Trotz Corona stets einsatzbereit

Freiwilliger Feuerwehrdienst in Kaufbeuren: Einsatzbereitschaft bleibt oberstes Ziel aller Maßnahmen

+
Harald Zech, zuständig für Reinigung und Pflege der Ausrüstung, sammelt die Atemschutzmasken nach dem Einsatz zur Reinigung und Prüfung ein.

Kaufbeuren – Die Freiwillige Feuerwehr Kaufbeuren hat nun endgültig ihre neue Feuerwache bezogen. Die Einschränkungen durch die Coronakrise haben auch hier Auswirkungen auf die Abläufe im Übungs- und Einsatzfall.

„Eigentlich hat die Coronakrise für uns auch was Gutes“, meint lachend Feuerwehr Kommandant und Stadtbrandrat Helmut Winkler. „In den vergangenen Wochen waren die aktiven Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Kaufbeuren wegen Homeoffice viel mehr zu Hause erreichbar, wenn es um Einsätze ging.“ Somit habe das oberste Ziel aller Maßnahmen, die Aufrechterhaltung der Einsatzbereitschaft, stets sichergestellt werden können. Die Anzahl der Einsätze habe sich dabei aber nicht deutlich verändert und sei im üblichen Rahmen geblieben.

Entsprechende Hinweise

Um ein mögliches Infektionsrisiko zu minimieren, hatte der Landesfeuerwehrverband Bayern frühzeitig entsprechende Einsatzhinweise herausgebracht, nach denen im Einsatz grundsätzlich Mundschutz (FFP2) zu tragen sei. Auch im Einsatzfahrzeug werde grundsätzlich der Mundschutz getragen. Wenn im Einsatz die Verwendung von Atemgerät notwendig werde, erübrige sich der selbstverständlich. Außerdem solle das Einsatzpersonal im Alarmfall minimalisiert werden und nur in tatsächlich notwendiger Mannschaftsstärke ausrücken. Noch mehr als sonst werden auch kränkelnde Kollegen gebeten, lieber zu Hause zu bleiben. „Wir halten dann die Reservekräfte hier in der Feuerwache bereit und senden sie erst mit einem zweiten Fahrzeug in den Einsatz, wenn von dort Verstärkung angefordert wird“, sagt Winkler. In den Bereitschaftsräumen und auch an den Einsatzstellen seien die Kameraden angehalten, einen Abstand von 1,5 Meter zueinander einzuhalten.

22 Meter lange Reinigungsanlage

„Nach dem Einsatz werden benutzte Atemschutzmasken zurückgegeben und von uns in weniger als einer Stunde gereinigt, geprüft und für einen neuen Einsatz bereitgestellt“, erklärt der stellvertretende Werkstattleiter Harald Zech. Die Persönliche Schutzausrüstung (PSA) der Feuerwehrleute werde nach dem Einsatz nur bei Bedarf gereinigt, entsprechende Ersatzkleidung liege bereit. Zech ist auch Herr über die 22 Meter lange Schlauchreinigungs- und Prüfanlage, die sich im Anschluss der Fahrzeughalle befindet. Gleichzeitig können dort zwei Schläuche gereinigt und auf Dichtigkeit überprüft werden, bevor sie direkt in den 23 Meter hohen Schlauchturm zum Trocknen hinaufgezogen werden. Diese modernen Reinigungseinrichtungen sind von der Kapazität bei der Planung auch gleich für die Dienstleistung für andere umliegende Feuerwehren geplant worden.

Der Turm wird aber auch noch für Übungszwecke genutzt. So können an den Balkonen der verschiedenen Stockwerke die Rettung über Fahrzeugdrehleitern oder mit Steckleitern geübt werden. Entsprechende Ösen für Seilsicherungen sind fest im Gebäude integriert. Für Realitätsnähe sorgt auch die Möglichkeit, zwei Stockwerke des Turms künstlich zu verrauchen.

Training in Kleingruppen

„Für sechs Wochen konnten wir keine Übungen in größerem Rahmen mehr ansetzen,“ berichtet Hubert Weikmann, der Vorsitzende der Freiwilligen Feuerwehr Kaufbeuren. „Wir haben nur noch in Kleingruppen mit sechs Personen geübt, damit die notwendigen Abläufe trainiert bleiben.“ Trotz der Unannehmlichkeiten durch den Infektionsschutz habe breites Verständnis bei den Mannschaften für die notwendigen Maßnahmen bestanden. „Wir sind gut im neuen Haus untergekommen und trotz Corona läuft alles bei der Feuerwehr vorbildlich.“ Als Dankeschön dafür hatte der Verein den Feuerwehrkameraden einen dekorativen Schlauchschal mit Feuerwehremblem für die Freizeit geschenkt. Mit über 20 Jugendlichen in der Jugendfeuerwehr und zwei Kinderfeuerwehrgruppen in Oberbeuren und Hirschzell sei auch für Nachwuchs gesorgt. Der für dieses Jahr geplante Tag der offenen Tür muss aus Infektionsschutzgründen ausfallen. Weikmann freut sich dennoch: „Für nächstes Jahr ist der Tag der offenen Tür und die Blaulichtmeile für den 12. Juni 2021 geplant“.

Wolfgang G. Krusche

Auch interessant

Meistgelesen

Pkw in Bronnen rundum verkratzt und eingedellt, Scheibenwischer verbogen
Pkw in Bronnen rundum verkratzt und eingedellt, Scheibenwischer verbogen
Riesenkranich-Schädel entdeckt
Riesenkranich-Schädel entdeckt
Kaufbeurer Arbeitskreis Asyl feiert 30-jähriges Jubiläum
Kaufbeurer Arbeitskreis Asyl feiert 30-jähriges Jubiläum
 „Die Lage ist verheerend“ – humedica entsendet zweites Team nach Beirut
 „Die Lage ist verheerend“ – humedica entsendet zweites Team nach Beirut

Kommentare