Kommandanten-Dienstversammlung: Über 5400 Feuerwehrmänner und -frauen im Ostallgäu

Feuerwehr rettet 286 Menschen

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Kreisbrandrat Markus Barnsteiner (v. li.), stellv. Landrat Lars Leveringhaus und Kreisbrandmeister Klaus Grosch.

Ruderatshofen – Die Zahlen klingen unglaublich und zeigen, was die Feuerwehrmänner und -frauen im Landkreis im vergangenen Jahr für das Allgemeinwohl geleistet haben. Vorgestellt wurden sie kürzlich von Kreisbrandrat Markus Barnsteiner sowie Kreisbrandmeister Klaus Grosch von der Kreisbrandinspektion Ostallgäu im Rahmen der Kommandanten-Dienstversammlung.

Etwa 100 gestandene „Mannsbilder“ füllten den Festsaal des Gasthauses Walburg in Ruderatshofen. Allen gemeinsam ist eine langjährige Tätigkeit bei einer der Freiwilligen Feuerwehren in der Region Ostallgäu und der Titel „Kommandant“. Sie sind jeweils der oberste Feuerwehrmann bei den Wehren vor Ort.

Im Jahr 2017 betreute die Kreisbrandinspektion Ostallgäu 97 Freiwillige Feuerwehren, zwei Werksfeuerwehren, drei Betriebsfeuerwehren und 41 Jugendfeuerwehren, betonte Kreisbrandrat Barnsteiner in seinem Rückblick. Mit dazu gehörten in dem Jahr auch vier Kinderfeuerwehren mit 70 Mitgliedern. Insgesamt ergebe das die beeindruckende Zahl von 5223 männlichen und 253 weiblichen Feuerwehrdienstleistenden, so Barnsteiner. Diese hatten im vergangenen Jahr Löscharbeiten bei 85 Klein-, 39 Mittel- sowie acht Großbränden zu leisten.

Bei den technischen Hilfeleistungen schlugen 109 der sogenannten „First Responder“ zu Buche. First Responder kommt aus dem Englischen und heißt zu Deutsch: die erste Antwort bzw. zuerst Eintreffende. Der First Responder soll das „therapiefreie Intervall“ überbrücken. Damit ist die Zeit gemeint, welche vom Geschehen des Unfalles oder der Erkrankung, über den Notruf, bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes überbrückt werden sollte.

Ein erheblicher Teil der Hilfeleistungen waren 154 Einsätze, die allein durch Sturmschäden verursacht wurden. Weiter berichtete Barnsteiner über 285 Fehlalarme und 119 Sicherheitswachen bei Bühne, Theater und Großveranstaltungen.

Bei der Betrachtung der Entwicklung der Einsatzzahlen von 2010 bis 2017 lagen die Technischen Hilfeleistungen im Jahre 2010 bei 885 Einsätzen, seien dann bis 2014 auf 514 abgefallen und dann aber rapide auf 740 Einsätze im Jahr 2017 gestiegen, so der Kreisbrandrat. Die Brände lägen in dieser Zeitspanne zwischen 262 und 481 und in 2017 bei 393 Einsätzen.

Eine herausragende Leistung, für die sich auch der stellvertretende Landrat Lars Leveringhaus in seinem Grußwort bedankte, sei die Rettung der 268 Menschen im Jahr 2017 gewesen, die ohne den Einsatz der Freiwilligen Feuerwehren vielleicht nicht mehr am Leben wären, berichtete der Kreisbrandrat. Sehr detailliert ging er auch auf die Aus- und Weiterbildung und die Beschaffung von Fahrzeugen bei den einzelnen Wehren ein.

Um die Feuerwehren im Ostallgäu auch zukünftig auf hohem Niveau zu halten, sucht die Kreisbrandinspektion dringend Ausbilder für die Fachbereiche Maschinisten und Atemschutz, sowie Ausbilder für EDV- und Serveradministration, so Barnsteiner.

In dem Bericht des Kreisjugendfeuerwehrwartes Klaus Grosch war der Fokus auf die Beteiligung der Jugendwehren bei den Leistungsprüfungen gerichtet. Das Angebot ist vielfältig und enthält unter anderem die Bayerische Jugendleistungsprüfung, die Jugendflamme sowie den Erwerb der Leistungsspange der Deutschen Jugendfeuerwehr. „Die Leistungswettbewerbe mit den entsprechenden Leistungsabzeichen können nur während der Zeit der Jugendfeuerwehr erlangt werden, zieren aber die Uniform ein Leben lang“, ermunterte Kreisbrandmeister Grosch die anwesenden Kommandanten.

Zum Abschluss der Veranstaltung bat Markus Barnsteiner die Kommandanten noch um Mithilfe bei der Nachwuchswerbung und verwies auf zwei Werbeflyer mit dem Titel „ Jeder kann helfen. Komm hilf mit“ und „Everyone can help. Join us now“. Letzterer verweist deutlich auf die internationale Besetzung, die inzwischen auch bei den Freiwilligen Feuerwehren im Ostallgäu Einzug gehalten hat.

von Jürgen Wischhöfer

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