Pschierer verkündet: Zentrale Finanzkasse wird ab 2015 in der kreisfreien Stadt angesiedelt

Eine Entscheidung für Kaufbeuren

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Wo derzeit noch grüner Rasen wächst, rollen bald die Arbeiter und Maschinen für den Neubau der zentralen Finanzkasse an. Staatsminister Franz Josef Pschierer (re.) besichtigte mit dem Führungspersonal des Kaufbeurer Finanzamts das Gelände.

Kaufbeuren – Es ist beschlossene Sache: Kaufbeuren wird der Standort der neuen zentralen Finanzkasse für das gesamte Allgäu. Voraussichtlich im Jahr 2015 soll diese den Betrieb aufnehmen und ersetzt dann die bisherigen gesonderten Finanzkassen in Memmingen, Lindau, Kaufbeuren und Kempten.

Nach der Hiobsbotschaft hinsichtlich der Schließung des Fliegerhorsts und dem Gezerre um eine mögliche Außenstelle der Hochschule Kempten hat die Stadt Kaufbeuren wieder einmal einen Erfolg für sich zu verbuchen. Am vergangenen Freitag gab Finanzstaatssekretär Franz Josef Pschierer vor der versammelten Presse bekannt, dass die künftige zentrale Finanzkasse für die Region Allgäu in Kaufbeuren eingerichtet wird. Ab 2015 wird die Wertachstadt damit, neben Krumbach für die Region Nord-Schwaben, einer von zwei Standorten im Bezirk Schwaben sein. Platz finden soll die neue Behörde in einem Neubau für geschätzte zwei Millionen Euro auf dem Gelände des bestehenden Finanzamts. 

80 Finanzkassen gibt es derzeit im Freistaat – einige davon mit gerade einmal drei Vollzeitstellen besetzt. Bis 2015 möchte die Staatsregierung diese Einzelstandorte zu 19 zentralen Finanzkassen zusammenfassen. Für den Bezirk Schwaben stehen die beiden zukünftigen Standorte nun definitiv fest. Grund genug für Pschierer, in der vergangenen Woche persönlich die Nachricht an sein „Heimat-Finanzamt“ in Kaufbeuren zu überbringen – der Staatssekretär für Finanzen vertritt den Stimmkreis Kaufbeuren für die CSU seit 1994 im Landtag. 

„Eine kleine, aber wichtige strukturpolitische Maßnahme“ sei die Zusammenlegung der Behörden, so Pschierer. Gegenüber dem bisherigen System, in dem jedes Finanzamt über eine eigene Kasse verfügte und Schwankungen bei Personal oder Arbeitsaufkommen nur schwer ausgeglichen werden konnten, sollen die zentralen Finanzkassen nun mit Synergieeffekten wie einer zusammen- gelegten EDV und besserer Auslastung der Mitarbeiter punkten. 40 Vollzeitstellen werden laut Pschierer am neuen Behördenstandort in Kaufbeuren geschaffen. Zum Vergleich: Derzeit arbeiten in der Finanzkasse Kaufbeuren zehn Vollzeitkräfte. Besetzt werden sollen die Stellen so weit als möglich mit Mitarbeitern der bisherigen Kassen in Kempten, Lindau und Memmingen, die es dann nicht mehr geben wird. 

Wichtig sei für ihn aber, so Pschierer, dass niemand gedrängt werde, an den neuen Standort zu wechseln. Er könne sich aber gut vorstellen, dass „der eine oder andere“ Mitarbeiter der ehemaligen Behörden den Ortswechsel vollziehe und sich dann auch für Kaufbeuren als Wohnort entscheide. Die übrigen Stellen sollen an Neubewerber vergeben werden. „Da es sich ausschließlich um Beamtenstellen handelt, ist eine Bewerbung nur für Personen interessant, die sich bereits in einer entsprechenden Laufbahn befinden“, erklärt die Ständige Vertreterin des Finanzamts Kaufbeuren Renate Seizinger. Man sei jedoch stets bemüht, Schulabgänger für eine Beamtenlaufbahn zu interessieren – hier werde die neue zentrale Finanzkasse sicher ein gutes Argument gegenüber jungen Leuten, sich für eine Beamtenlaufbahn an der hiesigen Finanzbehörde zu entscheiden. 

Warum Kaufbeuren? 

Wie kam es aber nun dazu, dass Kaufbeuren als zukünftiger Standort für das Allgäu ausgewählt worden ist? Hier seien die baulichen Gegebenheiten sowie die Organisationsmöglichkeiten ideal gewesen, erklärte Pschierer auf diese Frage hin. Es gebe ein passendes Grundstück auf dem Gelände des Kaufbeurer Finanzamts, wo ein Neubau problemlos realisiert werden könne: „Hier sind wir Herr und können die neue Behörde nach unserem Gutdünken verwirklichen“. Dass das Finanzamt mit Stellen wie beispielsweise der Betriebsprüfung in direkter Nachbarschaft zur neuen Finanzkasse liegt, wird die Zusammenarbeit nach Pschierers Meinung erheblich erleichtern. Zudem habe sich die Kaufbeu-rer Lösung als wirtschaftlichste erwiesen. Und auch das Thema Konversion habe eine gewisse Rolle gespielt: „Die Schaffung der zentralen Finanzkasse ist zwar hierbei nur ein kleiner Mosaikstein, aber zusammen mit Maßnahmen wie dem Grünen Zentrum oder der Verlängerung des Vertrags mit der Fachhochschule Herrsching ist es eine gute Sache“. Dass die Wertachstadt bei einem der Kriterien für den neuen Standort, nämlich der „zentralen Lage und guten Erreichbarkeit“, eher nicht zu den Vorzeige-Städten gehört, sei im Hinblick auf die weiteren genannten Vorteile kein Problem, so Pschierer: In der heutigen Zeit, wo auch in den Behörden das meiste über Internet laufe, könne dies kompensiert werden. Und, so der Politiker augenzwinkernd: Vielleicht werde die B12 ja nun doch bald einmal ausgebaut, und damit auch im Hinblick auf die „Erreichbarkeit“ Kaufbeurens ein Zeichen gesetzt“. 

Konkrete Pläne 

Um den Neubau, der rund zwei Millionen Euro kosten soll, bis 2015 zu verwirklichen, müsse ein „straffer Zeitplan“ eingehalten werden, so Pschierer. Spätestens Anfang 2014 müsse man in die Planungsphase eintreten und die maßgeblichen Weichen stellen. Optisch soll sich der Neubau an die Architektur des Kaufbeurer Finanzamts anpassen. Eines versprach der Staatssekretär den Beschäftigten schon jetzt: „Wir werden die Realisierung bewältigen, ohne dass jemand im Container arbeiten muss!“ von Michaela Frisch

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