"Welt der Comics" beim Feuerwehrball im Stadtsaal

Hellboy trifft Lucky Luke

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Fast alle Gäste des Feuerwehrballs machten mit bei einer gewaltigen Polonäse.

Kaufbeuren – „Erfreulicherweise sind auch immer sehr viele junge Leute dabei – wir haben Gott sei Dank keine Nachwuchssorgen”, kommentiert der Vorsitzende des Feuerwehrvereins, Hubert Weikmann, seine Erfahrungen mit den seit den 70er-Jahren von der Freiwilligen Feuerwehr Kaufbeuren veran- stalteten Bällen. Dieses Jahr stand der Feuerwehrball unter dem Motto „Welt der Comics”.

Über 50 freiwillige Helfer hatten unter Stefan Geyerhalter (Dekoration) und Florian Erdt (künstlerische Leitung und Programm-Koordination) im Stadtsaal entlang der Wände mannshohe Abbildungen der bekanntesten Comicfiguren aufgehängt, darunter selbstverständlich auch den kleinen, feuerwehrbegeisterten Drachen Grisu. An der Galerie schaukelte Spiderman in seinen Spinnenfäden und überwachte das bunte Treiben. Schon im Foyer lief im Schlumpfwald als Endlosschleife einer der ältesten, noch schwarz-weißen Micky-Maus-Filme. In der Saalmitte wurden um die Wette hölzerne Hufeisen nach Stangen geworfen, „Malen nach Zahlen” ergab Bart Simpson und vor der Bühne durfte man mit Mini-Wurfmaschinen und Styroporkugeln Papp-Römer abschießen (was gar nicht so einfach war). Dort erhielten die Gäste auch einen Begrüßungstrunk – Wodka-Lemon aus dem Dreibeinkessel oder Gin-Mix in drei Farben und Geschmacksrichtungen. Bugs Bunny (Alexander Friedrich) und Duffy Duck (Regina Sandler) eröffneten dann den eigentlichen Ball und schafften es, neben ihren üblichen Plänkeleien tatsächlich die Gäste zu begrüßen. 

Stammgast OB Stefan Bosse hatte sich entschuldigt: „Der feiert heute selber groß – seinen 40. Geburtstag – oder so...” Schlumpf Hubert Weikmann hatte danach „eigentlich nix mehr zu sagen”, kriegte aber einen Luftballon mit Lachgas zum Inhalieren und gab mit Fistelstimme die Tanzfläche frei. Das Ballmotto war von den Gästen mit Begeisterung und viel Phantasie umgesetzt worden. Schlümpfe und Panzerknacker herrschten vor, es gab auch jede Menge Biene-Majas mit Willis und Flips oder diverse Schneewittchen, meist mit nur einem Zwerg, rot-weiß getupfte Minnie-Mäuse, Obelixe, Batmen und -girls, Catwomen und Spidermen sowie Wolverines und einige Simpsons. Etliche Seemänner Popeye mit Olivia sowie Arielles konnten praktischerweise vom letztjährigen Motto recycelt werden. Man sah auch mehrere verführerische Jessicas aus Roger Rabbit und Aladine nebst Prinzessin, Äffchen und Wunderlampe. 

Einige Figuren wie Hellboy, Shreks Prinzessin Fiona, Betty Boob, Mario Brothers, „King” Werner, Calimero, Pumuckl oder Hägars, des Schrecklichen Frau Helga wurden nur einmal entdeckt. Eine ganze Reihe von Ballgästen stellte das Motto als Paar oder sogar als Gruppe dar: zum Beispiel die vier Ninja Turtles, Lucky Luke mit den Daltons einschließlich Oma, Alice mit Herz-Königin und Grinsekatze und eine verrückte-Hutmacher-Gruppe. Die obligatorische Show-Einlage der Feuerwehrler bestand diesmal aus einem Sketch-Medley ohne Worte zu den Erkennungsmelodien der bekanntesten Comic-Serien: Drei Biene-Maja-Figuren trotzten der Schwerkraft, der rosarote Panther schlich herein und traf sich selbst, die Gummibärenbande hüpfte auf großen Bällen „hier und da und überall”, die Flintstones kriegten Ärger, weil sie mit ihrem Steinzeit-Auto jemanden überrollt hatten, Werner ließ es kesseln, Dschungelbuch-Bär Balu riet zur Gemütlichkeit, Folien von Tom und Jerry wurden auf eine große Leinwand projiziert und Wickie baute mit seinen starken Männern akrobatische Pyramiden. 

Dann ging das Ganze in eine gewaltigen Polonäse über. Mit fetzigen Rhythmen, Action auf der Bühne und mit ihrem breiten Repertoire von Wiener Walzer über Hej Macarena bis hin zum Jodler heizte die Band „One & Six” dem Publikum ordentlich ein. In – dem Motto angepassten – Superman-Shirts brachten sie die Tanzfläche bis in die frühen Morgenstunden regelrecht zum Beben. Kein Wunder, dass sich der Feuerwehrball jedes Jahr größter Beliebtheit erfreut und auch diesmal mit rund 400 Karten so gut wie ausverkauft war. von Ingrid Zasche

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