Bayerns Finanzminister Markus Söder zur Situation in Kaufbeuren

"Kaufbeuren steht nicht allein"

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Gute Nachrichten hatte ein entsprechend gut gelaunter Bayerischer Staatsminister der Finanzen Markus Söder (Mitte) für Kaufbeuren im Gepäck. Er unterzeichnete im Beisein von OB Stefan Bosse (li.) den Mietvertrag mit Thomas Düll von den Bezirkskliniken Schwaben.

Kaufbeuren – Ursprünglich waren es nur drei Jahre, in denen die „Außenstelle des Fachbereichs Finanzwesen der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung und Rechtspflege in Bayern“ in Kaufbeuren Platz finden sollte. 2009 wurde ein Teil der Ausbildung vom Hauptsitz Herrsching in die Wertachstadt ausgelagert. Nun hat Finanzminister Markus Söder mit der Unterzeichnung eines Mietvertrages für weitere 20 Jahre Fakten geschaffen.

Zwei neue Lehrsäle für weitere 60 Studenten ergänzen bald die bestehenden Lehrgebäude am Kaiserweiher, ab März 2015 soll gebaut werden. Oberbürgermeister Stefan Bosse freute sich anlässlich der Vertragsunterzeichnung Söders mit Thomas Düll vom Vermieter Bezirkskliniken Schwaben darüber, dass „Kaufbeuren so unterstützt wird“. 

Dass die Finanzfachhochschule dauerhaft in Kaufbeuren bleiben soll, hat die Stadt laut OB Bosse – neben der schon 2009 angekündigten „Charmeoffensive“ – vor allem „dem Netzwerk vor Ort“ und Finanzminister Söder zu verdanken. „Seit er Finanzminister ist, ist Bewegung in die Sache gekommen“, so Bosse, der sich von Anfang an für einen dauerhaften Verbleib der Bildungseinrichtung in Kaufbeuren eingesetzt hat und sich in der Zeit vor Söder „oft mehr deutliche Signale aus der Politik gewünscht“ hätte. Weil: „Hätten wir von Anfang an gewusst, dass Kaufbeuren dauerhafter Standort wird, hätten wir schon frühzeitig andere Lösungen gefunden“, so Bosse im Hinblick auf die Studentenunterkünfte. 

Hier stehen derzeit Mietwohnungen in der Apfeltranger Straße („Fliegerhorstsiedlung“) und in Neugablonz zur Verfügung. Zusammen mit dem Freistaat will sich die Stadt nun auf den Weg machen, konkrete Pläne zu entwickeln, um ausreichenden Wohnraum für die Studenten zu schaffen. Laut Bosse seien hier „zusätzliche Anmietungen möglich, es könnte aber auch über den Bau eines Studentenwohnheims nachgedacht werden“. 

Wie Manfred Knoll als Leiter der Kaufbeurer Hochschul-Niederlassung betonte, sind schon derzeit sehr wenige der aktuell 230 Studierenden aus Kaufbeuren. „Die jungen Leute, die hier Abitur machen, wollen in München oder in weiter entfernten Städten studieren – nach der Schulzeit geht der Trend dahin, in eine neue Stadt zu ziehen“, betonte Knoll. Auch weiterhin werden die Studenten an der Kaufbeurer Bildungseinrichtung – in den kommenden Jahren werden hier rund 300 ihren Studienabschluss im Fachbereich Finanzen machen – zum größten Teil von außerhalb kommen und daher eine Wohnung vor Ort benötigen. 

Das bedeutet laut Söder „Bewegung und frisches Blut“ für die Stadt. Er sei sich auch im Hinblick auf das Thema Konversion bewusst, dass Kaufbeuren „hohe strukturelle Herausforderungen“ biete. „Kaufbeuren steht nicht allein, sondern im Fokus unserer Bemühungen“. Zur thematisierten Behördenverlagerung in die Wertachstadt hatte der Minister allerdings noch keine konkreten Fakten im Gepäck: Anfang 2015 werden hier Ergebnisse erwartet. 

Man habe in den kommenden Jahren bayernweit einen steigenden Bedarf an Finanzbeamten, so Söder. Im nächsten Doppelhaushalt habe man bereits wieder eine Erhöhung des Personaletats bei den bayerischen Finanzämtern beschlossen, somit stehen den Kaufbeurer Studenten gute Zukunftschancen offen. Für das aktuelle Projekt wird der Freistaat 9200 Euro pro Monat, also bis Mietvertragsende im Jahr 2035 rund 2,2 Millionen Euro, in die Anmietung der neuen Lehrsäle in Kaufbeuren investieren. von Michaela Frisch

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