Festakt 70 Jahre vhs kaufbeuren mit Tag der offenen Tür

Bildung macht glücklich

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Die vhs im Spitalgebäude lud zum Tag der offenen Tür ein.

Kaufbeuren – Vor ziemlich genau 70 Jahren, am 5. Oktober 1947, wurde die Volkshochschule (vhs) Kaufbeuren eröffnet. Getreu dem Grundsatz „Lernen macht Spaß und Bildung macht glücklich“ hatte die vhs für ihre Jubiläumsfeier im Haus St. Martin ein entsprechend unterhaltsames Programm zusammengestellt.

Gerhard Hübner, der 1. Vorsitzende der Volkshochschule Kaufbeuren e.V. konnte eine große Anzahl von Vertretern aus Kirche und Politik begrüßen sowie Leiter benachbarter Volkshochschulen, Leiter von Bildungs-, Kultur- und sozialen Einrichtungen und viele ehemalige Kursleiter. Durch deren Einsatz wird die qualitätvolle Erwachsenenbildung zu sozialverträglichen Kursgebühren und außerschulische Weiterbildung überhaupt erst möglich.

Die vhs Kaufbeu­ren hat sich in den vergangenen 70 Jahren aus kleinsten Anfängen zu einer eindrucksvollen Organisation entwickelt. Heute verfügt sie über ein achtköpfiges Verwaltungsteam und neben den 15 Räumen auf zwei Geschossen im ehemaligen Spital über 25 weitere Veranstaltungsorte in der ganzen Stadt, davon zwei in Neugablonz.

OB Stefan Bosse überreicht die von Hermann Moser gestaltete Stadtkachel als Geburtstagsgeschenk an Sabine Meyle und Gerhard Hübner.

Vor allem auf die gesellschaftliche Verantwortung der vhs im Rahmen der Integration und Einbürgerung ging auch OB Bosse in seinem Grußwort ein und überreichte die von Hermann Moser gestaltete Stadtkachel als Geburtstagsgeschenk.

Prof. Dr. Klaus Meisel, der 1. Vorsitzende des Bayerischen Volkshochschulverbandes e.V., zeichnete ein Bild von den Volkshochschulen als größte Sprachenschulen in Deutschland, als Vermittler von IT-Kompetenz, politischer Bildung und präventiver Gesundheitsbildung mit kostensenkender Wirkung im Gesundheitswesen, als „sozialer Kitt“ im Gemeinwesen durch Grundbildungsangebote, als erste Bildungseinrichtung für Zuwanderer und als Einrichtung gegen Einsamkeit im Alter. „Es gibt nicht nur bildungsferne Menschen, sondern auch menschenferne Bildung. Aber in die vhs kommen die Menschen freiwillig!“ sagte Meisel. In seiner Festansprache verpackte er die statistischen Daten und Fakten dermaßen humorvoll, dass immer wieder begeistertes Gelächter im Saal aufbrandete.

Anschließend kam Stefan Grassman, Trainer, Coach, Schauspieler und vhs-Kursleiter, in seinem heiteren Impulsvortrag „Macht Bildung glücklich?“ anhand der Typisierung von Kursteilnehmern und -leitern zu dem Schluss, dass Bildung tatsächlich glücklich macht.

Für die musikalische Umrahmung des Festakts sorgte das von Kirchenmusiker Daniel Herrmann dirigierte vhs-Kammerorchester. Unter den Musikern befand sich auch vhs-Ehrenmitglied Gabriele Schmidt, die 1972 erste hauptamtliche Leiterin der vhs Kaufbeuren war.

Mit einer erlesenen Rose dankte schließlich vhs-Geschäftsführerin Sabine Meyle allen Mitarbeitern und anwesenden aktuellen und ehemaligen Kursleitern für ihren Einsatz, mit dem sie die vhs „zu einem zentralen Ort des Lernens und der Begegnung machen“.

Fotoausstellung vom vhs-Arbeitskreis Fotografie (AKF): „Kursleiter und ihre Kurse“.

Nach einer kleinen Stärkung am von der Berufsfachschule für Ernährung und Versorgung gestellten Buffet zog man – begleitet von den lateinamerikanischen und afrikanischen Rhythmen der dort in der Sonne postierten Trommelgruppe „Komazama“ – über den Hof in die Räume der Volkshochschule zum Tag der offenen Tür. Auf den Fluren hängt die gleichzeitig eröffnete Fotoausstellung vom vhs-Arbeitskreis Fotografie (AKF), Bayerischer und Deutscher Fotoclubmeister 2017: künstlerisch gestaltete, fast lebensgroße Portraits von Kursleitern mit ihren Kursen.

Die Interessenten wurden zum kostenlosen Schnuppern in die Klassenräume eingeladen, konnten bei Kreativangeboten wie Origami oder Malen mitmachen, eine Esperanto-Stunde erleben, die vhs-Jazz Band genießen und vieles andere mehr. Zahlreiche Besucher bewiesen das große Interesse, das der vhs nach wie vor entgegen gebracht wird.

von Ingrid Zasche

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