Wieder Kultur in Marktoberdorf

Filmburg präsentiert im Juni zwei brillante Erzählkonzert-Abende

Ensemble Filmburg Marktoberdorf  Dr. Wolfgang Griep , Harald Rüschenbaum, Prof. Dr. Daniel Eberhard und Uli Fiedler
+
Das gesamte Ensemble von „Swing, Carmen, swing“ freut sich auf die Kultur-Rückkehr.

Marktoberdorf – Nachdem Marktoberdorf seit November 2020 bezüglich kultureller Live-Veranstaltungen extrem unterversorgt war, reagiert die Filmburg auf die gewährte Lockerung nach der Abstinenz sofort mit zwei außergewöhnlichen Erzählkonzert-Abenden. 

Der große Raum und die Bühne ermöglichen nach wie vor besondere Veranstaltungen für Kulturhungrige. Mit den swingenden Opernmelodien von George Bizet und Carl Maria von Weber entzünden Dr. Wolfgang Griep aus der Kulturpartnerstadt Eutin (Texte), Harald Rüschenbaum (Drums), Prof. Dr. Daniel Eberhard (Grandpiano) und Uli Fiedler (Bass) die ersten Highlights im „Frühlingserwachen“. „Swing Carmen, swing!“ widmet sich am Samstag, 5. Juni um 19 Uhr „Carmen“, einer der bekanntesten und beliebtesten Opern aller Zeiten mit schwungvollen Melodien, einer flatterhaften Heldin und einem liebeskranken Tenor.

Schon Loriot hatte verwundert gefragt, was denn einen Mann wie den Brigadier José dazu brächte, die militärische Karriere mit Pensionsanspruch zu Ungunsten einer Dame von zweifelhaftem Ruf aus der Zigarettenindustrie aufzugeben, und viele Opernbesucher fragten es sich bisher mit ihm gemeinsam. Aber das und viele weitere Rätsel werden in der swingenden Jazz-Version von der Overtüre bis zum dramatischen Finale völlig unblutig gelöst. Es ist eine Geschichte zwischen Liebeslust und Liebesleid, mit hinreißenden Arien, die den Torero zum Stierkampf auffordern und allen Gästen erklären, dass die „Liebe vom Zigeuner stammt“.

Oper Nummer zwei, „Der Freischütz“ hatte am 18. Juni 1821 in Berlin Premiere. Anlass genug, das 200. Jubiläum am Geburtsort der Weber-Mutter Genoveva gebührend zu feiern. Dabei taucht unweigerlich die Frage auf: „Was gleicht wohl auf Erden dem Jägervergnügen?“ Die Antwort lautet: Die konzertante Fassung „Swing frei, Schütz“. Dahinter verbirgt sich ein kurioser Abend am Sonntag, 6. Juni ab 19 Uhr: Wer endlich wissen will, was es mit den Freikugeln und dem Jungfernkranz, der merkwürdigen Gesellenprüfung für Oberförster und dem Spektakel in der Wolfsschlucht wirklich auf sich hat, der darf dieses unterhaltsame Konzert nicht versäumen.

Auch für diese Version verfasste Dr. Wolfgang Griep ein intelligentes, humorvolles Manuskript und bringt so die Handlung der romantischen Oper augenzwinkernd dem Publikum nahe. Dazu erklingt die wunderbare Musik von Carl Maria von Weber in einer vortrefflich kreierten Jazzfassung mit fulminantem Spaß. Man folgt dem braven Jägerburschen Max durch die Wälder durch die Auen und lässt einen Jungfernkranz aus veilchenblauer Seide winden.

Lautmalerisch genial, nahe an den Originalkompositionen bildet das Instrumental-Trio mit Erzähler zwei kurzweilige Abende auf höchstem Niveau nicht nur für Freunde der klassischen Musik. Ein Auftakt mit doppeltem Genuss. Kartenreservierung im Kulturbüro Mobilé unter Tel. 08342/40185 und an der Theaterkasse ab 18 Uhr unter Tel. 08342/916683.

kb

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Feiernde und Auto-Poser auf Parkplatz eines Restaurants
Feiernde und Auto-Poser auf Parkplatz eines Restaurants
Kaufbeurer Bauausschuss lehnt Antrag eines Investors ab
Kaufbeurer Bauausschuss lehnt Antrag eines Investors ab
Nominiert: Stephan Stracke erhält 97 Prozent der Stimmen
Nominiert: Stephan Stracke erhält 97 Prozent der Stimmen
Geänderte Besucherregelung in den Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren
Geänderte Besucherregelung in den Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren

Kommentare