Very, very British, indeed!

1 von 24
Schon am Eingang hielten zwei unerschütterliche, rot uniformierte Gardisten mit Bärenfellmützen Wache.
2 von 24
Pferderennen und -wetten finden offenbar nicht nur bei den Briten Anklang.
3 von 24
Jede Menge Royals, kenntlich an Glitzerkrönchen...
4 von 24
Poloteam.
5 von 24
Öfters vertreten: Bobbies (hier Stadtrat Dr. Thomas Jahn.
6 von 24
Ascot-Besucherinnen.
7 von 24
Die Queen Mum (OB Stefan Bosse) winkt leutselig am Arm von Enkel Prinz Charles (Katja Brauner).
8 von 24
„Rose“ aus dem Titanic-Film.

Kaufbeuren – Einer der Höhepunkte des Kaufbeurer Faschings ist jedes Jahr der Feuerwehrball, der von der Freiwilligen Feuerwehr Kaufbeuren (FFK) seit den 1970er Jahren von Mal zu Mal aufwändiger veranstaltet wird. Vergangenen Samstag fand der diesjährige Ball unter dem Motto „Very British“ statt.

Stefan Geyerhalter und zahlreiche weitere freiwillige Helfer hatten den Stadtsaal mit allem möglichen dekoriert, was einem spontan zu „Great Britain“ einfällt: Schon am Eingang hielten zwei unerschütterliche, rot uniformierte Gardisten mit Bärenfellmützen Wache und eine Schranke wies die Besucher auf den Linksverkehr hin. Die Saalbühne war als Towerbridge verkleidet und an der Galerie hing die Uhr von Big Ben, von Geyerhalters Truppe selbst gebaut und einschließlich Schlagwerk zum Laufen gebracht.

An einer Wand stand die fast lebensgroße Kulisse eines feuerwehrroten Doppeldeckerbusses, der später bei der Showeinlage zum Einsatz kam. Die andere Wand zierte eine prächtige Ahnengalerie von Royals und Union-Jack-Fahnen und -Fähnchen schmückten Saal und Tische. Für akustisches Great-Britain-Feeling sorgte ein Dudelsackspieler – „der einzige von uns engagierte professionelle Akteur“, verriet Geyerhalter, „alle anderen sind unsere Feuerwehrleute und ihre Frauen“.

Bereits ab 18.30 Uhr strömte das Volk in den Saal, da das Vorprogramm der Feuerwehrler auch schon immer eine Menge themenbezogene Unterhaltung bietet: Diesmal waren es zwei der Lieblingszeitvertreibe der spiel- und wettbegeisterten Briten – ein Shuffle-Board in der Saalmitte und eine Pferderennbahn unter der Towerbridge mit echten Spieleinsätzen und Gewinnmöglichkeiten (wenn auch mit einem und drei Euro nicht ganz so hoch wie in Ascot). Beides wurde von den Ballgästen, die das Ballmotto mit viel Phantasie umgesetzt hatte, begeistert wahrgenommen, bis Big Ben um 20 Uhr den eigentlichen Ball einläutete. Eskortiert von einem Gardetrupp fuhren die Queen und Gatte Philipp vor.

Da die zierliche Queen (Simone Holy) nicht an das Mikrophon heranreichte, wurde aus einer Bierkiste und rotem Samt ein Podest gezaubert und die Queen ließ sich hoheitsvoll hinaufheben. Ihre englische Begrüßungsrede wurde von Prinz Philipp (Alexander Schwangart) recht eigenwillig in breites Sächsisch übersetzt. Eigentlich sei die Einreise in andere Länder seit dem Brexit nicht zugelassen, hieß es da, aber bei einer „unbedeutenden kleinen Stadt wie Kaufbeuren“ habe es der Premierminister ausnahmsweise genehmigt.

Mit „God save the Queen“ auf der E-Gitarre leitete die schon bei früheren Feuerwehrbällen bewährte Band „One & Six“ zum Tanzvergnügen über und sorgte mit gut tanzbaren Evergreens dafür, dass die Tanzfläche immer gut gefüllt war. Auch Schunkeln und eine gewaltige Polonäse trugen zur fidelen Stimmung bei.

Die obligatorische Show-Einlage der Feuerwehrler unter der künstlerischen Leitung von Florian Erdt bestand diesmal aus einem mit begeistertem Getrampel und Gejohle quittierten Playback-Medley aus 20 Nummern quer durch die englische Pop- und Rock-Geschichte: von Cliff Richard über Boy George, Suzy Quatro, Beatles, Rolling Stones, Phil Collins, George Michael und Spice Girls bis hin zu Robbi Williams, um nur einige zu nennen. Highlights waren der Auftritt von „Elton John“, der mit seinem elektrischen Klavier durch den Saal gefahren wurde, und „Gaststar“ Toni Heider als Joe Cocker.

Mit fetzigen Rhythmen, Action auf der Bühne und mit ihrem breiten Repertoire heizte „One & Six“ dem Publikum weiterhin ordentlich ein. Kein Wunder, dass sich der Feuerwehrball jedes Jahr allergrößter Beliebtheit erfreut.

von Ingrid Zasche

Meistgelesen

Eiskalt durch den Dreck
Eiskalt durch den Dreck
Babys der Woche im Klinikum Kaufbeuren
Babys der Woche im Klinikum Kaufbeuren
Hat der Standort Kaufbeuren eine Chance?
Hat der Standort Kaufbeuren eine Chance?
Stolz auf geleistete Arbeit
Stolz auf geleistete Arbeit

Kommentare