"Gute Ansätze und Ideen"

Die Story selbst in der Hand

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Beim Brainstorming waren die Workshop-Leiter Tine Kugler und Gerald Maas (rechts) begeistert von den kreativen Ideen der Teilnehmer.

Kaufbeuren – Was beschäftigt junge Asylbewerber in Kaufbeuren? Und wie kann eine gute Willkommenskultur aussehen? Das sind die Fragen, die Tine Kugler und Gerald Maas in ihrem Sonderworkshop zur diesjährigen Filmzeit (wir berichteten) jungen Filmemachern stellen.

Dass die Neuankömmlinge aber nicht nur im Fokus der Geschichten stehen, sondern mit großer Begeisterung kurzerhand selbst Tablet, Handy und Co. in die Hand nehmen, um ihre Ideen auf die Leinwand zu bringen, zeigte sich beim ersten Workshop-Treffen. Herausgekommen sind dabei, so Gerald Maas, schon einmal „gute Ansätze und Ideen“, die fertigen Filme werden am 6. Oktober im Vorfeld zur diesjährigen filmzeit im Corona Kinoplex gezeigt. 

Gedreht wurde beim ersten Treffen allerdings noch nichts, stattdessen gaben die Kaufbeurer Filmemacher Tine Kugler („Das Wunder von Kaufbeuren“) und Gerald Maas wichtige Tipps, was den Aufbau einer Filmstory betrifft. Umgesetzt werden sollen die Workshop-Filme dann über Tablets, Smartphones oder Laptops. „Einige Teilnehmer haben uns schon Filme gezeigt, die sie auf diese Weise in ihrem Herkunftsland oder auf der Flucht nach Deutschland gedreht haben. Da waren schon beeindruckende Sachen dabei“, so Kugler. 

Zur Inspiration wurden zu Beginn einige Filme gezeigt, danach folgte das „Brainstorming“ in Gruppen. Ob die Verfilmung eines arabischen Märchens oder ein Vergleich zwischen syrischer und deutscher Kindheit – weil die Organisatoren Genres und Umsetzungsvarianten bewusst offen gelassen hatten, gab es angeregte Diskussionen und bald auch schon die ersten konkreten Ideen. „Interessant ist, wie sich die einzelnen Gruppen gefunden haben, „oft nach Nationalität, manchmal auch danach, in welcher Unterkunft die Jugendlichen wohnen“, beobachten die Kursleiter. 

Fast suchen musste man dagegen die deutschen Teilnehmer. Die zwölfjährige Hanna, Roman (18), Lea (17) und der ebenfalls 17-jährige Stefan finden es schade, dass so wenige einheimische Jugendliche die Gelegenheit genutzt haben, Know-how zum Filmemachen zu erlernen und parallel mit den gleichaltrigen Asylbewerbern in Kontakt zu kommen“. 

Dabei gibt es nämlich – so ganz nebenbei – die Möglichkeit, mal wieder die eigenen Englisch- und Französisch-Kenntnisse aufzufrischen, und es gibt Gelegenheit, mit so manchem Vorurteil aufzuräumen: Die Mädels aus dem Irak und Syrien tragen kein Kopftuch, sondern grüne Strähnen in den langen Haaren, und das Interesse an der deutschen Sprache ist riesig. Und groß sind die Unterschiede auch beim Filmgeschmack nicht: „Pirates of the Caribbean” oder „Fast and Furious” stehen bei vielen mit oben auf der Liste der persönlichen Film-Highlights – ganz egal ob Deutsche, Syrer oder Ägypter.

von Michaela Frisch

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