"Die Leute wissen, wie ich bin"

Film „bayala“: Entertainer Ross Antony hat sich ganz in die Rolle hineingefühlt

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„Wenn ich Blödsinn machen kann, tue ich es“, sagte Ross Antony Kreisbote-Redakteurin Sandy Kolbuch.

Der gebürtige Engländer Ross Antony stand bereits als Dreijähriger auf der Bühne. Für den Animationsfilm „bayala“ stand er erstmals im Synchronstudio. Mit Kreisbote-Redakteurin Sandy Kolbuch sprach er über diese Erfahrung.

Ross, Du kommst aus Großbritannien, wo das Königshaus sehr wichtig ist. Du hast auf der Bühne den Kronprinzen Rudolf gespielt, bist von RTL zum Dschungelkönig ernannt worden und leihst jetzt in „bayala“ dem Waldkönig Deine Stimme. Wolltest Du als Kind schon immer ein Prinz sein?

Antony: (lacht) Ja, das ist wirklich so. Das Königreich folgt mir. Als Kind hatte ich sehr viele Kronen und immer eine davon auf dem Kopf. Ich habe mir immer gewünscht, einmal ein Prinz zu werden (lacht).

Die Figur des Waldkönigs entspricht Dir in deinem Naturell wunderbar...

Antony: Es ist nur eine kleine Rolle, aber man muss irgendwo anfangen. Für mich war es ein sehr guter Einstieg in die Synchronarbeit. Ich hoffe, ich kann noch einiges mehr in dieser Richtung machen. Ich fand die Geschichte von „bayala“ toll, weil sie für die ganze Familie ist. Mit diesem Film ist ein Kindheitstraum für mich in Erfüllung gegangen. Ich musste in die Figur hineinschlüpfen und bin als Waldkönig durch das Haus gehüpft und habe gelacht wie er. Paul sagte mir immer wieder, dass ich den König wohl nicht mehr loswerden würde (lacht). Auch wenn es nur eine kleine Rolle ist, musste ich erst eine Stimme für ihn finden.

Du bist zweifacher Vater. Denkst Du an Deine Kinder, wenn es um die Auswahl Deiner Projekte geht?

Antony: Natürlich. Für mich war es sehr wichtig, dass der Film alle Kinder anspricht. Wenn man die Bilder sieht, denkt man vielleicht, dass es nur ein Film für Mädchen ist. Das ist aber nicht der Fall. Es gibt auch Drachen, einen coolen Waschbären und vieles mehr, worüber alle lachen können. Und ich freue mich sehr, dass Schleich auch die Figuren zum Film herausgebracht hat. Wenn Kinder einen Film gesehen haben, dann wollen sie auch die Figuren dazu haben. Das finde ich sehr schön. Die Geschichte ist rund und schickt die Zuschauer mit einem Lächeln nach Hause.

Wie viele Schleich-Figuren besitzt Du mittlerweile?

Antony: Willst Du das wirklich wissen (lacht)? Ich habe bestimmt über 50 Stück. Schleich macht schöne robuste Tiere, die ich immer gerne als Geschenk kaufe.

Du hörst bestimmt sehr oft den Satz „Werd doch endlich erwachsen!“

Antony: Nö, das will ich gar nicht (lacht). Wenn ich 80 bin und dann noch lebe, dann kann ich immer noch alt sein. Ich bin erwachsen, wenn es sein muss. Inzwischen wissen die Leute, wie ich bin. Und ich werde mich auch nicht ändern. Wenn ich Leute mit meiner Art zum Lachen bringen kann, dann tue ich das. Ich muss mich ja nicht zum Affen machen, aber wenn ich Blödsinn machen kann, dann tue ich das auch. So vieles was in der Welt passiert, zerreißt mein Herz. Ich will deswegen nicht depressiv durch die Gegend laufen. Und ich denke deswegen mögen mich die Leute auch, weil ich gute Laune verbreite.

Du bist ausgebildeter Musical­darsteller. Kannst Du dir auch nur einen einzigen Tag ohne Gesang und Tanz vorstellen?

Antony: Ich glaube nicht. Ich singe jeden Tag, egal wo ich bin – nicht nur unter der Dusche, sondern auch im Auto, oder wenn ich koche. Paul ist als Opernsänger zurückhaltender. Er singt nicht gerne vor Leuten zu Hause. Er wartet immer, bis ich weg bin.

Könntest Du dir vorstellen, weitere Projekte als Synchronsprecher zu übernehmen?

Antony: Oh, darüber würde ich mich so freuen. Ich hatte so viel Spaß dabei. Nicht nur, weil ich dazulernen konnte, sondern auch, weil ich ungestylt im Jogginganzug meinen Part einsprechen konnte (lacht). Ich habe diese Zeit genossen. Es war schön zu sehen, wie das alles funktioniert.

Worauf kann man sich demnächst bei Dir freuen?

Antony: Meine MDR-Shows gehen weiter und ich konzentriere mich weiterhin voll auf den Schlager. Und im Januar kommt eine neue Edition meiner letzten CD „Schlager lügen nicht“ mit neuen Songs raus.

Nach seinem Schulabschluss begann Antony eine Musicalausbildung an der Guildford School of Acting, die er 1995 mit Diplom abschloss. Die Welturaufführung des Musicals „Catharine“ (1997) führte ihn erstmals nach Deutschland. 2001 nahm er an der TV-Castingshow „Popstars“ teil und wurde Mitglied der Pop- und R’n’B-Formation Bro’Sis. Ab 2005 spielte Antony unter anderem Kronprinz Rudolf in dem Musical „Elisabeth“ und Bobby C in „Saturday Night Fever“. 2008 wurde er zum Dschungelkönig gewählt. Zusammen mit seinem Ehemann, dem Opernsänger Paul Reeves, brachte Antony die Alben „Two Ways“ und „Winterwunderland“ heraus. 

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