Bürgerstiftung Kaufbeuren finanziert das Preisgeld

filmzeit: Erstmals Schulfilmpreis ausgelobt

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Die Vorstandsmitglieder der Bürgerstiftung Johann Marschall (v. li.) und Susanne Jehl mit filmzeit-Leiterin Birgit Kern-Harasymiw sowie Winfried Nusser in Doppelfunktion – Vorstandsmitglied sowohl der Bürgerstiftung als auch neuer Schatzmeister des filmzeit-Vereins.

Kaufbeuren – Nicht nur wegen Corona erlebt die filmzeit Kaufbeuren momentan einige tiefgreifende Veränderungen, zum Beispiel die Ausweitung auf zusätzliche Veranstaltungsorte in Kempten und Immenstadt (wir berichteten). In einer weiteren Pressekonferenz teilte filmzeit-Leiterin Birgit Kern-Harasymiw nun mit, dass bei dieser 13. filmzeit auch erstmals ein Preis für den besten Schulfilm vergeben werden kann. Das Preisgeld spendiert die Bürgerstiftung Kaufbeuren.

Die Bürgerstiftung, die 2020 seit fünfzehn Jahren besteht und damit ein kleines Jubiläum feiern kann, unterstützt schwerpunktmäßig kulturelle Projekte in Kaufbeuren, am liebsten für Kinder und Jugendliche: mit Kulturring, Musikschule und Kulturwerkstatt die „Kinderklassik im Stadttheater“, die „Kinder-Uni“ in Kooperation mit der Universität Kempten und der Kulturwerkstatt, oder „JeKi“ (jedem Kind ein Instrument) zusammen mit der Adalbert-Stifter-Schule in Neugablonz, der Musikschule und Rotary Kaufbeuren. Dazu kommen Seniorenförderung sowie soziale oder umweltschützerische Vorhaben „zum Wohle der Kaufbeu­rer Bürgerschaft“. Als Beispiele seien hier die „Allgäuer Wiesen“ genannt oder Integrationsleistungen wie das Hausbesuchsprogramm „Hippy“ für drei- bis fünfjährige Kinder mit mangelnden Deutschkenntnissen. Das Kapital der Bürgerstiftung ist von ursprünglich 80.000 Euro dank einiger Erbschaften mittlerweile auf 1,6 Millionen Euro angewachsen. Mit ihrer vorzüglichen, vielfältigen Vernetzung und dem Grundsatz, Kooperationen einzugehen, funktioniert das Konzept der Bürgerstiftung hervorragend: Sie geben Anstöße und Starthilfe, und die betroffenen Bürger machen dann engagiert selbst weiter. „Eigentlich“, so der Bürgerstiftungs-Vorsitzende Johann Marschall, „haben wir immer viel mehr Ideen, als schließlich realisiert werden können.“

Der filmzeit-Ausbau umfasst auch eine Erweiterung der Schulfilmzeit (für Schüler von 14 bis 17 Jahren aus allen Schultypen), erläutert Birgit Kern-Harasymiw. Jede teilnehmende Schule stellt eine(n) Schüler(in) für die Jury ab. Für die Schülerjury erfolgt eine separate Vorstellung. Die Schulfilmzeit an sich brauchte wegen Corona natürlich ebenfalls neue Konditionen. Das Durchschleusen von 800 bis 900 Schülern pro Vormittag bedeutet jetzt einen erhöhten technischen Aufwand, der ohne finanzielle Unterstützung nicht möglich gewesen wäre. Anders als bisher haben die Schulen außerdem die Möglichkeit, eine Schulfilmzeit-Rolle vor Ort selbst abzuspielen. Bis jetzt wollte jedoch lediglich das Jakob-Brucker-Gymnasium dieses Angebot ausprobieren. Corona-Kinochef Günter Sobeck fand es schade, dass den Kindern die besondere Kinosaal-Atmosphäre entgehen sollte und stellte für die Schulfilmzeit alle seine Kinosäle zur Verfügung, damit kleinere Klassengruppen locker gesetzt werden können.

Susanne Jehl, ebenfalls Vorstandsmitglied der Bürgerstiftung und ehemalige Rektorin des Jakob-Brucker-Gymnasiums, äußerte sich zur Bedeutung der Medienbildung in der Schule so: „Es ist sehr wichtig, dass man gemeinsam ins Kino geht und dann auch ein bisschen darüber reflektiert.“

Eine für das Publikum nicht sichtbare, jedoch für das „Unternehmen“ filmzeit hilfreiche Neuerung ist eine Vereinbarung mit den Kinos, sie mit fünfzig Prozent an den Ticket-Verkäufen zu beteiligen, anstatt für die Kinosäle Miete zu zahlen. Auf diese Weise sind sowohl Gewinne auch Risiken geteilt. Die Ausweitung auf zusätzliche Veranstaltungsorte ausgerechnet im Jahr der Corona-Krise soll der filmzeit zu einem größeren Bekanntheitsgrad und damit zu dringend erforderlichen höheren Einnahmen verhelfen. „Außerdem kann dadurch das Filmfestival zu einem allgäuweiten Exportschlager für Kaufbeuren werden“, meint Birgit Kern-Harasymiw optimistisch, und das jahrelange Engagement der Stadt und der Ehrenamtlichen habe eine sichere Perspektive verdient. Auch Winfried Nusser, in seiner Doppelfunktion als Vorstandsmitglied der Bürgerstiftung und als neuer Schatzmeister des filmzeit-Vereins, würdigte die Helfer, welche die filmzeit bereits 13 Jahre lang mit zahllosen Hintergrundtätigkeiten, die vordergründig kaum in Erscheinung treten, ehrenamtlich am Laufen gehalten haben.

Die Verleihung des neuen Schulfilmpreises erfolgt am Freitagabend, 9. Oktober, beim filmzeitspecial im Corona Kinoplex, zusammen mit der Verleihung des von „Kaufbeuren aktiv“ gestellten Demokratiepreises. Der Film „Grad deutscher Härte“ vom Sieger des vom Bundesprogramm „Demokratie leben“ ausgelobten Drehbuchwettbewerbs wird an diesem Abend ebenfalls präsentiert.

Alle Termine, ein detailliertes Programm sowie aktuelle Entwicklungen entnehmen Sie der Webseite www.filmzeitkaufbeuren.de und den ausliegenden Flyern.

von Ingrid Zasche

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