Dem Wohl der Stadt verpflichtet

KI feiert 25-jähriges Jubiläum

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Auf unseren Foto wurden die Trikots für den „Humedica-Cup“ erstmals vorgestellt von Günther Seydel (v. li.), 3. Bürgermeister Ernst Holy, Dr. Peter Wachter und Alexander Uhrle.

Kaufbeuren – In einer Gartenlaube, auf dem Anwesen der Familie von Dr. Peter Wachter, wurde vor 25 Jahren der „Grundstein“ für eine wahre Erfolgsstory gelegt. Damals dachten einige Kaufbeurer Bürger ernsthaft darüber nach, für die anstehende Oberbürgermeisterwahl im Jahre 1992 einen geeigneten Kandidaten zu finden.

Diese Gespräche und die nachfolgenden Aktivitäten ließen sehr schnell ein gemeinsames Ziel entstehen, um auf kommunalpolitischer Ebene tätig zu werden. Das Ganze entwickelte sich in einem kaum zu ahnenden „Riesentempo“ – von damals unabhängigen, politisch ungebundenen jungen Leuten vorangetrieben. In kürzester Zeit war die „Kaufbeurer Initiative“ geboren und ist seitdem aus dem politischen Leben der Stadt Kaufbeuren nicht mehr wegzudenken.

Kaufbeurens dritter Bürgermeister Ernst Holy und Dr. Peter Wachter – KI-Mitglieder der ersten Stunde – erinnern sich noch gerne an diese Zeit. Der damalige, in der Bevölkerung recht beliebte Oberbürgermeister Rudolf Krause, hatte sein Amt zur Verfügung gestellt. Und so war man 1992 auf der Suche nach einen geeigneten Nachfolger. Dr. Peter Wachter dachte dabei an seinen Bruder Bernhard, der in Mechernich als Stadtdirektor tätig war. Der viel zu früh verstorbene Winfried Schwangart – ebenfalls ein Mann, der von Anfang an aktiv dabei war – fand vor allen Dingen in den einzuleitenden Werbemaßnahmen sein Hauptbetätigungsfeld. Und so wurde damals schon der heute noch gültige Slogan „Das beste für die Stadt“ kreiert. Die „Wahlkampfzentrale“ befand sich im Hause Wachter, von wo aus ab August der „Kampf um den Einzug ins Kaufbeurer Rathaus“ eingeläutet wurde. Wie sich die Beteiligten noch heute erinnern, eine Zeit in der alles Andere warten musste, nachdem im Oktober die OB-Wahl bereits anstand.

So mussten über Nacht an die 800 Plakate aufgestellt und der für Kaufbeuren praktisch unbekannte Kandidat Bernhard Wachter den Bürgerinnen und Bürgern „schmackhaft“ gemacht werden. Dies gelang hervorragend! Im 1. Wahlgang landete Bernhard Wachter klar auf Position eins, gefolgt von Dr. Andreas Knie von der Freien Wähler Gemeinschaft. Die übrigen Kandidaten von CSU, SPD und FDP folgten mit deutlichem Abstand. Die notwendig gewordene Stichwahl brachte dann ein für viele überraschendes Ergebnis. Dr. Andreas Knie konnte sich dabei durchsetzen und die OB-Wahl mit einem Vorsprung von 910 Stimmen für sich entscheiden.

Dem Wohl der Stadt

Nach dieser verlorenen Wahl erhielten die „wackeren Wahlkämpfer“ von allen Seiten der Bevölkerung viel Lob und wurden dazu ermutigt, auf kommunalpolitischer Ebene in diesem Sinne weiterzumachen. Man fand den Namen „Initiative“, was für einen „neuen Beginn“ stehen sollte. Man wollte sich fortan in politischer Mitarbeit einbringen und dabei das Soziale und Kulturelle in den Vordergrund stellen. Die in einer Gartenlaube geborene Idee nahm weiter Gestalt an. Der Verein gab sich den Namen „Kaufbeu­rer Initiative“ und fühlte sich von Anfang an parteiunabhängig und nur für Kaufbeuren und dem Wohl der Stadt verpflichtet.

Es wurden im weiteren Verlauf politische Arbeitskreise gegründet, die man damals in die Hände von engagierten Frauen legte. Charlotte Happel war für das Thema „Bürger und Gemeinde“ zuständig, Thea Egermann für „Kultur und Gesellschaft“, Iris Kindler für „Wirtschaft und Verkehr“ sowie Hildegard Wörle für „Familie und Soziales“. Ernst Holy wurde zum politischen Leiter gewählt. Mit klaren Zielen und Vorstellungen ging die „neue KI“ in die Stadtratswahl am 10. März 1996. Aus dem Stand heraus holte man sich damals sechs Stadtratssitze. Ernst Holy wurde erster Fraktionsvorsitzender, Ulf Jäkel sein Stellvertreter. Desweiteren wurden seiner Zeit gewählt: Hans Häußer, Ernst Schönhaar, Hans und Winfried Schwangart. Ein toller Erfolg gleich zu Beginn – und wie sich in den folgenden Jahren zeigte: keine „Eintagsfliege“. Die Kaufbeurer Initiative war und ist auch weiterhin stets mit fünf beziehungsweise sechs Mitgliedern im Stadtrat vertreten. Derzeit sind das Ernst Holy, der schon seit Jahren das Amt des dritten Bürgermeisters bekleidet, Alexius Batzer, Hans Häußer, Robert Klauer, Angelika Lausser und Werner Stumpe.

Bürgernähe

Durch zahlreiche Aktivitäten hat die KI in all den Jahren immer wieder auf sich aufmerksam gemacht. Die zur Tradition gewordene „Lebende Krippe“ ist seit 25 Jahren der sichtbare Beweis für soziales Engagement. Über 75.000 Euro konnten in der Zwischenzeit durch diese Veranstaltung direkt und unbürokratisch guten Zwecken zugeführt werden. Auch das Lagerleben beim Tänzelfest ist ohne den KI-Stand nicht denkbar und so befindet man sich stets in Bürgernähe. Außerdem stehen die von Beginn an einmal monatlich stattfindenden „Stammtischabende“ allen interessierten Bürgern offen, um Wünsche und Anregungen vortragen zu können.

Selbst im Jubiläumsjahr ist sich die KI ihrer Verpflichtung getreu geblieben und veranstaltet aus diesem Anlass ein Benefiz-Inlinehockey-Turnier am 24. und 25. Juni unter dem Motto „Hockey für Hope“. Das alte Kaufbeurer Eisstadion ist dabei Austragungsort dieser Veranstaltung, deren Gesamterlös in ein Projekt der Kaufbeurer Hilfsorganisation humdica e.V. in Äthiopien und an den Jugendförderverband „JUMP“ des Stadtjugend­rings Kaufbeuren fließt. Dieser „Humdica-Cup“ wird, wie Alex Uhrle bekanntgab, in einer Amateur- und einer reinen Hobbygruppe ausgetragen. Weitere Infos finden sich unter der Homepage: www.hockey-for hope.de.

KI bleibt sich treu

Und wie soll es die nächsten 25 Jahre bei der KI weiter gehen? Mit einem Besuch der Mitglieder im Puppentheater wurde das Jubiläum bereits eingeleitet. Die Teilnahme am Lagerleben und ein Sommerfest werden vorbereitet. Ansonsten will man sich auf den „errungenen Lorbeeren“ nicht ausruhen. Ernst Holy meinte in diesem Zusammenhang: „Wir sagen was wir tun –tun aber auch was wir sagen!“ Die KI wird sich auch weiterhin für Kaufbeuren einbringen: Eine Aktivierung der Innenstadt, Stärkung als Wirtschaftsstandort, Sicherheit und Umweltschutz sind neben zahlreichen anderen Punkten weiterhin große Themen. Und daran werde weiter gearbeitet, so Ernst Holy: „Die KI hat sich schon immer aus Menschen zusammen gesetzt, die für Kaufbeuren was tun und entsprechend anpacken.“ Dieser Grundsatz werde von den derzeit rund 170 Mitgliedern weiter verfolgt. Die Grundidee und die erarbeiteten Leitlinien aus der Gründerzeit stehen nach wie vor: „Das Beste für die Stadt“.

von Klaus-Dieter Körber

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