Marktoberdorfer Finanzausschuss einig über Haushaltssatzung für 2013

Kreditaufnahme steigt

+
Indem man die Georg-Fischer-Straße durchgängig zur Fußgängerzone macht, könne man auch den Bedenken der Anwohner „Pflaster sei zu laut“ wirksam entgegentreten, forderte Axel Maaß.

Marktoberdorf – Zwei Abende hat es gedauert, dann hatte sich der Finanzausschuss einstimmig auf einen Empfehlungsbeschluss für den Marktoberdorfer Haushalt 2013 geeinigt. Etwa 47 Millionen Euro umfassen Verwaltungs- und Vermögenshaus- halt zusammen, rund vier Millionen Euro mehr, als im Vorjahr.

In der jüngsten Sitzung des Marktoberdorfer Finanzausschusses konnten sich die Gremiumsmitglieder auf den Haushalt für 2013 einigen. Eine knappe Million Euro hatten die Stadträte dabei aus dem Vermögenshaushalt herausgestrichen, was die Nettoneuverschuldung schließlich auf 3,64 Millionen Euro begrenzte. Nun ist es am Stadtrat, ob er am 8. April dieser Empfehlung folgen wird. 

Sowohl Bürgermeister Werner Himmer als auch auch Axel Maaß (Grüne) jedenfalls, äußerten diesbezüglich ihre nicht ganz von Sorgen freie Hoffnung, der Stadtrat möge hoffentlich nicht wieder alles kippen. Ob dann der Rotstift weitere Positionen kürzt, streicht, oder diese wieder aufhebt bleibt abzuwarten. Naturgemäß gab es in diesem Zusammenhang den größten Handlungsspielraum im Vermögenshaushalt, der von 14,3 auf 13,4 Millionen Euro reduziert wurde. Vergleichsweise kleine Beträge, wie zum Beispiel die Aufwendungen für einen Jugendraum im Feuerwehrhaus, wurden ebenso umfassend diskutiert wie die überraschend hohen Erneuerungskosten der Bühnentechnik im MODEON. So habe eine TÜV-Prüfung der Bühnenzüge ergeben, dass diese schon seit Jahren nicht mehr den Sicherheitsbestimmungen entsprechen. Die Bühnentechnik kann derzeit aus Sicherheitsgründen so gut wie nicht mehr genutzt werden, erklärte Rupert Filser vom Hauptamt und man müsse Gott danken, dass nichts passiert sei. Der stellvertretende Stadtbaumeister Richard Siegert konkretisierte den Investitionsbedarf in Höhe von 700.000 Euro und sagte es seien 28 Antriebe für Vorhänge, Beleuchtung und Kulissen betroffen.

Kinderkrippe Süd 

Zum widerholten Male sorgte auch die neue Kinderkrippe Süd auf dem Gelände der Tennisplätze für Erklärungsbedarf. Zunächst sorgten nicht die Gesamtkosten in Höhe von 3,2 Millionen Euro, sondern die äußere Form für Kritik aus den Reihen der Freien Wähler. So wandte Walter Breiner ein, dass man überrascht festgestellt habe, dass zweistöckig gebaut werde und dass man deshalb auch noch einen folgekostenträchtigen Aufzug benötige. Dies entspreche nicht der Beschlusslage, die, aus Kostengründen von einer 1:1-Kopie der bestehenden Kinderkrippe Sonnenschein ausgegangen war. Verstärkung erhielt er von seinem Parteikollegen Peter Grotz, der monierte, dass man Geld bereit stellen solle, ohne eine Skizze, geschweige denn einen Plan gesehen zu haben. Bürgermeister Himmer rechtfertigte die Änderungen und wies darauf hin, dass man eine Krippe mit nur drei Gruppen nicht 1:1 in eine viergruppige Krippe übernehmen könne. Außerdem sei man angesichts der sehr knappen Zeit davon ausgegangen, dass man so schnell wie möglich vorankomme. Im Zuge der Diskussion wurden auch die Baukosten kritisch gewürdigt, schließlich habe die Krippe Sonnenschein viel weniger gekostet. Stadtbaumeister Peter Münsch wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die Baukosten in den vergangenen drei Jahren um 30 Prozent gestiegen seien. Außerdem sei die Zweistöckigkeit notwendig geworden, weil die beschränkte Grundstücksgröße bei einer ebenerdigen Krippe zu wenig Außenspielflächen zugelassen hätten. 

Kürzungen mussten auch die Allgäu Amigos hinnehmen, indem „Augenmaß bewahrt wurde“ wie Axel Maaß es ausdrückte und die Zuwendungen von 150.000 auf 75.000 Euro reduziert wurden.

Gemeindestraßen 

Die größten Streichungen musste der Abschnitt 63 (Gemeindestraßen) hinnehmen. Einig war man sich, dass in diesem Jahr im Ortskern nur der Beschluss zur Sanierung der Georg-Fischer-Straße umgesetzt werden solle. Hier sorgte Axel Maaß mit seinem Vorschlag, diese Straße zur Fußgängerzone umzuwandeln, teilweise für Wohlwollen. Wichtig sei, der Sanierungsbeschluss dürfe auf keinen Fall angezweifelt werden, erklärte Dr. Andrea Weinhard (FW). Dieser Meinung widersprachen nur drei Stadträte und gaben die geplanten 600.000 Euro frei. Poststraße und Birkenweg wurden ins nächste Jahr geschoben, der Ausbau der Riedstraße dem Wunsch der Anwohner entsprechend ebenso gestrichen, wie die Verbindungsstraße Keltenstraße – Allee. Neu in den Haushalt wurde die Ortsverbindungsstraße nach Waibletshofen aufgenommen. von Klaus Bauer

Auch interessant

Meistgelesen

Festzug mit Hindernissen
Festzug mit Hindernissen
Stadt in festlichem Gewand
Stadt in festlichem Gewand
Mit dem Kreisboten die besten Sommerferien aller Zeiten erleben
Mit dem Kreisboten die besten Sommerferien aller Zeiten erleben
Verkehrsunfall fordert vier Verletzte
Verkehrsunfall fordert vier Verletzte

Kommentare