marktoberdorf einen Beitrag leisten kann, den Leuterschacher und damit auch Marktoberdorfer Dialekt als Kulturgut und „Heimatschatz“ ein Stück weit zu bewahren.

Mit vielen Wortbeispielen und gängigen Redewendungen im Dialekt gab der Autor Ferdinand Dietlein einen kurzweiligen Einblick in sein Werk. Dabei ließ er mit einigen Kostproben eine vergangene Zeit aufleben, in der es noch „Antoniusfuir“ (Mutterkornbrand) und „Gmeudswååga“ (Großwaage für Ladefuhrwerke) gab – Wörter, die aufgrund der geänderten Lebensumstände in Vergessenheit geraten sind. In akribischer Kleinarbeit hat Dietlein circa 3.500 Dialektwörter zusammengetragen und daraus ein umfassendes Wörterbuch geschaffen. Neben der Wortsammlung von A bis Z umfasst „Von Aftrmikta bis Zibeba“ auch zahlreiche Redensarten und Sprüche, Rufnamen und Ortsbezeichnungen. Im zweiten Teil des Buches geht der Autor zudem auf die grammatischen Besonderheiten des Marktoberdorfer Dialekts ein. Aufgewachsen in Leuterschach, kam Dietlein durch mehrere Wohnortswechsel mit vielen Dialekten in Berührung. Seine Affinität zur Mundart, insbesondere zum „Lutterschacher Dialekt“, hat ihn zur Schaffung des Werkes inspiriert.

Das Wörterbuch kann beim Bürgerservice im Rathaus Marktoberdorf erworben werden.

Dietlein dankte insbesondere dem Sprachwissenschaftler Prof. Dr. Werner König von der Universität Augsburg für die inhaltliche Unterstützung und dem Herausgeber Simon Gehring vom Förderverein mundART Allgäu. Eine Veröffentlichung des Buches von „Von Aftrmikta bis Zibeba – Marktoberdorfer Dialektwörterbuch aus Lutterschach“ wäre ohne deren tatkräftigen Einsatz nicht möglich gewesen, so der Autor. Die ersten drei Exemplare überreichte Gehring an Dietlein, König und Hell. Musikalisch wurde der Abend von der Marktoberdorfer Stubenmusik gestaltet.

Im Anschluss hatten die Gäste die Möglichkeit, die Bücher vom Autor signieren zu lassen, während sich angeregte Diskussionen entspannen und Erinnerungen an vergessene Dialektwörter ausgetauscht wurden.

kb

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